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Kolonovits, Christian#

* 25. 2. 1952, Rechnitz (Burgenland)


Komponist, Dirigent, Produzent, Arrangeur


Christian Kolonovits 2009
Christian Kolonovits 2009
© www.ossifant-foto.at

Christian Kolonovits wurde am 25. Februar 1952 als Sohn eines kroatischen Vaters und einer ungarischen Mutter im burgenländischen Rechnitz geboren.

Bereits mit fünf Jahren begann er Klavier zu lernen. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Wien studierte er Klavier, Cello und Komposition an der Wiener Musikhochschule Während des Studiums arbeitete er als Studiomusiker, Barpianist und spielte in diversen Bands.


Ab 1970 arbeitete er in der legendären Wiener Szene, wo er das Genre des frühen Austropop mitprägte, unter anderem am Klavier der Band Milestones. Spätestens mit dem Hit "Hollywood", 1974 geschrieben für Waterloo & Robinson, machte sich Christian Kolonovits einen Namen. Danach arbeitete er praktisch für alle Austropopper von Georg Danzer über Peter Cornelius, von Rainhard Fendrich über Ludwig Hirsch, von STS über EAV bis zu Franz Morak.


Mitte der 1970er übersiedelte er nach Deutschland, wo er sich in der Hitfabrik von Frank Farian engagierte, der u.a. Boney M. unter Vertrag hatte. Zugleich gründete Kolonovits seine Rockgruppe Einstein und produzierte sein Soloalbum "Life is just a carnival".


Nach zahlreichen Auslandsaufenthalten kehrte 1980 nach Wien zurück und wurde maßgeblicher Mitgestalter des Austropops und produzierte alle namhaften österreichischen Interpreten wie Wolfgang Ambros, Reinhard Fendrich, Ludwig Hirsch, Maria Bill und STS.

Internationale Stars schätzen seine Qualitäten als Arrangeur, Komponist und Musikproduzent wie Placido Domingo, José Carreras, Luciano Pavarotti, Kiri Te Kanawa, Elina Garanca, Sarah Brightman, Helmut Lotti, DJ Bobo, Michael Bolton, Boney M., José Feliciano, Patricia Kaas und die Scorpions.

Er schuf zahlreiche Kompositionen, u. a. für das Wiener Burgtheater, dirigierte am Wiener Raimundtheater und an der Volksoper Wien und komponierte Film- und TV-Musiken für Peter Patzak, Xaver Schwarzenberg, Peter Hajek, Peter Weck, Philipp Stölzl u.v.a. Insgesamt produzierte Christian Kolonovits 300 Musikprojekte und erhielt dafür 70 Gold und Platin Awards.

Nach der Gründung seines Labels "homebase-records" Ende der 1990er Jahre entstanden Produktionen wie "Ambros singt Moser", "Ambros singt Waits" und zuletzt "Ambros Symphonisch".


1977 und 1993 dirigierte Kolonovits das Orchester für den Österreichbeitrag beim Grand Prix Eurovision de la Chanson.
Ab den 1990er Jahren verlagerte Kolonovits seinen musikalischen Schwerpunkt auf Symphonische Musikproduktionen: es entstanden zahlreiche Projekte mit Symphonieorchestern (Wiener Symphoniker, Berliner Philharmoniker, Moscow State Symphonic, Radio Symphonie Orchester, Budapester Philharmonie, Hollywood Bowle Orchestra, Bruckner Orchester Linz u.a.), die internationale Anerkennung erlangten; u.a. schrieb er die Arrangements für die legendären Christmas in Vienna – Konzerte (Domingo/Carreras/Pavarotti). Die Crossover-Projekte mit den Wiener Symphonikern (V.S.O.P.) und den Berliner Philharmonikern (Moments of Glory, Berliner Philharmoniker / Scorpions) gelten als Meilenstein symphonischer Rock-Classic-Produktionen.

Auch für das Eröffnungskonzert der Weltausstellung in Hannover im Jahr 2000 wurde Kolonovits engagiert, bevor er 2003 die künstlerische Leitung der Linzer Klangwolke übernahm. Zuletzt fungierte er im November als künstlerischer Gesamtleiter der ORF-Gala "90 Jahre Burgenland".


2004 gründete er das Festival Vox Pannonica, für das er Musicals wie "Coming home" oder "Csaterberg" schrieb. Für die Vereinigten Bühnen Wien lieferte der Komponist das Musical "Die Habsburgischen", für die Volksoper das Kinderstück "Antonia und der Reißteufel". Darüber hinaus arbeitet Kolonovits auch weiterhin im Filmbereich und steuerte 2008 etwa zu Philipp Stölzls "Nordwand" den Soundtrack bei.


Nicht zuletzt ist Christian Kolonovits auch mit der englischen Kultband Tiger Lillies eng verbunden. So war er an deren Produktion von "The Little Match Girl" ebenso beteiligt wie an "Die Weberischen" oder "Woyzeck & Tiger Lillies", das im Vorjahr im Museumsquartier Uraufführung feierte.

Werke (Auswahl)#

Kompositionen f. Filme
  • SEI ZÄRTLICH, PINGUIN, 1982
  • M.O. MUSIC SHOW, 1982
  • TIGER-FRÜHLING IN WIEN, 1983
  • COCONUTS, 1985
  • SIBIRIEN, 1991
  • DIE SILBERNE ROSE - ICH BEGEHRE DICH, 1994
  • JENSEITS DER BRANDUNG, 1994
  • TAFELSPITZ, 1994
  • EINE TÖDLICHE LIEBE, 1995
  • SCHADE UM PAPA, 1995
  • DER SPRITZEN-KARLI, 1995
  • HOFRAT GEIGER, 1996
  • DIEBINNEN, 1996
  • SCHUTZENGEL AUF REISEN, 1997
  • GELIEBTE GEGNER, 1998
  • SOKO KITZBÜHEL, ab 2001 (Titelmusik zur TV-Serie)
  • DIE ZWEITE RUPUBLIK, 2005
  • NORDWAND, 2008
  • BOLLYWOOD LÄSST ALPEN GLÜHEN, 2011

Komposionen f. Musiktheater

  • DER WATZMANN RUFT, 1972
  • FÄUSTLING, 1973
  • DIE MONDFINSTERNIS, 1992
  • WAKE UP, 2002
  • KLANGWOLKE LINZ, 2003
  • COMING HOME, 2004
  • ROMEO UND JULIA, 2005
  • CSATERBERG, 2006
  • THE LITTLE MATCH GIRL, 2006
  • DIE WEBERISCHEN, 2006
  • DIE HABSBURGISCHEN, 2007
  • ANTONIA UND DER REIßTEUFEL, 2009
  • WOYZECK, 2011

Klassische Kompositionen

Unzählige Pop-Kompostionen
von

  • Der Apfelbaum (für die Milestones)
bis
  • Zwischen eins und vier (für R. Fendrich)

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl