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Medizinische Universität Graz#

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1585 wurde in Graz auf Betreiben Erzherzog Karls II von Innerösterreich ein Universität gegründet: die Karl-Franzens-Universität Graz (Universitas Carolo-Franciscea) umfasste nach jesuitischer Tradition lediglich eine Theologische und eine Philosophische Fakultät (weil die Jesuiten den "weltlichen" Fakultäten Medizin und Rechtswissenschaften misstrauisch gegenüberstanden). Der Jesuitenorden wurde 1773 aufgehoben und die Hochschule verstaatlicht. 1782 brachte die Universitäts- bzw. Lyzeal-Reform Josephs II. die Rückstufung der Grazer Universität in ein Lyzeum, gleichzeitig wurde aber eine medizinisch-chirurgische Lehranstalt für Wundärzte eingerichtet, um die handwerksmäßige Ausbildung "niederer Heilpersonen" zu verbessern.

1827 wurde von Kaiser Franz I. zwar die Wiedererrichtung der Universität in Graz angeordnet, aber erst 1863 wurde durch seine kaiserliche Entschließung auch eine Medizinische Fakultät in Graz eröffnet. Es wurden 11 Lehrkanzeln an der Fakultät eingerichtet, die Führung des Grazer Landeskrankenhauses als Universitätsklinikum übernommen und teilweise die Wundarzt-Heilanstalt eingegliedert.

Medizinischen Universität Graz
Hauptgebäude der Medizinischen Universität Graz in der Harrachgasse
(bis zum Umzug auf den neuen Campus Nähe LKH)
Foto: Jacktd. Aus: Wikicommons unter CC

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte wurden weitere Lehrkanzeln eingerichtet (von der Psychiatrie, zur Kinderheilkunde bis zur Neurochirurgie), neue Universitätskliniken gegründet und neue Klinikgebäude gebaut. 1912 wurde der Neubau des Landeskrankenhauses (und Universitätsklinikums) Graz am Auenbruggerplatz eröffnet.


Auf Grund des Universitätsgesetzes 2002 wurde die Medizinische Fakultät 2004 in eine eigene Universität ausgegliedert, die "Medizinische Universität Graz".
(Die Überleitung der medizinischen Fakultät in die medizinische Universität erfolgte im Rahmen des Gründungskonventes unter der Leitung des Vorsitzenden Karlheinz Tscheliessnigg mit der Wahl des ersten Rektors Gerhard Franz Walter. Nach der ersten Periode des Rektorates von Walter wurde die Medizinische Universität von Oktober 2007 bis März 2008 durch den vormaligen Vizerektor und Gründungskonventsvorsitzenden Tscheliessnigg geleitet, bis Josef Smolle zum neuen Rektor gewählt wurde.)

2016 wurde Univ.-Prof. Dr. Hellmuth Samonigg zum Rektor der Medizinischen Universität Graz gewählt. Im Rektorat stehen ihm als VizerektorInnen zur Seite: Gerald Lackner (VR für Finanzmanagement, Recht und Personaladministration), Doris Lang-Loidolt (VR für Studium und Lehre) sowie Caroline Schober-Trummler (VR für Forschung und Internationales).

Bis Ende 2016 wird auf einer Nutzfläche von 44.000 m² ein neues Campusgelände errichtet, das die Verwaltung der Medizinischen Universität Graz und diverse Forschungsgruppen und Organisationen und alle ihre nicht-klinischen Institute mit Ausnahme des Instituts für Anatomie beherbergt.


Die Medizinische Universität Graz blickt auf eine lange Tradition erfolgreicher und international beachteter Forschung zurück - sie hat in ihrer Geschichte drei Nobelpreisträger hervorgebracht: Fritz Pregl (Nobelpreis für Chemie 1923), Julius Wagner von Jauregg (Nobelpreis für Medizin 1927) und Otto Loewi (Nobelpreis für Medizin, 1936)


Heute wird an der Medizinischen Universität Graz an 16 Instituten, 20 Universitätskliniken sowie 3 klinischen Einrichtungen gelehrt und geforscht und PatientInnenbetreuung übernommen.

Zentrum für medizinische Grundlagenforschung
Zentrum für medizinische Grundlagenforschung an der Medizinischen Universität Graz.
Foto: Ernstl. Aus: Wikicommons unter CC

Zu den zentralen Aufgaben der Medizinischen Universität Graz zählen Lehre und Ausbildung auf höchstem Standard, Forschung auf internationalem Niveau und die kontinuierliche Verbesserung von Spitzenmedizin. Bei all diesen Interessen orientiert sich die Grazer medizinische Universität am Biopsychosozialen Modell, d.h. es steht immer der Mensch in seiner Ganzheit, mit seinen Beschwerden und in seinem gesamten Umfeld, im Zentrum.

Mit über 1.800 MitarbeiterInnen im wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Bereich sowie mehr als 4.100 Studierenden in den Studienrichtungen Humanmedizin, Zahnmedizin, Pflegewissenschaft, Medizinische Wissenschaft, dem PhD Programm und zahlreichen postgraduellen Universitätslehrgängen bildet die steirische Gesundheitsuniversität ein Zentrum der innovativen Spitzenmedizin im Süden Österreichs.

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