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Schliefsteiner, Herbert#

* 28. 1. 1925, Neuberg an der Mürz

† 2. 3. 2009, Neuberg an der Mürz


Naturkundlicher Maler und Zeichner und früheres Mitglied des Editorial Boards des Austria-Forums


Herbert Schliefsteiner
Herbert Schliefsteiner

Herbert Schliefsteiner hat sich in seinem gesamten künstlerischen Schaffen der Natur verpflichtet und ist diesem Prinzip von Anbeginn an treu geblieben.

Schon in jungen Jahren zeigte er großes Interesse an der Tier- und Pflanzenwelt und wandte sich der Malerei zu. Er besuchte die Kunstgewerbeschule in Graz, entschied sich jedoch nach kurzer Zeit aus ökonomischen Gründen für den Bankberuf.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit im Bankwesen beschäftigte er sich weiterhin mit seinem Hobby, der Landschafts-, Tier- und Pflanzenmalerei. Seine Bilder sind in ihrer Präzision und Detailtreue unerreicht und fanden Aufnahme in zahlreichen Lehrbüchern.
Darüber hinaus begann er mit dem Aufbau einer umfangreichen naturgeschichtlichen Privatsammlung.


Reisen in verschiedene europäische Naturschutzgebiete und nach Afrika gaben ihm die Möglichkeit, Skizzen nach der Natur anzufertigen. Seine Auseinandersetzung mit der Natur blieb jedoch nicht nur auf Zeichnung und Malerei beschränkt, so gestaltete er u.a. die Schauräume der zoologischen Abteilung im Stadtmuseum Leoben.


Stift Neuberg/Mürz
Stift Neuberg/Mürz

1984 wurde er zum Konsulenten für das Landesmuseum Joanneum in Graz ernannt.
Er illustrierte mehrere Naturkunde-Lehrbücher für Schulen und den Naturschutzbund, 1981 erschien nach mehrjähriger intensiver Arbeit mit dem Zoologen und Botaniker Prof. Dr. Höpflinger der "Naturführer Österreich". Dieses umfangreiche Bestimmungswerk erfasst mit ca. 2.000 Illustrationen die Pflanzen- und Tierwelt der Alpenregion und des westpannonischen Raumes.

Die Arbeiten von Herbert Schliefsteiner wurden durch mehrere Ausstellungen auch über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt.


Einige Bilder aus dem Naturmuseum in Neuberg, © Naturmuseum in Neuberg
Einige Bilder aus dem Naturmuseum in Neuberg
© Naturmuseum in Neuberg

1991 wurde das Naturmuseum im ehemaligen Stift Neuberg eröffnet - eine der größten naturgeschichtlichen Privatsammlungen, die zahlreiche Tierpräparate aus aller Welt, eine Schmetterlings- und Käfersammlung, sowie einen Großteil seiner Bilder zeigt. Jedes Präparat wurde von ihm in seiner typischen Haltung, in sein der Natur nachempfundenes Umfeld gestellt.
An der Erweiterung der Sammlung hat Professor Schliefsteiner bis zuletzt ständig gearbeitet. Es gelang ihm auch, einen modernen an das Münster angebauten Neubau für das Museum errichten zu lassen.

Sein Buch Tier- und Pflanzenaquarelle enthält einen Auszug aus seinem Schaffen in den letzten 10 Jahren.
Die Aquarelle sind auf Basis von Naturstudien der österreichischen Tier- und Pflanzenwelt und aufgrund von Skizzen seiner Afrika-Reisen entstanden.


Bereits 1970 wurde er mit dem Erzherzog Johann Forschungspreis des Landes Steiermark ausgezeichnet, 1992 wurde er Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Neuberg an der Mürz. 1996 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark und ein Jahr später wurde ihm der Berufstitel Professor verliehen. Bereits 1970 wurde er mit dem Erzherzog Johann Forschungspreis des Landes Steiermark ausgezeichnet. Professor Schliefsteiner arbeitete 2007-2009 aktiv am Austria-Forum mit. Viele der Bilder in den Wissenssammlungen Flora und Fauna stammen von ihm.
Er verstarb unerwartet zur großen Bestürzung aller Freunde und des Austria-Forums im März 2009.

Sein Werk, das Naturmuseum Neuberg an der Mürz wird von seiner Familie und den (oft ehrenamtlich tätigen) Mitarbeitern liebevoll fortgeführt.


Prof. Herbert Schliefsteiner rückte mit seinem Schaffen eine Welt in unser Blickfeld, die heute immer mehr in Bedrängnis gerät und die wir in Zukunft vielleicht nur mehr aus Bildern kennen werden.

Quellen#




Redaktion: H. Maurer, I. Schinnerl