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Gschnasfest#

Gschnasfest

Der Ursprung des Wortes (Gschnas - wertlose Dinge) ist nicht bekannt, wohl aber die Erfinder. Die Kostümfeste zur Faschingszeit wurden von Künstlern veranstaltet, nach 1850 vom Albrecht-Dürer-Bund, nach 1861 von der Genossenschaft der Bildenden Künstler Wiens in ihrem Künstlerhaus. Anfangs bemühten sie sich um naturalistische, historisierende Kostüme und Dekorationen. Den bis zum Zweiten Weltkrieg (dank niedriger Besteuerung) guten Gewinn verwendeten sie für soziale Unterstützungen. Gschnasfeste fanden, mit Unterbrechnungen, bis 1965 im Künstlerhaus statt. 

Der Lumpenball als "Ball in abgetragenen Kleidern" war die Idee des "Kolosseum"-Besitzers Karl Schwender, der ihn nach 1872 mit großem Erfolg abhielt. Sein Vergnügungslokal befand sich auf dem Braunhirschengrund (15. Bezirk, Mariahilfer Straße - Reindorfgasse) auf dem zuvor Arnstein'schen Besitz. Da das beliebteste Balllokal der Kaiserstadt ziemlich entlegen war, organisierte der Besitzer für seine Gäste einen Zubringerdienst mit Kutschen und Omnibussen. An den Einsteigstellen fanden sich viele Neugierige ein, um die phantasievollen Kostüme zu sehen. 

Hausbälle waren Veranstaltungen, die im kleinen Kreis für Verwandte und Freunde abgehalten wurden. Adelige und wohlhabende Bürger gaben sie in ihren Häusern. Sie bildeten im 18. und 19. Jahrhundert eine individuelle Alternative zu den Tanzveranstaltungen, die in den damals entstehenden Ballsälen stattfanden.


Quelle: Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 2/S. 628, Bd. 3/S. 85, Bd. 4/S. 116, Bd. 5/S. 184 f.

Bild: "Das schöne Geschlecht des Lumpenballes". Aus: Wienerstadt. Wien 1895.