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Josef Manner & Comp AG #

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© Josef Manner & Comp AG

Die Firma Josef Manner & Comp. AG ist ein heute schon selten gewordenes Beispiel eines erfolgreichen österreichischen Unternehmens, das sich seit der Gründung zum Großteil noch immer in Familienbesitz (mehrheitlich im Besitz der Familien Manner, Andres und Riedl) befindet.

An den drei Standorten, dem Stammwerk in Wien im 17. Bezirk, dem Zweigwerk Perg in Oberösterreich und dem Zweigwerk Wolkersdorf in Niederösterreich, sind etwa 700 MitarbeiterInnen beschäftigt. Hier werden die Produkte - Waffel-, Schokolade-, Zucker- und Dauerbackwaren sowie Dragees - der Marken Manner, Napoli und Casali und Victor Schmidt erzeugt und vertrieben bzw. in mehr als 50 europäische und außereuropäische Länder exportiert.

(Das Stammwerk in Wien wird bis 2015 um rund 30 Millionen Euro ausgebaut; dann wird nur noch hier produziert und das Werk in Perg wird nach dem ersten Quartal 2016 aufgegeben werden.)

Im Geschäftsjahr 2012 betrug der Umsatz der Josef Manner & Comp AG 176,3 Millionen Euro.


Standorte#

  • Stammwerk Wien
In der Zentrale im 17. Wiener Gemeindebezirk arbeiten ca. 400 MitarbeiterInnen. Das Gebäude ist das Hauptwerk und die Firmenzentrale der Josef Manner Comp. AG seit dem Gründungsjahr.

Bereits vor dem ersten Weltkrieg wurde es zur heutigen Größe ausgebaut und beherbergt die modernsten Produktionsanlagen. Manner-Waffeln, Kekse, Biskotten und Lebkuchen werden hier mit größter Sorgfalt hergestellt. Auch die Schokoladeproduktion für die allseits beliebten Manner-Schokoladen und -Kuvertüren sowie Schokolade-Überzugsmassen für unsere Produkte erfolgt hier.

  • Zweigwerk Wolkersdorf (Niederösterreich)
Die Fabrik gehört seit 1996 zu Manner und wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Produktionsschwerpunkte sind Schaumzuckerware, Dragees, Pralinen und Saisonartikel. Österreichische Süßwarenklassiker wie Casali Schoko-Bananen, Casali Rum-Kokos, Napoli Dragee Keksi, aber auch Victor Schmidt Mozartkugeln und Ildefonso Pralinen werden im Werk Wolkersdorf von rund 260 MitarbeiterInnen hergestellt.
  • Zweigwerk Perg Oberösterreich
Da der Firmengründer Josef Manner I. seine Jugend- und Lehrjahre in Perg verbrachte, hatte er zu dieser Stadt eine starke Bindung. In späterer Folge kaufte er zahlreiche Grundstücke, welche das heutige Firmengelände bilden. Darauf errichtete er ein Sägewerk für die Kistenerzeugung. Ein Brand zerstörte 1955 die gänzlich aus Holz bestehende Fabrik. In den Hallen des wieder aufgebauten Sägewerks wurde 1966 ein Exportwerk eingerichtet. In erster Linie wurden Schnitten und handstanniolierte Saisonartikel erzeugt. In den letzten Jahren werden am Produktionsstandort Perg vorwiegend Waffeln, Eiswaffeln und Röllchen erzeugt. Seit 2008 steht in Perg der weltgrößte Waffelofen.


Geschichte#

Der gelernte Kaufmann Josef Manner pachtete am Stephansplatz eine kleine „Chocoladen- und Feigenkaffeehandlung“. Weil er mit der Qualität der Schokolade nicht zufrieden war, nahm er am 1. März 1890 in einem kleinen Kellerlokal gzusammen mit seinen Brüdern - und einfachsten Hilfswerkzeugen - die Schokoladeerzeugung auf.

Josef Manner war sozusagen Erzeuger und Verkäufer in einer Person und lieferte oft auch selbst die Ware aus. Das Geschäft auf dem Stephansplatz gab er auf, um sich ganz der Erzeugung zu widmen. Noch im selben Jahr zog Josef Manner aus Platzmangel in das Haus seiner Eltern Hernals (Uniongasse 8, später Kulmgasse 14), wo bald rund um das Elternhaus eine Fabrik entstand; bereits 1897 hatte die "Chocoladenfabrik" mehr als 100 Mitarbeiter.

1895 glückte die Erfindung der Manner-Schnitten mit Haselnußcreme, die für den raschen Aufschwung des Unternehmens von großer Bedeutung war. 1900 trat Johann Riedl als Kompagnon in die Firma ein. Von 1908 bis 1912 wurden zwei neue Fabriksgebäude errichtet, die Zahl der Beschäftigten stieg auf 3000.

1913 erfolgte die Umwandlung des Unternehmens in eine AG, die "Josef Manner & Comp AG" - 92% des Aktienkapitals blieben aber zu gleichen Teilen im Besitz der Familien Manner und Riedl.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu einem Rückgang auf weniger als 1000 Beschäftigte: durch den Zerfall der Habsburgermonarchie war es zum Verlust der traditionellen Absatzmärkte gekommen; später kam die Weltwirtschaftskrise.

Josef Manner konnte die Krise meistern und arbeitete sich zum Inhaber der größten Süßwarenfabrik Österreichs empor. 1929 starb Johann Riedl; Josef Manner schied 1935 aus der Firma aus. (Er starb am 5. Mai 1947.) Die Firma wurde anschließend von Nachfahren aus den beiden Familien geleitet.

1960 wurde eine Verpackungsmaschine entwickelt, die eine dichte Aluminiumverpackung erzeugen konnte. Somit war für die Manner-Schnitten erstmals eine längere Haltbarkeit garantiert und der Startschuss für einen Export bis nach Übersee war erfolgt. 1966 wurde eine Zweigfabrik in Perg in Oberösterreich (wo Josef Manner seine Kaufmannslehre absolviert hatte) errichtet. 1970 kam es zur Fusion mit der im Besitz der Familie Andres befindlichen Firma Napoli, Ragendorfer & Co.; das Management der Firma wurde nun von den drei Familien Manner, Riedl und Andres gestellt.

Seit sich Carl Manner sich 2008 aus dem Vorstand zurückgezogen hat, wird das Unternehmen von einem Vierer-Vorstand geleitet: Hans Peter Andres (Einkauf, aus der Napoli-Linie), Josef Manner (Produktion, Großneffe), Albin Hahn (Finanzen, vom Großkonzern Unilever geholt) und Alfred Schrott (Marketing, von Unilever).


An den an den mundgerechten Maßen (49x17x17 Millimeter) der berühmten "Neapolitaner Schnitte No. 239" hat sich seit ihrer Erfindung im Jahr 1895 nichts geändert. Verpackt waren sie die Schnitten zunächst in einem offenen Karton, eingeschlagen in Pergamynpapier; seit 1960 - als die neue Verpackungsmaschine den Betrieb aufnahm – werden sie in einer auffällig rosaroten Aluminium-Frischhaltepackung mit der „Schutzmarke Stefanskirche“ verkauft.

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