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Gadolla, Josef, Ritter von #

* 14. 1. 1897, Graz

† 5. 4. 1945, Weimar (hingerichtet)


Grazer Offizier und Widerstandskämpfer


Josef Gadolla
Josef Ritter von Gadolla
© M. Oswald

Er ergriff der Familientraditon folgend den Soldatenberuf. Nach der Ausmusterung aus der technischen Militärakademie in Hainburg als Leutnant war er im Ersten Weltkrieg vor allem in Südtirol im Gebiet des Monte Grappa eingesetzt.

Anschließend diente er in der Grazer Volkswehr als Offizierssoldatenrat. Im Bundesheer der Ersten Reublik war er Offzier im Grazer Alpenjäger-Regiment 9. Als Mitte der 1930er Jahre die österreichischen Luftstreitkräfte durch Alexander Löhr neu aufgestellt wurden, übernahm er das Kommando über eine Fliegerwerft-Kompanie in Graz-Thalerhof.

1938 von der Wehrmacht übernommen, kam er 1943 in die thüringische Stadt Gotha, wo er am 1. Februar 1945 als "Kampfkommandant" vereidigt wurde. Als solcher versuchte er die amerikanischen Truppen von dem Beschluß des "Stadtverteidigungsrates", die Stadt kampflos zu übergeben, zu informieren.


Bei der zweiten Parlamentärsfahrt wurde er jedoch von Wehrmachtssoldaten am 3. April 1945 verhaftet und am 4. April "wegen versuchter Übergabe des festen Platzes Gotha an den Feind" zum Tode verurteilt und hingerichtet. Während das Verfahren gegen Gadolla durchgeführt wurde, marschierten infolge der gehissten weißen Fahnen amerikanische Truppen in Gotha, das durch Gadolla vor weiteren Zerstörungen durch Luftangriffe und Artilleriebeschuss bewahrt werden konnte, ein.

Am 5. April 2013 wurde in Graz ein Denkmal für Josef Gadolla eingeweiht. Die Benennung eines Grazers Platzes nach Gadolla ist ebenfalls geplant, womit dem militärischen Widerstand endlich die gebührende Würdigung zuteil wird. Es sollte aber auch das Bundesheer die Widerstandskämpfer wie Gadolla und Bernardis etwa durch Benennung eines Jahrgangsnamens der Militärakademie ehren.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • In Gotha wurde schon 1946 eine Straße nach Gadolla benannt, seit 2005 erinnert eine Gedenktafel im Gothaer Schloss, wo seinerzeit die weißen Fahnen gehisst waren, an ihn.
  • In Graz ist seit dem Jahr 2000 auf Betreiben des Grazer Menschenrechtspreisträgers 2009, Manfred Oswald, eine Strasse nach Gadolla benannt und seit 2002 erinnert aufgrund der Initiativen Oswalds ein Gedenkstein in der Kaserne am Flughafen Graz-Thalerhof an ihn.
  • Im März 1948 rehabilitiere die Republik Österreich ihren aufrechten Bürger Gadolla; am 5. April 2013, 68 Jahre nach seinem Opfertod, wurde in der Pfarrkirche Graz-Münzgraben, in Anwesenheit der Bürgermeister von Graz und Gotha, durch den päpstlichen Nuntius in Österreich eine Replik der Gothaer Gedenktafel gesegnet.

Literatur#

  • Raschke, Helga: Ein Grazer Offizier: "...damit Gotha leben kann, muss ich sterben". Josef Ritter von Gadolla und die letzten Kriegstage in Gotha. Gotha 2007

Weiterführendes#

Quellen#


Redaktion: Dr. Karl Anton Glaubauf