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Turniere#

Die ritterlichen Wettkämpfe fanden im mittelalterlichen Wien bei der Babenbergerpfalz Am Hof und auf dem Neuen Markt (Wien 1), sowie in der Freudenau (Wien 2) und in Penzing (Wien 14) statt.

1175 wurde der Landgraf Conrad von Landsberg bei einem Turnier in Wien erstochen. Daraufhin verhängte sein Erzbischof, Wichmann von Magdeburg, in dessen Gebiet in einem Jahr 16 Ritter bei Turnieren umgekommen waren, den Kirchenbann und erlaubte das Begräbnis erst, nachdem der Bruder des Landgrafen Turniere in seiner Herrschaft verboten hatte. 1232 fand nach der Feier des Ritterschlags von Friedrich dem Streitbaren in der Schottenkirche ein Turnier in Penzing statt. Der Wappenherold Peter Suchenwirt erwähnte in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in seinem Gedicht „Von der Minne slâf" die „Vreudenau" als Turnierplatz.

Am 25. Juli 1515 nahmen 62 Kämpfer an einem Turnier teil, zu dem Kaiser Maximilian I. eingeladen hatte. Der Sieger erhielt einen "goldenen Spieß". Mitte des 16. Jahrhunderts sorgte ein vom spanischen Gesandten organisiertes Kampfspiel für Aufsehen. Ein künstlicher Felsen, auf dem sich ein Turm und Bäume befanden, öffnete sich und heraus ritt der steirische Burgherr Caspar von Vels. "Dabei befand sich ein zierlicher Galgen, an welchem der gefangene Gott Cupido gehängt werden sollte; er wurde aber durch die Tapferkeit der Ritter und durch die Bitten der Damen befreiet. Hierauf flog der Thurm und der Amorsgalgen mit 1000 Raketen in die Luft."


Quellen:
Gerhard Robert Coeckhelberge zu Dützele ("Realis") Curiositäten- und Memorabilien-Lexicon von Wien. Wien 1846. II/381 f.
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997 (5 Bände), I/86; II/398; IV/374