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Klavier#

Klavier

Das Klavier (Pianoforte, Fortepiano, Piano) gehört zur Gruppe der Tasteninstrumente. Von der Klaviatur aus werden Hämmer in Bewegung gesetzt, die an Saiten schlagen. Zu den Vorläufern zählen Cembalo (Zupfklavier), Clavichord (Tangentenklavier), Orgel (Windklavier) und Hammerklavier (Tasteninstrument mit Hammermechanik). Der erste, dem es - um 1700 - gelang, Instrumente für dynamische Spielweise (laut und leise) zu konstruieren, war der italienische Cembalobauer Bartolomeo Cristofori.

Schule bildend wirkten Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Johann Nepomuk Hummel (1778-1837). Mozart, der 18 Klavierkonzerte komponierte, gilt als "bisher unerreichter Improvisator". Er nannte Wien "das Clavierland" - hier gab es 200 Klavierbauer und 300 Klavierlehrer. 1777 lernte Mozart die "Wiener Mechanik" des Augsburgers Johann Stein (1728-1792) kennen, der in Wien eine Klavierbauer-Dynastie begründete.

Die nächste wichtige Epoche war mit Ludwig van Beethoven (1770-1827) und seinem Schüler Karl Czerny (1791-1857) verbunden. Beethoven schrieb zahlreiche Stücke für Klavier, darunter 32 Sonaten und 36 Bagatellen, außerdem Variationen über fremde und eigene Themen. Czerny, eines der wichtigsten Mitglieder des damaligen Wiener Musiklebens, erlangte Bekanntheit u.a. durch seine Etüdensammlungen, die bis heute im Unterricht verwendet werden. 

Zu den renommierten Klavierbauern Wiens zählten Ludwig Bösendorfer, Friedrich Ehrbar, Karl Schweighofer, Rudolf Stelzhammer, Gustav Ignaz Stingl, Carl Andreas Streicher.


Quellen:
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 3 / S. 523 f.
Wikipedia: Klavier (Stand 13.12.2008)

Bild: Ein Piano durfte in keinem bürgerlichen Haushalt fehlen. Wien 1955. Foto: Alfred Wolf