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Wiener Wiesn-Fest#

Das 5. Wiener Wiesn-Fest fand von 24. September bis 11. Oktober 2015 auf der Kaiserwiese beim Riesenrad im Prater statt. "Österreichs größtes Volksmusik- und Brauchtumsfest" bot 18 Tage lang in drei Festzelten und vier Almen 400 Stunden Live-Musik mit 1900 Mitwirkenden. Das größte, das Gösser-Zelt, bot mit 80 x 35 m rund 3500 Gästen Platz, für weitere 200 gab es einen Balkon. Von der neuen Sonnenterrasse hatte man einen interessanten Blick auf das Riesenrad. Die Gesamt-Zeltfläche betrug 5.120 m², 860 Tische und 1720 Bänke waren vorbereitet. 50 Wein- und drei Biersorten standen zur Auswahl. Täglich wurden 1.700 Grillhendl konsumiert. Während tagsüber der Eintritt frei war, wurde das Areal abends zur Party-Zone mit Konzerten. Zum zweiten Mal fand das "Trachten-Clubbing" statt. Jedes der neun Bundesländer präsentierte sich an einem Tag auf der Festbühne. Weitere Spezial-Veranstaltungen: Oldtimer-Ralley, Nacht der Landwirtschaft, Rosa Wiener Wiesn-Fest und Frühschoppen, Seniorentag. Am Abschlusswochenende konnten sich die Geschäftsführer Claudia Wiesner und Christian Feldhofer über 300.000 Gäste freuen. In einer Presseaussendung verweisen sie auf 12 % Touristen und 95% der BesucherInnen, die "in Tracht" an den Abendveranstaltungen teilnahmen. Die Wertschöpfung wurde mit mehr als 20 Mio. Euro angegeben, davon rund 6 Mio. Euro für die 1 Mio. Euro entfielen auf Hotellerie (ca. 10.000 Nächtigungen) sowie Handel und Transport. Das nächste Wiener Wiesn-Fest ist ab 22. September 2016 geplant.

Interview mit Claudia Wiesner, Geschäftsführerin der Wiesen Veranstaltungs- und Kultur GmbH

Wie kommt man als Veranstalter auf die Idee, ausgerechnet ein Volksmusik- und Brauchtumsfest zu organisieren?

Die Grundidee war, Brauchtum zu pflegen und das Land in die Stadt zu „holen“. In einer immer schnelllebig werdenden Welt sehen wir eine Sehnsucht nach Beständigkeit, die oft in den traditionellen Werten bzw. in den Wurzeln gefunden wird. Ein gutes Beispiel für diese Sehnsucht ist auch der neuendeckte Trend zur Tracht. Es geht hier aber nicht darum, Neues zu verweigern, sondern eher Altes nicht zu vergessen. Somit wollten wir ein Fest für jedermann und jederfrau verwirklichen. Nach vier Jahren Wiener Wiesn-Fest sind wir sehr froh, wie sich alles entwickelt hat und wie positiv unsere Gäste das Wiesn-Fest annehmen und dass so viele Gäste jeden Tag mit einem Lächeln nach Hause gehen.

Welche Argumente haben die Partnerfirmen und Bundesländer-Partner überzeugt?

Eindeutig unsere Vielfalt. Sowohl was Programm und Unterhaltung, aber auch die Gastronomie. Dadurch sprechen wir bewusst eine sehr breite Zielgruppe an: das Wiener Wiesn-Fest ist eine Veranstaltung, die Alt und Jung, Landbewohner und Stadt-Fans, Einheimische und Gäste von Außerhalb gleichermaßen anzieht.Diese Vielfalt spiegelte sich auch in den Bundesländer-Tagen und den Kronländer-Tagen wider. Neben der Präsentation aller österreichischen Bundesländer wurden Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien dieses Jahr geladen um ihren Brauchtum und ihre Volksmusik zu präsentieren.

Wie entwickelten bzw. warum änderten sich einzelne Programmpunkte, z.B. Jungstar-Award, Dirndlfliegen ?

Der Wiener Wiesn-Fest AWARD für Nachwuchskünstler der Volksmusik bzw. volkstümlichen Musik ist seit 2012 ein fixer Bestandteil bei uns und soll auch unsere ernsten Absichten, die heimische Musikszene zu unterstützen, zu fördern und ans "Tageslicht" zu bringen, bestätigen. Junge Musikerinnen & Musiker haben kaum eine Plattform, wenn sie eben nicht Pop, Rock oder Schlager spielen…. Und einer unserer Kernwerte, der auch in der Firmenphilosophie verankert ist, ist eben die "Volksmusik". Heuer war es die junge kreative Blasmusik und deren Nachwuchskünstler, denen wir eine Bühne geboten haben und wir freuen uns sehr, dass es auch würdige Finalisten und einen Gewinner gab. Dieser Programmpunkt ist ein fixer Bestandteil des Geschehens vor dem Wiesn-Fest und wird es auch jedes Jahr geben.

Mit dem Dirndlspringen haben wir sowohl 2012 und 2013 im Sommer schon viel Lust & Laune auf alte Traditionen & Brauchtum aus dem Land in die Stadt geholt. Um aber auch ein wenig Abwechslung ins Programm zu bringen, wird es ab nächsten Jahr einen weiteren neuen Höhepunkt im Vorfeld geben und so viel sei verraten, es geht um die Tracht!

Wie würden Sie "Volksmusik" bzw. "Brauchtum" definieren ?

Volksmusik ist für mich die "Ur-Musik", die einerseits unterhält aber auch ans Herz geht. Es geht hier nicht um eine bestimmte Stilrichtung, sondern vielmehr um Emotionen, Ausdruck. Oft auch ganz ohne Instrumente sondern nur gesungen oder gepascht... Volksmusik – so wie es der Name schon sagt – verbindet und bringt Menschen über Musik näher. Brauchtum definiert sich für mich an Traditionen und Ursprünglichem – gerade die Vielfältigkeit macht so neugierig darauf und lässt es niemals als "langweilig" erscheinen! Es ist schön, seine Wurzeln zu kennen oder zu erkunden und während dem Jahr Bräuche zu pflegen und trotzdem mit modernen Einflüssen in Einklang zu bringen, dafür steht auch das Wiener Wiesn-Fest.

Rückblick
2011, schon im ersten Jahr, übernahm der Wiener Bürgermeister den Ehrenschutz. An elf Tagen gab es 99 Konzerte (auch Schlager, Party- und Schunkelmusik)und 150.000 Gäste.
2012 waren das Dirndlfliegen und die Miss-Wiesn-Wahl Attraktionen. Dazu kamen der Wiener Wiesn-Fest-Award, als "erstes Casting für Jungstars der Volksmusik" und Programme für Kinder.
2013 war der "Winzerstadl" für Weinfreunde neu.
2014 kamen 250.000 Gäste. Unter dem Motto "Goldenes Österreich" präsentierten alle neun Bundesländer - sowie einige ehemalige Kronländer - Folklore, kulinarische Köstlichkeiten und regionale Musik. Der Umsatz lag bei 6,5 Mio. €.

Bild 'Wiesn PK'
Bild 'FF1'
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Bild 'FF3'
Bild 'AF Samson'

Fotos: Doris Wolf, 2014


Quellen:
Homepage
2015
Radio Wien