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Nähmaschine#

Naehmaschine

Um 1800 bemühten sich Erfinder in ganz Europa, das mühsame Handnähen durch Maschinenarbeit zu ersetzen. Ab 1807 arbeitete der Kufsteiner Schneidermeister Joseph Madersperger (1768-1850) an seinen Modellen. 1814 stellte Madersperger die erste Maschine vor, die in der Art des händischen Nähens funktionierte. Er verwertete jedoch das ihm 1815 gewährte Privileg nicht, das nach drei Jahren erlosch. Nach einigen Verbesserungsversuchen erfand Madersperger 1839 eine Maschine, die den Webvorgang nachahmte und mit dem Kettelstich arbeitete. 1839 schenkte er sein Modell dem k.k. polytechnischen Institut. 1841 erhielt er eine Bronzemedaille vom Niederösterreichischen Gewerbeverein. 1850 starb er im Versorgungshaus. 

Inzwischen gab es in Paris bereits eine Nähmaschinenfabrik. Barthélemy Thimonnier (1793-1857) ließ 1830 sein Grundmodell patentieren und eröffnete im folgenden Jahr mit einem Geschäftspartner eine Firma, die Nähmaschinen in Serie herstellte und Militäruniformen nähte. In Amerika ist die Entwicklung mit Elias Howe (1819 -1867) verbunden, der 1846 die Zweifadennähmaschine zum Patent anmeldete. Mit 300 Stichen pro Minute war sie zehnmal produktiver als die Handarbeit. Da die Nähmaschinen ständig verbessert wurden, fürchteten Schneider in allen Ländern um ihre Arbeit und es kam immer wieder zum Maschinensturm. 

Zickzackmaschinen gab es in Amerika seit 1879, in Deutschland seit 1882, doch setzten sie sich erst um 1930 allgemein durch. Die erste Hohlsaum-Nähmaschine kam 1893 aus der Schweiz. Ihre Produktionsstätte, die Firma Gegauf (Bernina AG) zählt zu den wenigen, die in Europa Haushaltsnähmaschinen herstellen.


Quellen:
Heinz Bosch: Die Gegauf-Nähmaschinensammlung, in: SammlerJournal, Schwäbisch Hall 1993. S. 446 f.
Wikipedia: Nähmaschine (Stand 2.9.2008)

Bild: Erste Serie elektrischer "Singer"-Nähmaschinen, 1928. Foto: Helga Maria Wolf, 2009