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Sailer, Anton ("Toni")#

* 17. 11. 1935, Kitzbühel (Tirol)

† 24. 8. 2009, Innsbruck


Skirennläufer


Toni Sailer
Toni Sailer. Foto, 1957.
© Ch. Brandstätter Verlag, Wien

Toni Sailer wurde am 17. November 1935 als Sohn des Spenglermeisters Anton Sailer in Kitzbühel geboren.

Sein Vater war begeisterter Schifahrer, auch seine älteren Geschwister fuhren bereits Schirennen, und Toni bekam schon als Zweijähriger die ersten Schi.

Als Zehnjähriger nahm er an den ersten Rennen teil und hatte auch rasch Erfolg. Nach Erfolgen in der österreichischen Jugendklasse gewann er bereits mit 15 in der Nationalklasse.


Er errang in seiner einzigartigen Karriere zwischen 1946 und 1957 über 170 große Siege. Seine sportliche Laufbahn erreichte den Höhepunkt, als er 1956 bei den Olympischen Winterspielen 1956 in Cortina d’Ampezzo im Alter von 20 Jahren als erster Sportler der Geschichte alle 3 Disziplinen - Abfahrt, Slalom und Riesenslalom - und gewann. Gleichzeitig zählten diese olympischen Medaillen auch als Weltmeisterschaftsmedaillen und als Draufgabe gewann er auch die Goldmedaille in der nichtolympischen Kombination.


Er wurde damit zu einem Nationalhelden, erhielt beim Olympia-Empfang in der Wiener Hofburg von Bundespräsident Theodor Körner das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, wurde als Österreichs Sportler des Jahres ausgezeichnet und bekam zahlreiche Filmangebote. Er wurde zum Idol der Nachkriegszeit und mehrerer folgender Generationen von Skirennläufer.


1956 und 1958 (Weltmeisterschaft in Bad Gastein), wo er Gold in Abfahrt, Riesenslalom und Kombination sowie Silber im Slalom gewann, errang er insgesamt sieben Weltmeistertitel und zählt damit zu den erfolgreichsten Skirennläufern aller Zeiten.


Bereits 1957 hatte er im Film "Ein Stück vom Himmel" mitgewirkt (nachdem es in diesem Film nicht um den Skisport ging, gab es keine Verletzung des Amateursstatus der FIS und so konnte Toni an den Ski-Weltmeisterschaften in Bad Gastein ungehindert teilnehmen), sein zweiter Film "Der schwarze Blitz" beendete seine Skikarriere am grünen Tisch. Nach endlosen Diskussionen mit der FIS zog er 1959 selbst die Konsequenzen und erklärte offiziell seinen Rücktritt vom alpinen Skirennsport.


Bis 1975 wirkte er in 25 Filmen mit und besang 18 Schallplatten.

Von 1972 bis 1976 war Toni Sailer Cheftrainer und technischer Direktor des Österreichischen Schiverbandes.

1976 heiratete er in Vancouver die Deutsche Gaby Rummeny, mit der er den gemeinsamen Sohn Florian hatte, zog sich aus dem Filmgeschäft zurück und kehrte heim nach Kitzbühel.

Hier war er lange Jahre der Rennleiter des traditionellen Hahnenkammrennens, Leiter einer Kinderschischule und war als vielseitiger Funktionär für die Stadt Kitzbühel tätig.

2006 heiratete der inzwischen verwitwete Toni Sailer seine zweite Frau Hedwig Fischer.

Der dreifache Olympiasieger und siebenfache Weltmeister aus Kitzbühel, der einer der herausragendsten Sportler Österreichs war, verstarb am 24. August 2009 nach langer schwerer Krankheit.

Auszeichnungen (Auswahl)#

  • Großes Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich, 1956
  • Olympischer Orden, 1985
  • Sportler des Jahres, 1956,1957. 1958
  • Sportler des Jahrhunderts in Österreich, 1999
  • Ehrenbürger der Stadt Kitzbühel

Werke (Auswahl)#

Publikationen:

  • Mein Weg zum 3-fachen Olympiasieger, 1956
  • Skischule - Skiunterricht, 1961
  • Junior Skischool, 1986

Filme

  • Ein Stück vom Himmerl, 1957
  • Der schwarze Blitz, 1958
  • Tausend Sterne leuchten, 1959
  • 12 Mädchen und 1 Mann, 1959
  • Der König der silbernen Berge, 1960
  • Kauf dir einen bunten Luftballon, 1961
  • Ein Stern fällt vom Himmel,1961
  • Auf Wiedersehen am blauen Meer, 1962
  • Sein bester Freund, 1962
  • Das Blaue vom Himmel, 1964
  • Samson und der Schatz der Inkas, 1964
  • Das große Glück, 1967
  • Ski Fever, 1969
  • Luftsprünge, 1969
  • Verliebte Ferien in Tirol, 1971
  • Tante Trude aus Buxtehude, 1971
  • Traumbus, 1982
  • Die Leute von St. Benedikt, 1992
  • Da wo die Berge sind, 2000
  • Da wo die Liebe wohnt, 2002

Weiterführendes#

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl