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Gartenzwerg#

Gartenzwerg

Zwergenfiguren als groteske Gartendekoration liebten schon die Adeligen der Barockzeit. Berühmte Beispiele sind der Zwergelgarten des Salzburger Schlosses Mirabell, der Schlosspark Greillenstein in Niederösterreich und der Neuwaldegger Schlosspark in Wien 17.

Gartenzwerge im heutigen Sinn - bis zu 70 cm hohe Tonfiguren mit roter Zipfelmütze und Bart - entstanden seit den 1870er Jahren in Thüringen (Deutschland). In Grafenroda produziert sie die dafür bekannte Manufaktur Griebel in traditioneller Art. Seit 1997 ist dem Familienbetrieb ein "Museum über die Geschichte der Gartenzwerge" angeschlossen. Winterfeste Gartenzwege aus Plastik entstehen in immer neuen Modellen. Allein in Deutschland sollen nach Schätzungen 25 Millionen Gartenzwerge stehen. Für Kritiker sind sie der Inbegriff deutschen Spießbürgertums, Zeichen des schlechten Geschmacks und ein typisches Beispiel für "Kitsch".

Die Wissenschaft, die zwinkernden Auges das Phänomen Gartenzwerg erforscht, nennt sich Nanologie (lat. Nanus - Zwerg). Ihr österreichisches Zentrum ist Schloss Greillenstein, mit historischem und modernem Zwergengarten.


Quellen:
Wikipedia: Gartenzwerg (Stand 8.10.2008)
Gartenzwergmanufaktur Philipp Griebel

Bild:
Alter Gartenzwerg in Kalocsa (Ungarn). Foto: Alfred Wolf, 1982