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Exner, Franz#

* 24. 3. 1849, Wien

† 15. 11. 1926, Wien


Physiker


Franz Exner. Foto, um 1920., © Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU
Franz Exner. Foto, um 1920.
© Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU
Exner Franz Uni Arkaden
Franz Exner
Relief von Michael Powolny
Universität Wien
Arkadenhof
© Rainer Lenius

Franz Serafin wurde am 24. März 1849 in Wien als Sohn des Franz Serafin Exner geboren, der von 1831 bis 1848 Professor für Philosophie in Prag war und der ab 1848 als Ministerialrat durch seinen "Entwurf der Grundzüge des öffentlichen Unterrichtswesens in Österreich", die österreichische Bildungspolitik bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein beeinflusste.

Ab 1867 studierte er an der Universität Wien Physik, wo er nach einem Studienjahr in Zürich im Jahre 1871 zum Doktor der Philosophie promovierte. Ein Jahr später nahm er seine Tätigkeit an der neu gegründeten Universität in Straßburg auf. Nach Wien zurückgekehrt habilitierte er sich 1874 mit einer Arbeit "Über die Diffusion durch Flüssigkeitslamellen".

1879 wurde er zum Extraordinarius ernannt und trat 1891 die Nachfolge Josef Loschmidts am Chemisch-Physikalischen Institut an. 1907 erklomm er die höchste Stufe der akademischen Würden und wurde Rector Magnificus der Wiener Universität. Neben seiner wissenschaftlichen Forschungsarbeit auf dem Gebiet der atmosphärischen Elektrizität war er auch für die Planung und Errichtung des Instituts für Radiumforschung verantwortlich und wurde 1910 Vorstand dieses Instituts.


In seinem Werk zeichnete sich Exner vor allem durch seine Leistungen auf den Gebieten der Elektrochemie, der Luftelektrizität, der Spektralanalyse und der Farbenlehre aus. Er beschränkte sich dabei nicht ausschließlich auf die rein physikalische Seite der beschriebenen Phänomene, sondern beschäftigte sich auch mit deren unterschiedlicher Wahrnehmung, beispielsweise in seinem Werk über "Die physikalischen Grundlagen der Blütenfärbungen" (1910).

Er war ein vielseitiger Physiker mit weisem Vorausblick, ein Pionier auf praktisch allen Gebieten der modernen Physik. Vor allem ist es ihm zu danken, dass man sich in Österreich bereits sehr früh mit den Themen Radioaktivität, Spektroskopie und der Elektrizität in der Atmosphäre beschäftigte. Exner gilt als der Begründer der modernen luftelektrischen Forschung.

Am 15. November 1926 verstarb Franz Serafin Exner in Wien. Er ist auf dem Sieveringer Friedhof (Gr.2/13/84) bestattet, am ehemaligen Physikalischen Institut, Wien 9, Türkenstr. 3 ist er in einer Gedenktafel verewigt, und im Arkadenhf der Uni Wien befindet sich ein Relief von Michael Powolny

Werke (Auswahl)#

  • Härtemessungen an Kristallen, 1872
  • Vorlesungen über Elektrizität, 1888
  • Die Spektren der Elemente bei normalem Druck, 3 Bände, 1911-12 (mit E. Haschek)

Weiterführendes#

Literatur#

  • Österreichisches Biographisches Lexikon

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl