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Kufenstechen#

Aus dem Kronprinzenwerk VIII, 1891
Aus dem Kronprinzenwerk VIII, 1891

In Feistritz an der Gail (Kärnten) findet findet am Pfingstmontag im Rahmen des Kirtags das Reiterspiel des Kufenstechens statt. Die Häuser sind mit Blumen und Fahnen geschmückt, Frauen und Männer präsentieren sich in traditionellen Festtrachten. Am Vormittag besuchen sie die Messe, danach singt man auf dem Kirchplatz Volkslieder in deutscher und slowenischer Sprache. Nachmittags verfolgen Tausende auf dem Dorfplatz das Wettspiel der Reiter. Bei der Linde ist ein mannshoher Pfahl eingeschlagen, den ein Fäßchen (Kufe) krönt. Die Reiter - auf ungesattelten Pferden - versuchen die Kufe mit einer Eisenkeule zu zerschlagen. Dies erfordert 20 bis 30 Runden. Eine Gailtalerin überreicht dem Sieger einen Blumenkranz, zuvor muss er im Galopp einen Reifen und einen Kranz treffen. Dann wird das slowenische Lindentanzlied gesungen und getanzt. Der Brauch, der seit dem 18. Jahrhundert urkundlich belegt ist und auf Ritterspiele zurückgehen soll, wiederholt sich am Nachmittag vor ebenfalls zahlreichem Publikum in Unterfeistritz. In anderen Orten des Gailtales findet der Brauch, je nach Kirtagstermin, bis in den Herbst hinein statt.


Quellen: 
Helga Maria Wolf: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreskreis. St. Pölten 2003. S. 103
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