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Mausoleum Graz#

von Franziska Saric; BG/BRG Pestalozzi, 5b; Betreuung: Schrötter; 72 Punkte;


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Der Bau des Mausoleums wurde 1614 von Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) in Auftrag gegeben. Kaiser Ferdinand war ein sehr frommer Katholik und das Mausoleum sollte ihm und seiner Familie als Grabstätte dienen.

Entworfen wurde das Mausoleum vom italienischen Architekten Giovanni Pietro de Pomis (1569-1633), die Bauleitung wurde allerdings 1633 vom ebenfalls italienischen Architekten Pietro Valnegro übernommen. Das Mausoleum Kaiser Ferdinands II. und die Grazer Katharinenkirche (geweiht der heiligen Katharina von Alexandrien) bilden gemeinsam ein Bauwerk, das umgangssprachlich nur als Mausoleum bezeichnet wird. Es steht neben dem Dom. So entstand einer der architektonisch schönsten Gebäudekomplexe des frühen 17. Jahrhunderts in Österreich.

Zusammen mit dem Grazer Dom prägt das Bauwerk, mit den weithin sichtbaren Kuppeln, die Silhouette des Stadtbildes und wird als "Grazer Stadtkrone" bezeichnet. Man erkennt den Übergang von der Renaissance zum Barock. Die ovale Kuppel über der Gruftkapelle ist die erste Kuppel, die außerhalb Italiens errichtet wurde.
 

Das Mausoleum in Graz stellt den grössten Mausoleumsbau der Habsburger dar. Das Gebäude ist der wichtigste Repräsentationsbau des Grazer Hofes und seiner Politik der Gegenreformation. In der Gegenreformation wurde dem Bau von Kirchen und Klöstern wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Der eifrigste Verfechter des katholischen Glaubens war Kaiser Ferdinand II. Er beseitigte den Protestantismus in Österreich bis auf einzelne Enklaven. Nach Schätzungen verließen infolge der Gegenreformation 100.000 Protestanten und Protestantinnen Österreich.
 

1619 erhielt Ferdinand die Kaiserwürde. Er verließ Graz und ging nach Wien. Die Bauarbeiten am Mausoleum gerieten ins Stocken. Ferdinand starb 1637 und verfügte testamentarisch, dass er in der Kaisergruft in Graz beigesetzt werden möchte. So wurde Ferdinand 1637 in einem halbfertigen Grabmal beigesetzt. Die Weihe des Gruftaltars erfolgte 1640. Erst 1687 wurde ein junger Grazer Künstler namens Johann Bernhard Fischer von Kaiser Leopold I., dem Enkel Ferdinands II., beauftragt das Bauwerk mit der Vollendung der Innenausstattung fertigzustellen. Aus dem jungen Grazer Künstler wurde später der berühmte Baumeister des österreichischen Barock, Johann Bernhard Fischer von Erlach.

Die Grabstätten Kaiser Ferdinands II. und seiner ersten Frau, Erzherzogin Maria Anna von Bayern (gestorben 1616), sind durch Inschrifttafeln gekennzeich­net. Im Mausoleum befindet sich auch ein sogenanntes Herzgrüftl mit den Herzen Ferdinands II., seiner Mutter Maria von Bayern, seiner zweiten Frau Eleonore von Gonzaga und von anderen erzherzoglichen Familienmitgliedern. Den Gruftraum beherrscht ein rotmarmorner Sarkophag. In ihm ruht Ferdinands Mutter. Nur eine Inschrift an der Wand zeigt an, wo sich das Grab Kaiser Ferdinands befindet.

Die Katherinenkirche, mit der das Mausoleum verbunden ist, ist der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht. Katharina von Alexandrien ist eine der bekanntesten Heiligen. Sie wird in der katholischen und der orthodoxen Kirche als Märtyrin verehrt und gehört zu den vier großen heiligen Jungfrauen. Gegenüber der Grazer Universität (damals Jesuitenkollegium), die 1585 gegründet wurde, steht eine Giebelfigur der heiligen Katharina von Alexandrien. Dadurch wurde sie zur Patronin der Universitäten.

In der Katharinenkirche findet sich eine interessante Darstellung der Befreiung Wiens von den Türken im Jahre 1683. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten Restaurierungen und Maßnahmen zur Instandsetzung der Kuppelbedachung.


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Kuppellaterne des Mausoleum (Graz).
Bild ist aus Wikicommons, Bild steht unter CC Lizenz.


Recherchen zu Mausoleum Graz:#


  • Quelle 2: Czerniewicz-Umer, Teresa; Theilacker, Jörg: Österreich. Dorling Kindersley Verlag, München 2004.