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Kaunertal "Kaltenbrunn" Wallfahrtskirche und Quelle#

Gemeinde Kaunertal; Pfarre Kaunerberg; Bezirk Landeck


Kaunertal, Kaltenbrunn

Tourist/Web Info

Tel. 05472 6713
www.kaunerberg.tirol.gv.at

Wegbeschreibung

A 12 - Richtung Reschenpass - bei Prutz ins Kaunertal Kaunertal, Landeck, Tirol

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, ausreichend Wasser


Der Ort:#

Mitten im Naturpark Kaunergrat liegt Kaunerberg mit vielen kleinen Höfen in bis zu 1.600 Meter Höhe. Die Sonne meint es gut mit Bewohnern und Besuchern, kein anderer Tiroler Ort bietet so viele Sonnenstunden. Dem Wanderer springt der "Kaunerberger Wasserweg" ins Auge, mit z. T. beeindruckenden Stollenanlagen, in denen Quellwässer vom Berg über die Südhänge geleitet werden. Die Gebirgslandschaft mit den besonderen Naturschönheiten präsentiert sich zu allen Jahreszeiten grandios, ein Besuch im Schaukräutergarten mit seinen Düften und Farben stimmt auf die Pflanzenwelt der umliegenden Bergwelt ein.

Der Weg zur Quelle:#

Die Wallfahrtskirche mit dem Brunnen ist von Kaunerberg aus leicht zu finden. Gleich nach dem Ortsschild von Platz fällt rechts ein großer Parkplatz auf, links sieht man die Abzweigung nach Kaltenbrunn. Dieser Straße folgt man 1.700 Meter immer bergauf und steht dann unmittelbar vor der Kirche und der kleinen Brunnenkapelle.

Allgemeines:#

Der Platz ist uralt und bestand aus einem heiligen Stein und einer Quelle; er wurde bereits vor seiner Verchristlichung als Weihestätte benützt. Wie auch im größten Mutterheiligtum Osterreichs, in Mariazell, befindet sich die ursprüngliche Kultstätte mitten in der Kirche. Die Aufzeichnungen darüber sind 800 Jahre alt. Der Legende nach wuchs auf einem Stein Korn, das die Kühe mieden, in dem sich aber eine Statue befand. Ein Pilger betete drei Tage lang und verkündete dann den Anwohnern, dies wäre ein heiliger Ort, zu dem viele Menschen pilgern und wo große Wunder geschehen würden. Direkt über dem Stein entstand daraufhin eine Holzkapelle. Als diese Kapelle abbrannte, blieb die Gnadenstatue der Muttergottes mit Ähren und dem Kind in ihren Armen unversehrt - ein Wunder.

Kaunertal, Kaltenbrunn
Ein weiteres Wunder schrieb man der ursprünglichen Statue zu, sie errötete und wurde danach wieder bleich. Beim heutigen Kultgegenstand dürfte es sich nicht mehr um das Original handeln. Der Ort wurde im Mittelalter durch Einsiedler betreut, Man spricht von Geisterprozessionen, bei denen weiß gekleidete Menschen eine rote Fahne zur Kultstätte trugen. Die Erscheinungen sprachen keinen ortsüblichen Dialekt, auch wusste niemand in der ganzen Gegend von Reisenden. Vielleicht waren es Katharer auf dem Weg nach Frankreich oder geheime Treffen des Templerordens... Jener fromme Ritter, der eine steinerne Kapelle stiftete, hatte hier ebenfalls eine Erscheinung mit einem Fingerzeig auf den heiligen Ort.

Die Quelle:#

Das Wasser gehörte unverzichtbar zum Kultplatz. Man brachte totgeborene Kinder hierher zur Taufe und nicht selten geschah es, dass ein Kindlein wieder die Augen aufschlug. Im alten Mirakelbuch stehen wundersame Errettungen und Heilungen, vor 200 Jahren gab es noch Hunderte Votivtafeln und weggelegte Krücken. Früher war es üblich, vom wundersamen Wasser zu trinken und sich einen Span aus der Holzstatue herauszuschneiden und mitzunehmen. Letzteres ist natürlich nicht mehr möglich, aber vom Wasser kann man noch immer trinken, ein Fläschchen füllen und wieder genauso lebendig werden, wie man es als Kind war.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.