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Torberg, Friedrich - Biographien

Torberg, Friedrich #

eigentlich Friedrich Kantor


* 16. 9. 1908, Wien

† 10. 11. 1979, Wien

Schriftsteller, Journalist, Herausgeber


Friedrich Torberg
Friedrich Torberg. Foto
© Ch. Brandstätter Verlag, Wien, für AEIOU

Friedrich Torberg wurde als Friedrich Ephraim Kantor am 16. September 1908 in Wien geboren (Berg war der Mädchenname seiner Mutter).


Es war eine deutsch-jüdische Prager Familie, die nach Wien gezogen war. Friedrich verbrachte seine Kindheit und einen Teil seiner Schulzeit in Wien und trat der Wasserballsektion des jüdischen Sportvereins SC Hakoah Wien bei. 1921 übersiedelte die Familie wieder nach Prag. Bereits jetzt veröffentlichte er Gedichte. Dort erhielt er 1924 die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft, 1928 begann er am "Prager Tagblatt" journalistisch zu arbeiten.


In der Zwischenkriegszeit pendelte er als "Weltbürger ohne Heimat", wie er sich selbst gerne bezeichnete, zwischen Wien und Prag, wobei die Kaffeehauskultur seine schriftstellerische Vielseitigkeit als Romancier, Kritiker, Polemiker, Parodist, Lyriker und später auch Zeitungsherausgeber entscheidend mitprägte. Torberg erlebte bereits mit 22 Jahren seinen literarischen Durchbruch mit dem Roman "Der Schüler Gerber hat absolviert".


Bis 1938 lebte er als Publizist, Theaterkritiker und Vortragender in Prag und Wien. 1933 wurde er in Deutschland mit Publikationsverbot belegt. 1938 flüchtete er über die Schweiz nach Frankreich, wo er sich 1939 zur tschechischen Exilarmee meldete.


1940 flüchtete der Schriftsteller in die USA, wo er zunächst in Hollywood als Drehbuchautor arbeitete und lebte; von 1944 bis 1951 wohnte er in New York.

Er publizierte in Exilzeitschriften und war Berater des Bermann-Fischer-Verlags. 1942 schrieb Torberg das Gedicht "Sehnsucht nach Alt-Aussee."


1951 kehrte er nach Österreich zurück. Bis zur Mitte des Jahres 1953 arbeitete er für den Wiener Kurier und den Sender Rot-Weiß-Rot. 1954 wurde die Monatszeitschrift FORVM, von ihm als "kulturpolitische Kampfschrift" bezeichnet, gegründet, deren antikommunistische Linie er viele Jahre hindurch bis 1964 als Herausgeber bestimmte.


In den frühen 1970er Jahren waren ihm mit "Süßkind von Trimberg" und "Die Tante Jolesch" nochmals große literarische Erfolge beschieden. Wenige Wochen vor seinem Tod wurde ihm im September 1979 der Große Österreichische Staatspreis verliehen.


Friedrich Torberg starb am 10. November 1979 in Wien.


Torbergs Bekanntheit gründete auf dem Roman "Der Schüler Gerber hat absolviert" (1930, 1954 unter dem Titel "Der Schüler Gerber"), in dem er das Psychogramm eines Gymnasiasten bis zu dessen Selbstmord entwirft.


In den beiden Erzählbänden um die "Tante Jolesch" ("Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten", 1975; "Die Erben der Tante Jolesch", 1978) erinnerte er sich pointenreich-satirisch an die versunkene Welt des jüdischen Bürgertums der Zwischenkriegszeit, was ihm auch außerhalb Österreichs große Erfolge brachte.


Seine Feuilletons, Kritiken, Glossen und Parodien standen sprachlich-stilistisch in der Tradition von Karl Kraus. Als Theaterkritiker trug Torberg maßgeblich zur - antistalinistisch begründeten - Ablehnung der Stücke Bert Brechts durch die österreichischen Bühnen der Nachkriegszeit bei.


Wichtig wurde Torberg außerdem als Herausgeber der Werke von Fritz von Herzmanovsky-Orlando sowie derer von Peter Hammerschlag und als Übersetzer der Bücher Ephraim Kishons aus dem Englischen.


--> Friedrich Torberg zur Literaturszene in Österreich (Video-Album)
--> Historische Bilder zu Friedrich Torberg (IMAGNO)


Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl):

  • Preis der Stadt Wien für Publizistik, 1964
  • Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, 1968
  • Goldenen Ehrenmedaille der Stadt Wien, 1973
  • Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft, 1976
  • Großer österreichischer Staatspreis für Literatur, 1979


Werke (Auswahl):

Romane und Erzählungen:

  • Die Mannschaft (1935)
  • Abschied (1937)
  • Mein ist die Rache (1943)
  • Hier bin ich, mein Vater (1948)
  • Die zweite Begegnung (1950)
  • Golems Wiederkehr und andere Erzählungen (1968)
  • Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten (1975)
  • Die Erben der Tante Jolesch (1978)
  • Auch das war Wien (herausgegeben 1984)
  • Der letzte Ritt des Jockeys Matteo (herausgegeben 1985)

Lyrik:

  • Lebenslied (1958)

Briefe:

  • In diesem Sinne. Briefe an Freunde und Zeitgenossen (herausgegeben 1981)
  • Liebste Freundin und Alma. Briefwechsel mit Alma Mahler-Werfel (herausgegeben 1987)
  • Eine tolle, tolle Zeit. Briefe und Dokumente aus den Jahren der Flucht 1938-1941 (herausgegeben 1989)

Essays, Kritiken:

  • Sebstgericht in der Literatur: Versuche von Grillparzer bis Kraus. In: Spectrum Austriae, 1957
  • Das fünfte Rad am Thespiskarren. Theaterkritiken, 2 Bände (1966-67)
  • Apropos. Nachgelassenes, Kritisches, Bleibendes (herausgegeben 1982)
  • Auch Nichtraucher müssen sterben. Essays, Feuilletons, Notizen, Glossen (herausgegeben 1985)
  • Voreingenommen, wie ich bin. Von Dichtern, Denkern und Autoren (herausgegeben 1991)


Literatur:

  • F. Tichy, F. Torberg. Ein Leben aus der Welt von einst, 1990
  • F. Tichy, F. Torberg. Ein Leben in Widersprüchen, 1995
  • Neue Österreichische Biographie

Leseproben

#

Gedichte von Friedrich Torberg

Sehnsucht nach Altaussee (geschrieben in der Emigration in Kalifornien 1942)

Wieder ist es Sommer worden,
dritter, vierter Sommer schon.
Ist es Süden, ist es Norden,
wo ich von der Heimat wohn?

Kam ich auf der wirren Reise
nicht dem Ursprung wieder nah?
Dreht die Welt sich noch im Kreise -
ist es Sommer, dort wie da?

Gelten noch die alten Strecken?
Streben Gipfel noch zur Höh'?
Liegt im bergumhegten Becken
noch der Altausseer See?

Bot sich einst dem Blick entgegen -
spiegelschwarz und wunderbar.
Himmel war nach manchem Regen
bis zum Dachsteingletscher klar!

Kulm und Kuppe: noch die kleinern
hielten Wache rings im Land.
Aufwärts ragten grün und steinern
Moosberg, Loser, Trisselwand.

Ins Plateau zu hohem Rahmen
wölbte sich die Pötschen schlank,
und es wuchsen die Zyklamen
nur auf ihrem drübern Hang.

Ach, wie war ich aller Richtung,
sommerlich vertrautes Kind!
Ach, wie war mir Wald und Lichtung,
Bach und Mulde wohlgesinnt!

Treibt's mich heut' zum See, zur Klause?
Treibt's mich auf die Blaa Alm hin?
Wird's beim Fischer eine Jause,
wird's ein Gang zur Wasnerin?

Wo die Triften sanft sich neigten
vom Geröll zum Flurgeheg -
ach, wo ist's dass sich verzweigten
Hofmannsthal- und Schnitzlerweg?

Ach, wo hat's mich hingetrieben!
Pötschen weiß ich und Plateau.
Aber welcher Hang ist drüben?
Aber die Zyklamen- wo?


Auf den Tod eines Fußballspielers

Er war ein Kind aus Favoriten
und hieß Matthias Sindelar.
Er stand auf grünem Platz inmitten,
weil er ein Mittelstürmer war.

Er spielte Fußball, und er wußte
vom Leben außerdem nicht viel.
Er lebte, weil er leben mußte
vom Fußballspiel fürs Fußballspiel.

Er spielte Fußball wie kein zweiter,
er stak voll Witz und Phantasie.
Er spielte lässig, leicht und heiter,
er spielte stets, er kämpfte nie.

Er warf den blonden Schopf zur Seite,
ließ seinen Herrgott gütig sein,
und stürmte durch die grüne Weite
und manchmal bis ins Tor hinein.

Es jubelte die Hohe Warte,
der Prater und das Stadion,
wenn er den Gegner lächelnd narrte
und zog ihm flinken Laufs davon.

Bis eines Tages ein andrer Gegner
ihm jählings in die Quere trat,
ein fremd und furchtbar überlegener,
vor dem's nicht Regel gab noch Rat.

Von einem einzigen harten Tritte
fand sich der Spieler Sindelar
verstoßen aus des Planes Mitte
weil das die neue Ordnung war.

Ein Weilchen stand er noch daneben,
bevor er abging und nachhaus.
Im Fußballspiel, ganz wie im Leben,
war's mit der Wiener Schule aus.

Er war gewohnt zu kombinieren,
und kombinierte manchen Tag.
Sein Überblick ließ ihn erspüren,
daß seine Chance im Gashahn lag.

Das Tor, durch das er dann geschritten,
lag stumm und dunkel ganz und gar.
Er war ein Kind aus Favoriten
und hieß Matthias Sindelar.

(Matthias Sindelar war eine Fußball-Legende. Der Mittelstürmer der Wiener Austria mit dem Spitznamen "der Papierene" war Kapitän des legendären 'Wunderteams'.)


Mit freundlicher Genehmigung des Verlages entnommen aus: Friedrich Torberg, Lebenslied, Gedichte, 1958 (c) Gesamtwerk by LangenMüller Verlag in der F.A. Herbig Verlagsbuchhhandlung GmbH, München www.Herbig.net

Essay#

Ein Mann der Polemik#

Vor 100 Jahren wurde Friedrich Torberg geboren. Daniela Strigl über den Erzähler, Lyriker, Theaterkritiker, Feuilletonisten, Parodisten, Übersetzer und Wasserballer.#


Von der der Wochenzeitschrift Die Furche freundlicherweise zur Verfügung gestellt. (Donnerstag, 11. September 2008)

von

Daniela Strigl


Friedrich Torberg
Friedrich Torberg
© Die Furche

Unter den vielseitigen Schriftstellern seiner Zeit war er vielleicht einer der begabtesten, sicherlich aber unter allen begabten der vielseitigste.“ Prägnanter als der Biograph David Axmann kann man es nicht sagen. Kritischer gewiss. „Die ‚Gefahren der Vielseitigkeit‘“ heißt die Torberg-Ausstellung im Jüdischen Museum Wien mit überraschend hoch erhobenem Zeigefinger, legitimiert freilich durch eine Aussage des Autors – in einem Nachruf auf sich selbst – über die „immanenten Gefahren seiner Vielseitigkeit“, die ihm bald nach der „blaugrau karierten Berufung zum Dichter“ (in ein blaugrau kariertes Heft hatte der Siebenjährige seine ersten Gedichte notiert) bewusst geworden seien: „Hier liegt der Zwie-, genauer der Fünfspalt, der sich so tragisch durch Torbergs Leben zieht. Sind es doch mindestens fünf Gebiete literarischer Betätigung, auf denen Torberg hervorgetreten ist, und wenngleich sein Hervortreten auf keinem dieser Gebiete unbemerkt blieb: bis ganz nach vorne hat es ihn nie geführt, in eine erste Reihe, ist er dort, wo es ihm wirklich darauf ankam, nie gelangt.“

Mehr als fünf Gebiete#

Dabei sind Torbergs Leistungen als Erzähler durchaus anerkannt, man denke an den ungeheuer erfolgreichen Romanerstling „Der Schüler Gerber hat absolviert“ (1930), an den Wasserballerroman „Die Mannschaft (1935) und an „Die Tante Jolesch“ (1975). Einige seiner Gedichte, wie „Sehnsucht nach Altaussee“ oder „Auf den Tod eines Fußballers“ (nämlich Matthias Sindelar), sind Lyriklesern noch heute präsent. Als Theaterkritiker, als Feuilletonist und nicht zuletzt als Parodist war Torberg von atemberaubender Brillanz und wohl wirklich in der „ersten Reihe“ angelangt. Sein Witz bürgt für zeitloses Lesevergnügen und doch sind Torbergs diesbezügliche Meriten heute verblasst. Aber es waren ja mehr als fünf Gebiete: Torberg hat als Übersetzer geglänzt – als solcher verhalf er Ephraim Kishon zu seinem deutschen Publikum. Er hat die Werke Fritz von Herzmanovsky-Orlandos und Peter Hammerschlags bearbeitet – verbessert, wie er meinte, malträtiert, wie die Germanistik befand. Jedenfalls half Torbergs kreative Herausgeberschaft, den literarhistorischen Ruf der mit ihm befreundeten Autoren überhaupt erst zu begründen. Sodann war er ein hingebungsvoller und begnadeter Briefschreiber – die gewaltigen Bestände im Nachlass der zur „Wienbibliothek“ verkürzten Wiener Stadt- und Landesbibliothek zeugen davon; soeben ist ein sehr vergnüglicher und ansehnlicher Band der Korrespondenz mit Marlene Dietrich herausgekommen, mit der der atemlose Schürzenjäger Torberg ausnahmsweise eine platonische Freundschaft pflegte.

Gegen Totalitarismen#

Ja, und schließlich war Friedrich Torberg ein Mann der Polemik, der ihr Opfer einkreisenden, sämtliche seiner Achillesfersen ins Visier nehmenden und es mit Argumentationssalven genüsslich zur Strecke bringenden verbalen Erledigung. Als eine Art Gottseibeiuns des Kulturkampfes im Kalten Krieg ist er vor allem Jüngeren eher gegenwärtig als durch sein OEuvre: Wie ein ewiger Taubendreck der Literaturgeschichte klebt an seinem Namen der sogenannte Brecht-Boykott, der an den maßgeblichen österreichischen Bühnen von 1953 an fünf Jahre dauerte und sich der gemeinsamen abendländischen Anstrengung der Theaterkritiker Friedrich Torberg und Hans Weigel verdankte. Torbergs Versuch, zwischen dem Dichter und dessen politischer Instrumentalisierung zu unterscheiden – „ich bin nicht ‚gegen Brecht‘. Ich bin gegen die Brechtokokken“ –, fruchtete wenig. David Axmann erklärt diesen Akt der Privatzensur mit des Sozialdemokraten früh entwickelter Abscheu gegen Totalitarismen linker wie rechter Natur und der dazumal durchaus realen Bedrohung des Kommunismus. Gegen die brachte Torberg seine Zeitschrift „FORVM“ in Stellung, die der „Kongreß für kulturelle Freiheit“ finanzierte (der wiederum Mittel von der CIA erhielt). Dabei war der Herausgeber sogar seinen Vorgesetzten zu rabiat. Anlässlich der ersten Nummer schrieb der Parodist und Autor Robert Neumann („Die Kinder von Wien“) seinem alten Freund 1954: „Es ist eine ausgezeichnet gemachte Zeitschrift, aber [...] es ist keine abendfüllende Beschäftigung für einen erwachsenen Schriftsteller Ihrer grossen Begabung, aus kleinen Kommunisten Hackfleisch zu machen.“ Torberg nahm aber nicht nur deklarierte KPler wie den Schauspieler Karl Paryla aufs Korn, sondern auch linke Intellektuelle wie Hilde Spiel, wobei er jeweils – bei Paryla erfolgreich – an den Ästen von deren beruflicher Existenz sägte. Torbergs fröhlich hemmungslose Aggressivität verschattet sein Bild, sie hat ihm Feindschaften eingetragen, die bis zum heutigen Tage wirken. (Gegen Unterstellungen, er sei ein CIA-Spitzel, ging er gerichtlich vor und obsiegte.) Es ist das Verdienst der Biographie wie des von den Ausstellungsmachern Marcel Atze und Marcus G. Patka herausgegebenen Katalogs (in dem man dem Nachlassverwalter Axmann leider bloß die Lebenschronik zuwies), die Facette des Kalten Kriegers bloß als eine von vielen zu beleuchten. Die von David Axmann mit maßvoller Bewunderung und sanfter Ironie erzählte Lebensgeschichte findet in dem schön gestalteten Band eine illustrative Ergänzung: etwa über den Sportler Torberg, den Zionisten, den Kritiker der skandalösen österreichischen NS-Verbrecher-Prozesse. Hier hat sich die „Sekte der Germanisten, welche bekanntlich dem Glaubensgrundsatz huldigt, Literatur entstehe vor allem zum Zweck der Abfassung von Dissertationen“ (Torberg), von ihrer aufgeschlossenen Seite gezeigt.

Wasserballmeister#

Da wie dort werden des Autors weniger bekannte Romane „Auch das war Wien“ (über das Wien des Anschlusses) und „Hier bin ich, mein Vater“ (über einen jüdischen Nazi-Spion) vorgestellt sowie die hervorragenden Novellen „Mein ist die Rache“, in der der jüdische Held gegen seine ethischen Prinzipien einen KZ-Kommandanten erschießt, und „Der letzte Ritt des Jockeys Matteo“. Über Torbergs Spätwerk „Süßkind von Trimberg“ (1971), den Roman des jüdischen Minnesängers, urteilt Axmann nicht viel anders als der gestrenge Reich-Ranicki, nämlich so: „schlecht ist er nicht, jedenfalls nicht ganz schlecht, aber leider nicht gut genug, schon gar nicht für ein Lebenswerk. Kurzum, Torberg scheiterte an Stoff und Stil.“ Der gebürtige Wiener, dessen Mutter und ältere Schwester im Ghetto Lodz umgekommen waren, sah sich als „Jude und Österreicher“, in dieser Reihenfolge, dabei war er seit 1924 tschechoslowakischer Staatsbürger. In Prag, wo er 1927 zunächst nicht maturierte (er fiel wie sein Gerber in Mathematik durch), wurde er von Max Brod als Kabarett-Autor entdeckt und änderte, zwecks ernsteren Schreibens den Geburtsnamen Kantor in den Nom de guerre Torberg. Ein Jahr später verhalf er als zweifacher Torschütze seiner Mannschaft Hagibor-Prag zum Titelgewinn in der tschechoslowakischen Wasserballmeisterschaft. Der schönste Tag seines Lebens, wie er selbst noch viel später meinte, konkurriert nur mit jenem, an dem ihm innerhalb einer Viertelstunde Karl Kraus und Alfred Polgar das Wohlwollen des jeweils anderen hinterbrachten. Torbergs Emigration führte ihn über Zürich, Paris und Lissabon als einen von „Ten Outstanding Anti-Nazi Writers“ (neben Alfred Döblin, Heinrich Mann, Alfred Polgar und Franz Werfel) 1940 nach Hollywood, wo er, im Sold von Warner Brothers, nicht glücklich war. In New York lernte er nicht nur die ihn buchstäblich einkochende Marlene Dietrich kennen, sondern auch Marietta Bellak aus Wien, die Zukünftige, zukünftige Geschiedene und lebenslange Gefährtin.

Überhaupt konservativ#

Nach zehn Jahren Amerika kehrte Torberg versuchsweise nach Wien zurück und blieb – als „Jud vom Dienst“, wie er zu spotten beliebte. Als literarischer Reichsverweser des gewesenen Kakaniens blickte er vornehmlich zurück. 1948 schrieb er an Hermann Broch: „ich bin ‚formkonservativ‘, nicht nur mit ästhetischer Absicht und nicht nur aus ethischer Bemühung, sondern ich bin (...) überhaupt konservativ.“ An seinem Grab sprach Bruno Kreisky 1979: „Er war verwurzelt in der Welt von gestern, aber er hat ein großes Stück hinübergerettet in die Welt von heute, und er hat für uns ein Erbe verwaltet, das nicht vertan werden sollte.“

Die FURCHE,, 11. September 2008

Essay#

So vielseitig wie begabt#

Friedrich Torberg, vor hundert Jahren in Wien geboren, war ein konservativer Autor und streitbarer Publizist#


Von der Wiener Zeitung freundlicherweise zur Verfügung gestellt (Samstag, 16. September 2008)


von

David Axmann


Friedrich Torberg
Friedrich Torberg
© Wiener Zeitung

Friedrich Torberg, geboren am 16. September 1908 in Wien, vor den Nazis fliehend in die amerikanische Emigration gelangt, 1951 in seine Geburtsstadt zurückgekehrt, wo er 1979 starb, Friedrich Torberg war ein aus Österreich stammender jüdischer Schriftsteller; und zwar ein vielseitig begabter. Unter den vielseitigen Schriftstellern seiner Zeit war er vielleicht einer der begabtesten, sicherlich aber unter allen begabten der vielseitigste. Torberg schrieb Gedichte, Novellen, Romane, Parodien, Pamphlete, Polemiken, Theater- und Literaturkritiken, Feuilletons und Essays, Reise- und Sportberichte, Cabarettexte, Sprachglossen und politische Kommentare, Filmdrehbücher, Anekdotensammlungen; zudem leitete er zwölf Jahre lang die kulturpolitische Zeitschrift „FORVM“, bearbeitete und edierte das Werk von Herzmanovsky-Orlando, übersetzte die Satiren Ephraim Kishons ins Deutsche, gestaltete Rundfunk- und Fernsehsendungen, hielt Reden und Vorträge. All das umfasst aber erst die Hälfte seines literarischen Œuvres. Die andere besteht aus seiner umfangreichen Korrespondenz, „für die er“ (wie er sagte) „einen unverhältnismäßig großen Aufwand an Zeit und Sorgfalt bereithielt“. Als Briefschreiber nahm Torberg (wie er mit hintergründiger Offenheit einbekannte) „trotz aller Eitelkeit, die ihm zu eigen war und die er durch eine kokette Selbstironie zu tarnen suchte, niemals auf die Nachwelt Bedacht, immer nur auf den Partner“ . Torberg war weder ein Einzelgänger noch ein Elfenbeinturmbewohner, sondern kontaktfreudig, geradezu kommunikationssüchtig. Er suchte das Gespräch, die Debatte, den Diskurs. Er befand sich gern in Gemeinschaft, pflegte seine Freundschaften (seine Feindschaften übrigens auch), stand den erotischen Sensationen, die das weibliche Geschlecht ihm bot, aufgeschlossen gegenüber, und kostete die daraus entspringenden Erfüllungen oder Enttäuschungen weidlich aus. Apropos auskosten. Torberg aß für sein Leben gern, je besser, desto lieber. Auf seinem Grabstein wünschte er sich die Inschrift eingraviert: „Essen war seine Lieblingsspeise“. Die Politik hatte es Torberg ebenfalls angetan. Er nahm sie ernst. Und nahm Partei. Er hielt nichts von einer politikentrückten, nur in höheren Sphären schwebenden Lebenshaltung. Wer sich nicht um die Politik kümmert, sagte er, müsse ernsthaft damit rechnen, dass sie sich eines Tages um ihn kümmert. Diesen Grundsatz hielt Torberg jedem vor, dem alles Politische gleichgültig oder der (wie’s heute heißt) politikverdrossen war. Torbergs politische Gesinnung war eher links angesiedelt, genauer gesagt, im sozialistischen oder sozialdemokratischen Segment des linken Spektrums. Mit den Kommunisten wollte er nichts zu tun haben. Dennoch machten sie ihm genug zu schaffen. Und er ihnen. Die Kommunisten waren für ihn, gleich den Nationalsozialisten, Todfeinde der Demokratie. Und als solche behandelte er sie. „Ich halte nichts davon“, schrieb er einmal seinem Freund Robert Neumann, „die Nazi so zu bekämpfen, dass sich die Kommunisten darüber freuen (und vice versa). Man muss sich’s immer gleichzeitig mit beiden Spielarten der totalitären Pest verderben, sonst taugt die ganze Kämpfer-Attitüde nichts.“

Kämpfer-Attitüde#

Von dieser Kämpfer-Attitüde war Torbergs publizistisches Wirken geprägt. Das trug ihm unverbrüchliche, bis heute währende Gegnerschaften ein. Als Kalter Krieger und Kommunistenfresser abgestempelt, gilt er nicht wenigen Intellektuellen immer noch in erster Linie als reaktionärer Organisator des sogenannten Brecht-Boykotts. Tatsächlich ging es dem Demokraten Torberg in dieser Sache nicht einfach darum, Brecht-Aufführungen zu verhindern, sondern einer kommunistischen Propaganda entgegenzuwirken, die sich zu ihren Zwecken des wirksamen Brecht-Mittels bediente. Solche Agitation tolerierte der streitbare Schriftsteller ebensowenig wie Gleichgültigkeit ihr gegenüber; er verurteilte überhaupt Laxheit, Naivität oder Dummheit in politischen Existenzfragen, und empörte sich deshalb ingrimmig über jene Angehörigen des assimilierten jüdischen Bürgertums, die sich lange Zeit in der fatalen Sicherheit ihrer gesellschaftlichen Reputation wiegten und erst durch Hitler darauf gestoßen wurden, dass sie Juden waren. Torberg missbilligte es, wenn Juden sich nicht zu ihrer Herkunft bekannten. Man hat, forderte er, zu dem zu stehen, was man ist. Man könne, behauptete er, aus dem Judentum nicht austreten. „Ich hatte“, sagte Torberg, „niemals das geringste jüdische Minderwertigkeitsgefühl. Ich war völlig damit einverstanden, dass ich Jude bin.“ Seine frühesten, schon in der Mittelschulzeit erschienenen Publikationen beschäftigten sich mit jüdischen Themen; damals lernte er Süßkind von Trimberg kennen und fasste den Entschluss, über diesen jüdischen Liedermacher, den ersten Juden, der nachweislich auf deutsch gedichtet hat, einen Roman zu schreiben (bis zu dessen Vollendung allerdings noch fünfundvierzig Jahre vergehen sollten). Im jüdischen Themenfeld angesiedelt sind auch die Romane „Hier bin ich, mein Vater“ und „Auch das war Wien“, die Novellen „Mein ist die Rache“ und „Golems Wiederkehr“, Essays, Vorträge und Kritiken, Gedichte und sehr viele Briefe, und auch die Anekdotenbände der „Tante Jolesch“ und ihrer „Erben“, die dem Autor am Ende seines Lebens zu unverhoffter Popularität verhalfen. Kaum weniger wichtig als Torbergs jüdische Wesenskomponente war seine österreichische. Wien war ihm die schönste und liebste Stadt auf Erden, so wie er das Salzkammergut, insbesondere die Gegend um den Alt-Ausseersee, als die schönste und liebreichste aller Landschaften empfand. In zahlreichen Feuilletons und Aufsätzen entwarf er prägnante Ansichten von der farbenfrohen, bisweilen kunterbunten Wirklichkeit Österreichs und bot erhellende Einsichten in die bisweilen zwiespältige Gegenwart dieses kleinen Landes, welche ohne den Nachglanz ihrer größeren Vergangenheit nicht auskommt. „Ich bin“, sagte Torberg, „Jude und Österreicher. Ich sehe mich durchaus in der Fortsetzung (. . .) jener österreichisch-jüdischen Kultursymbiose, die auf der Welt kaum ihresgleichen hat.“ Diese Symbiose erschien Torberg später, als sie längst untergegangen war, nahezu als Goldenes Zeitalter – verglichen mit dem, was nachkam.

Immer zuviel auf einmal#

Geht aus dem Gesagten nicht klar hervor, dass Torberg ein konservativer Mensch war? Ja, das war er, vorausgesetzt, man versteht den Begriff „konservativ“ nicht pejorativ wie jene Fortschrittsapostel, welche alles Neue allein deshalb für edel, hilfreich und gut halten, weil es eben neu ist; alles Alte aus dem entgegengesetzten Grund aber für eklig, verderblich, schlecht. Torberg war dagegen, dass in blindem Weltverbesserungseifer das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde. Auf einer solcherart grundgelegten Lebensanschauung entfaltete sich Torbergs Sprachstil, seine unverwechselbare „Handschrift“. Sie besticht durch epische Leichtläufigkeit, deren harmonische Eleganz sich wohldurchdachtem Satzgefüge wie -gefälle verdankt, und deren prägnante Lebendigkeit häufig aus Bildern oder Gleichnissen erwächst. Torbergs außerordentlich gut entwickelter Assoziationsfreude entsprang die schöne Fertigkeit, die Wirklichkeit beim Wort zu nehmen, den Phrasen auf den Grund zu gehen, den Sinn des Daseins in der Welt der Sprache zu suchen. Von sprachmeisterlichen Vorbildern wie Alfred Polgar und Karl Kraus angeregt und beeinflusst, legte Torberg die Grundzüge seiner Prosa fest, in denen er die Weiten und Breiten, Höhen und Tiefen der Sprachlandschaft durchquerte. Er verfügte über erstklassiges polemisches Rüstzeug und zog, wenn er’s benötigte, volltönende pathetische Register. Er konnte, je nach Anlass, sentimental gestimmt sein oder satirisch, heiter oder düster. Gern zeigte er sich verspielt doch nie manieriert, meist witzig doch nie derb, oft ironisch doch nie plump. Ob Torbergs stilistische Treffsicherheit Ursache oder Folge seines Talents war, sich auf vielerlei literarischen Gebieten heimisch zu fühlen, oder ob Treffsicherheit und Talent von Anfang an parallel liefen, ist schwer zu entscheiden. Sicher aber ist, dass die beiden bereitwillig seiner nie bezwungenen (weil nie wirklich bezwungen sein wollender) Neigung entgegenkamen, dies und das und jenes auch noch zu tun. Kurzum, Torberg machte, wie er in seinem „Nachruf zu Lebzeiten“ resümierte, „immer zuviel auf einmal, und da ihm nichts davon überzeugend misslang, hörte er bis an sein Lebensende nicht auf damit“. Was also ist von Friedrich Torberg zu halten? Nun, er selbst hielt sich für einen „recht begabten Autor“, der „sich der Grenzen seines Talents bewusst war“, doch leider nicht einmal imstande, diese Grenzen auszufüllen. In die Kategorie der Unvergesslichen wollte er sich nicht einreihen, gestand sich also keinen Ehrenplatz im Club der toten Dichter zu. Darin ist ihm zumindest teilweise zu widersprechen. Mag sein Gesamtwerk auch nicht in die Erste Klasse der Literatur, wo die ganz Großen zu Hause sind, gehören, in der Zweiten Klasse sitzt Torberg gewiss ganz vorn, und in einigen Fächern, etwa in Polemik, Parodie, Theaterkritik und Korrespondenz, zählt er zweifellos zu den Vorzüglichsten. Als vielsagender Schlusspunkt einer grandiosen Kulturepoche steht er ziemlich allein in der Literaturgeschichte.

Wiener Zeitung, Samstag, 16. September 2008

Essay#

Die Gnade, unter Tränen zu lachen#

Nachruf auf einen „längst verstorbenen Dichter": Friedrich Torberg zum 100. Geburtstag.


VON PETER WEISER [1]


Als er 1951 aus der amerikanischen Emigration zurückkam, stellte er sich regelmäßig mit den Worten vor: „Friedrich Torberg, längst verstorbener Dichter".

Dabei war Torberg damals keineswegs vergessen. Sein Bestseller „Der Schüler Gerber hat absolviert" stand damals noch in vielen Privatbibliotheken und wurde von Gymnasiasten verschlungen, seine politischen Romane „Hier bin ich, mein Vater" und „Die zweite Begegnung" waren soeben erschienen - und große Erfolge. Die erste Strophe seines Gedichtes über den Tod des Fußballers Matthias Sindelar konnten die gebildeten Austria-Anhänger unter den Wiener Stadionbesuchern auswendig:

Er war ein Kind aus Favoriten
und hieß Matthias Sindelar.
Er stand auf grünem Plan inmitten,
weil er ein Mittelstürmer war.

Aber Torberg blieb dabei: Er war ein längst verstorbener Dichter. Halb Wiener, halb Prager und ganz und gar Jude, war ihm die Zeit nicht hold. 1908 in Wien geboren, war er ein Kind der Monarchie. Wien und Prag waren für ihn eigentlich bis zu seinem Tode 1979 Städte ein und desselben Landes, und die kulturelle Kraft, die geistige Lebendigkeit dieser beiden Städte war untrennbar mit dem gebildeten Judentum verwoben, das hier im 19. Jahrhundert heimisch geworden war.

Nach seinem Sensationserfolg mit dem „Schüler Gerber", den er als Achtzehnjähriger geschrieben hatte, war er ständig zwischen Wien, Prag und Leipzig unterwegs, als Sportreporter, Theaterkritiker und Feuilletonist. Er war tschechischer Staatsbürger, sowohl Mitglied des SC Hakoah Wien wie der tschechischen Meistermannschaft im Wasserball und schrieb, quasi nebenher, Gedichte und drei weitere Romane. Aber dann kam Adolf Hitler, und für Torberg war nicht nur die Jugend vorbei. Er konnte sich retten, gewiss. Über die Schweiz, Frankreich, Spanien und Portugal flüchtete er auf abenteuerliche Art und Weise nach Amerika. Und dort wurde er ohnmächtiger Zeuge des Untergangs von allem, was ihm teuer war: Die letzten Spuren der Monarchie, der Heimat seiner Kindheit, wurden getilgt. Österreich war ausgelöscht, die Tschechei zertrümmert, das Prager und das Wiener Judentum gleich ihm geflohen oder schon in Theresienstadt und Auschwitz. Sogar Matthias Sindelar war tot. Ihm, dem populärsten Fußballer, den Österreich je hatte und der einer „Neuordnung des Sportwesens im nationalsozialistischen Sinne" nicht entsprach, weil er mit einer jüdischen Frau zusammenlebte, widmete Torberg eines seiner letzten großen Gedichte. Es endet mit zwei Strophen, die, im schlichten Theodor-Kramer-Stil geschrieben, die Alltäglichkeit des damaligen Grauens umso stärker verdeutlichen:

Er war gewohnt, zu kombinieren,
und kombinierte manchen Tag.
Sein Überblick ließ ihn erspüren,
dass seine Chance im Gashahn lag.

Das Tor, durch das er dann geschritten,
lag stumm und dunkel ganz und gar.
Er war ein Kind aus Favoriten
und hieß Matthias Sindelar.

Drüben, in New York und Hollywood, war Torberg eigentlich verloren. Journalistische Gelegenheitsarbeiten hielten ihn notdürftig über Wasser, aber sein dichterisches und schriftstellerisches Talent blitzte nur hie und da auf. Sein gestalterischer Impetus, von der Welt zwischen Wien und Prag zu erzählen, war versiegt. Er hatte kein Publikum mehr. Und mit den beiden Städten seiner Jugend, die ihm geistige Heimat und schöpferische Kraftquelle waren, verband ihn nur noch unsägliches Heimweh. Als der Spuk des 1000-jährigen Reiches zu Ende war, ließ sich Torberg mit seiner Rückkehr Zeit. Wohin sollte er zurück? Nach Wien? Nach Prag? Wien war auf Emigranten, besonders wenn sie Intellektuelle waren, nicht sehr erpicht. Und in Prag, wo die Kommunisten das Heft in der Hand hatten, war die deutsche Sprache, Torbergs Muttersprache und Lebenselixier, inzwischen ausgerottet worden. Erst 1951 war er zur Rückkehr bereit, als er eine neue Lebensaufgabe gefunden hatte: den Kampf gegen den Kommunismus.

Torberg stürzte sich wie ein Löwe auf diese neue Aufgabe. Und kannte, wie ein Löwe, keine Schonung. Alles, was sowjetfreundlich war - die KPÖ, Altkommunisten, Salonkommunisten, Kryptokommunisten, Steigbügelhalter und Mitläufer -, wurde zum Objekt seiner gnadenlosen publizistischen Angriffe im „Kurier", im Sender „Rot-Weiß-Rot", in der „Süddeutschen Zeitung" und in der von ihm mit Hilfe des CIA gegründeten Zeitschrift FORVM. Aus dem Literaten war ein Polemiker, ja ein Politiker geschlüpft.

Und dieser Politiker Torberg hatte zeitweilig großen Erfolg. Er setzte in der Zeit des Kalten Krieges ein Verbot der Aufführungen der Theaterstücke von Bertolt Brecht durch; von ihm Verfemten war es unmöglich, im österreichischen Kulturleben Fuß zu fassen; nicht wenige Emigranten, die während des Krieges „Fellow Travellers" gewesen waren, kehrten seinetwegen nicht nach Österreich zurück. So hinterlässt dieser Lebensabschnitt Friedrich Torbergs einen bitteren Geschmack.

Sein politisches Engagement konnte jedoch sein angeborenes literarisches Talent auf die Dauer nicht unterdrücken. Zwar schrieb er keine Gedichte mehr - denn seine poetische Ader war versiegt, als Hitler seiner geistigen Heimat jegliche Poesie ausgetrieben hatte. Torberg versuchte sich jetzt auch als Romancier nicht mehr. Aber seine Sehnsucht nach der vergangenen, versunkenen Welt war durch seine Heimkehr nicht gestillt. 1942 hatte er seinem Heimweh beredten Ausdruck gegeben:

Wieder ist es Sommer worden,
dritter, vierter Sommer schon.
Ist es Süden, ist es Norden,
wo ich von der Heimat wohn?
Gelten noch die alten Strecken?
Streben Gipfel noch zur Höh?
Ruht im bergumhegten Becken
noch der Altausseer See?
Ins Plateau zu hohem Rahmen
wölbte sich die Pötschen schlank,
und es wuchsen die Zyklamen
nur auf ihrem drübern Hang.

Nach seinem Feldzug gegen den Kommunismus, der ihn enorm viel Kraft kostete, fand Torberg in seiner geliebten Jugendsommerfrische Altaussee wieder ganz zu sich selbst. Er hatte in den Fünfzigerjahren eine Ausgabe der Werke von Fritz von Herzmanovsky-Orlando besorgt, diesem skurrilsten Beschwörer von Österreichs habsburgischer Vergangenheit, und dabei sein Talent als Bearbeiter der Werke anderer entdeckt. Auch anderen blieb dieses Talent nicht verborgen und er wurde mit der deutschen Übersetzung der Werke Ephraim Kishons betraut, obwohl er weder Ungarisch konnte - die Sprache, in der sie geschrieben wurden - noch Hebräisch, in der sie erschienen. Als Vorlage diente ihm eine englische Übersetzung.

Aber Torberg übersetzte nicht nur, er bearbeitete Kishon, schärfte seine Dialoge, feilte an seinen Pointen und fügte in Kishons köstliche Geschichten eine dem Autor in Israel offenbar verloren gegangene Eigenschaft der mitteleuropäischen Juden hinzu: die Gabe, unter Tränen lachen zu können. Kein Wunder, dass sich Kishons Werke in Torbergs deutscher Übersetzung weit besser verkauften als in jeder anderen. Und Torberg kam endlich zu Geld und zu einem Haus im niederösterreichischen Breitenfurt, „wo die Luft irgendwie nach Altaussee schmeckt".

Wer irgendwann in diesen Jahren mit Friedrich Torberg zu tun hatte und ihn nach seinen Plänen fragte, bekam nach wie vor die Geschichte vom längst verstorbenen Dichter zu hören, allerdings mit dem Nachsatz: „Aber ich denk' über etwas nach!" Und das, worüber er nachdachte, war - ohne dass er es darauf angelegt hätte - ein geniales, unzerstörbares Porträt des mitteleuropäischen Judentums vor dem Zweiten Weltkrieg, zugleich ein letzter Abglanz der ehemaligen Märchenstädte Prag und Wien.

„Die Tante Jolesch oder der Untergang des Abendlandes in Anekdoten" heißt das Werk, über das Torberg damals nachgedacht hat. Ein Werk, in das Torberg alles hineinlegte, was ihn erfüllte - die Träume seiner Jugend; den Glanz - aber auch die teilweise Schäbigkeit - der Monarchie; die ungeheure geistige Beweglichkeit Prags, seiner uralten jüdischen Gemeinde und seines wundervolles Deutsch sprechenden Kerns; die Brillanz, aber auch Lethargie und den Humor der Wiener Kaffeehausjuden; die Todgeweihtheit einer Großmacht; die Schrecklichkeit der Schönheit ihres Sterbens ...

Das alles hat der längst verstorbene Dichter Friedrich Torberg in seinem Anekdotenbuch über die „Tante Jolesch" zum Ausdruck gebracht. Es ist ein Denkmal für das alte Österreich. Aber auch ein Denkmal für ihn selbst - wichtiger als seine Theaterkritiken und Polemiken, wichtiger als alle „Post Scripta" und Parodien. Nur poetisch ist es nicht, wie etwa die letzte Strophe seines Altaussee-Gedichtes zeigt:

Ach, wo hat's mich hingetrieben!
Pötschen weiß ich, und Plateau.
Aber welcher Hang ist drüben?
Aber die Zyklamen - wo?

Vielleicht hatte er, als er zurückkam, Recht, sich als längst verstorbener Dichter vorzustellen. Als die Poesie in ihm erstarb, war auch die Welt, in die er hineingeboren wurde, ganz und gar verschwunden.


[1] Peter Weiser wurde 1955 Chefdramaturg des ORF, war 1961 bis 1977 Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft und danach Chef der Energieverwertungsagentur. Publizist und Zeithistoriker.


Quelle:

  • Niederösterreichische Kulturzeitschrift morgen 4/08


Literatur:

  • David Axmann: Friedrich Torberg – Die Biographie. LangenMüller 2008.
  • Lisa Kishon und David Axmann (Hg.), Ephraim Kishon – Friedrich Torberg: Dear Pappi – My beloved Sargnagel, Briefe einer Freundschaft, 2008
  • Friedrich Torberg: Mein ist die Rache. Novelle. Hrsg. und mit einem Nachwort von Marcel Atze, dtv 13686, 2008.
  • Friedrich Torberg: Der Schüler Gerber. Hörbuch, gelesen von Gabriel Barylli, LangenMüller 2008.
  • Friedrich Torberg: Der letzte Ritt des Jockeys Matteo. Hörbuch, gelesen von Miguel Herz-Kestranek, LangenMüller 2008.
  • Marcel Atze (Hg.), Marlene Dietrich – Friedrich Torberg: Schreib. Nein, schreib nicht. Briefwechsel 1946 – 1979. H2008.
  • Marcel Atze und Marcus Patka (Hg.), Die Gefahren der Vielseitigkeit. Friedrich Torberg 1908 – 1979, 2008

Essay#

Ein geistvoller Advokat#

Dr. Hugo Sperber (1885-1938) war ein Zitatenlieferant für Friedrich Torberg und prägte das Rechtsdenken seiner Zeit - wir baten ihn zu einem fiktiven Gespräch mit Spitzenjuristen.#


Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Wiener Zeitung (Sa./So., 7./8. Dezember 2013)

Von

Robert Sedlaczek


Franz Elbogen, Egon Dietrichstein und Hugo Sperber (von links nach rechts), Wien, ca. 1912., © Hanni Forester
Franz Elbogen, Egon Dietrichstein und Hugo Sperber (von links nach rechts), Wien, ca. 1912.
© Hanni Forester

Der folgende Text ist eine Montage aus den Redebeiträgen einer öffentlichen Podiumsveranstaltung zu Hugo Sperber im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichts, sowie aus Auszügen aus dem Buch "Die Tante Jolesch und ihre Zeit."

Wiener Zeitung: Herr Dr. Hugo Sperber! Die meisten kennen Sie ja nur aus Friedrich Torbergs "Tante Jolesch". Dort lesen wir, dass Sie mit dem Slogan "Räuber, Mörder, Kindsverderber gehen nur zu Doktor Sperber" für ihre Kanzlei werben wollten.

Hugo Sperber (mit röhrender Stimme): Torberg? Wer ist das?

Er hat 1975 ein äußerst erfolgreiches Buch herausgebracht. Dort findet sich nicht nur Ihre Lebensgeschichte. Torberg zitiert Sie auch mit einigen Sprüchen, die inzwischen unter Juristen zur Legende geworden sind.

Sperber: Ach, ja. Ich habe häufig im Café Herrenhof Karten gespielt, zum Beispiel mit dem Journalisten Egon Dietrichstein und mit Franz Elbogen - seiner Familie gehörte ein Talkumbergwerk in der Steiermark. Bei unseren Kartenrunden hat immer wieder ein junger Mann gekiebitzt. Das wird er wohl gewesen sein. Ich glaube, er war rund zwanzig Jahre jünger als ich. Manchmal hat er mich auf dem Heimweg in die Landesgerichtsstraße 20 begleitet, dort habe ich gewohnt und dort war meine Kanzlei.

Ernst Schillhammer: Diesem jungen Mann ist es zu verdanken, dass Sie unsterblich geworden sind, lieber Herr Kollege. Viele Sprüche, die Sie geprägt haben, sind Allgemeingut geworden. Zum Beispiel "Hohes Gericht, mein Mandant verblödet mir unter der Hand!"

Sperber: Wahrscheinlich hängt das mit meiner volksbildnerischen Tätigkeit zusammen. Ich war seit 1918 Leiter der Sektion 2 des Bezirks Leopoldstadt und habe dieses Amt bis zur Auflösung der Sozialdemokratischen Partei im Jahr 1934 bekleidet. Ich habe nicht nur Vorträge über Rechtsfragen des täglichen Lebens gehalten, sondern auch über Heiteres aus dem Gerichtssaal . . .

. . . aha, das hat dann wahrscheinlich in Wien die Runde gemacht. Ihre Anekdoten haben sogar den Weg nach Amerika gefunden. In einer Ausgabe der "New York Post" im Mai 1948 konnte man über Sie lesen: "The Viennese criminal laywer Dr. Hugo Sperber once defended a man accused of stealing a chicken from Vienna’s Schrebergardens. Sperber’s summation to the jury, which won an acquittal, consisted of only three words. He shrugged his shoulders and said: Gentlemen, ONE chicken?"

Sperber(leicht verärgert): Bin ich eigentlich nur durch Anekdoten in Erinnerung geblieben? Erinnert sich niemand, dass ich 1934 einen dummen Burschen, der einen Anschlag auf die Donauuferbahn verübt hatte, vor dem Tod durch den Strang bewahren konnte? Dass ich "Die Lüge im Strafrecht" geschrieben habe?

Friedrich Forsthuber: Diese Broschüre galt lange Zeit als verschollen. Der Rechtsanwalt Dr. Peter Wrabetz hat sie erst vor kurzem aufgetrieben. Im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichts haben wir in einer Podiumsdiskussion über Ihre Kritik am Strafrecht diskutiert und uns mit der Frage befasst, was wir als erledigt betrachten können und was noch zu tun ist. Sie erinnern sich noch, was Sie 1927 veröffentlicht haben?

Sperber: Freilich. Ich habe mich beispielsweise für die Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt. Wie sieht es heute damit aus?

Gerhard Jarosch: Heute herrscht in Europa ein breiter Konsens, dass die Todesstrafe undenkbar ist - und nicht nur in Europa, sondern mittlerweile auch darüber hinaus.

Sperber: Außerdem habe ich die Institution der Zwangsarbeitsanstalt und den schweren verschärften Kerker kritisiert.

Forsthuber: Beides gibt es nicht mehr. Wahrscheinlich hätten Sie in den Zwanzigerjahren nicht im Traum daran gedacht, dass es einmal elektronische Fußfesseln geben wird.

Sperber: Was soll das sein?

Forsthuber: Der Verurteilte steht unter Hausarrest. Die elektronische Fußfessel ist ein Instrument zu seiner Überwachung.

Sperber (erstmals etwas leiser): Ein großer Fortschritt. Ob jemals ein Verurteilter durch eine Gefängnisstrafe gebessert wurde, sei ja dahingestellt. Aber zumindest sollte man versuchen, die Strafe so einzurichten, dass der Betroffene nicht in einer Weise psychisch beeinflusst wird, die jede Änderung zum Guten im Keim erstickt.

Beate Matschnig: Jene Themen, die Sie angerissen haben, beschäftigen uns auch heute noch. Was erwarten wir vom Strafrecht? Kaum passiert ein Verbrechen, heißt es schon: Ja, da werden wir jetzt einmal die Strafen erhöhen, und dann wird alles besser. Obwohl die Wissenschaft weiß, dass diejenigen, die lange im Gefängnis sitzen, am häufigsten zu Rückfallstätern werden.

Kehren wir zu Ihrer Tätigkeit für die Sozialdemokratische Partei zurück. Sie haben Politiker wie Dr. Arnold Eisler in juristischen Belangen beraten. Außerdem hätten Sie 1936 beinahe den jungen Bruno Kreisky verteidigt. Sperber: Wie heißt der Mann?

Bruno Kreisky. Er war später SPÖ-Vorsitzender und von 1970 bis 1983 Bundeskanzler.

Sperber: Das muss einer der Jungsozialisten gewesen sein, die 1936 im sogenannten Sozialistenprozess angeklagt waren. Die Parteiführung, die nach Brünn geflüchtet war, hat gemeint, dass mein gewohnter Verhandlungsstil in diesem Fall ungeeignet wäre. Die wollten einen politischen Schauprozess, der auch im Ausland wahrgenommen wird.

Kreisky erläutert in seinen Memoiren an Hand einer Anekdote, dass er nicht von Ihnen verteidigt werden wollte, weil Sie ihn vermutlich als bedeutungslosen Mitläufer hingestellt hätten. In der Anekdote geht es um einen Parteigenossen namens Pepi Cmejrek, der die inzwischen illegale "Arbeiterzeitung" täglich von Brünn nach Wien schmuggelte. "Diesem warf der Staatsanwalt düstere revolutionäre Gesinnung vor. Cmejrek wohnte in einer Souterrainwohnung, wo gewöhnlich die Hausmeister wohnten. Der Staatsanwalt hat meinen Mandanten zu einem Weltrevolutionär gestempelt, rief Dr. Sperber pathetisch. Ich sage Ihnen, Hoher Gerichtshof, er ist bestenfalls der Hausmeister der Weltrevolution gewesen."

Schillhammer: Solche Hinweise können dazu führen, dass die Strafe geringer ausfällt. Es kann außerdem sein, dass eine Pointe zu einem positiven Klima in einer Gerichtsverhandlung führt. Auch das nützt dem Mandanten. Selbstverständlich ist das immer ausdrücklich mit dem Mandanten abgestimmt . . .

Sperber: . . . oder die Zustimmung des Mandanten wird stillschweigend vorausgesetzt.

Sie haben die Praxis kritisiert, wie man zum Untersuchungshäftling wird. Der Polizeibeamte nimmt eine Person in Verwahrung. Er denkt sich: Ich entscheide ja nicht definitiv. Von mir geht die Sache noch an den Staatsanwalt und an den Untersuchungsrichter - und die werden es schon machen. Der Staatsanwalt denkt sich: Vor mir hat ja schon der Polizeibeamte entschieden und nach mir wird der Untersuchungsrichter entscheiden. Und vor dem sogenannten Journalrichter werden die Häftlinge in Masse hingetrieben, der befragt ihn um seine Generalien und dann wird ihm so nebenbei mitgeteilt, dass die ordentliche Untersuchungshaft verhängt wurde.

Forsthuber: Da hat sich einiges geändert, aber es hat lange gedauert. Seit der am 1. Jänner 2008 in Kraft getretenen Reform der Strafprozessordnung leitet die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren. Aus dem Untersuchungsrichter wurde der Haft- und Rechtsschutzrichter, seine Aufgabe ist es, die Ermittlungstätigkeit von Staatsanwaltschaft und Polizei zu kontrollieren und über allfällige Eingriffe in die Grundrechte zu entscheiden, vor allem in das Grundrecht auf persönliche Freiheit. In den 1920er Jahren war es auch noch nicht möglich, nach Ausschöpfung des Rechtszuges eine Grundrechtsbeschwerde an den Obersten Gerichtshof zu richten.

Sperber: Na, das klingt ja hervorragend!

Helmut Fuchs: Aber das Dreiergespann Polizei - Staatsanwaltschaft - Richter gibt es nach wie vor. Und ist die Haftverhandlung wirklich ein kontradiktorisches Verfahren mit einem offenen Ergebnis, wie Sie es verlangt haben? Ich bin nicht dabei, habe keine praktische Erfahrung. Aber die Berichte, die ich bekomme, sind durchaus kritisch.

Jarosch: Wir haben die Reform von 2008 noch nicht ganz verdaut: Die Polizei, die Staatsanwaltschaft und die Richter müssen sich erst an ihre neue Rolle gewöhnen.

Den markantesten Satz aus Ihrem Buch "Die Lüge im Strafrecht" habe ich mir herausgeschrieben: "Der Staat darf sich gegenüber dem Verbrecher nie ins Unrecht setzen."

Fuchs: Das tut er, wenn er, der Staat, dem Verbrecher gegenüber unaufrichtig ist. Das muss man bei der Strafverfolgung immer einhalten, der Staat darf sich nicht auf die gleiche Ebene wie der Verbrecher stellen. Diese Unaufrichtigkeit orten Sie, lieber Herr Dr. Sperber, zu Recht immer dort, wo der gesetzliche Anspruch und die praktische Wirklichkeit systematisch auseinanderfallen.

Eine abschließende Frage an die Gesprächsteilnehmer aus der heutigen Zeit. Welchen Eindruck haben Sie von Dr. Hugo Sperber, seit Sie "Die Lüge im Strafrecht" kennen?

Schillhammer: Ich sehe meinen Kollegen jetzt anders als zuvor - nicht nur als launischen Volkstribun, sondern als einen Rechtsanwalt, der sich als Vertreter des Bürgers gegenüber dem Staat verstanden hat.

Michael Schwanda: Dr. Sperber wäre heute ein Linksintellektueller. Er würde neben seiner Tätigkeit als Anwalt Lehraufträge haben, Gastkommentare in Zeitungen schreiben oder im Fernsehen auftreten und zu justizpolitischen Fragen Stellung nehmen. Anwälte vom Format eines Dr. Hugo Sperber waren nicht nur streitbare, sondern auch scharfsinnige Advokaten und gleichzeitig Kritiker der herrschenden Zustände. Die vielen, die so wie Dr. Hugo Sperber im Nationalsozialismus umgekommen sind oder in den Konzentrationslagern umgebracht wurden, haben eine Lücke hinterlassen. Wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten, das Rechtswesen nach 1945 mitzugestalten, würde manches anders aussehen.


Folgende Personen haben sich auf das Gespräch mit dem historischen Hugo Sperber eingelassen: Mag. Friedrich Forsthuber, Präsident des Landesgerichts für Strafsachen, Wien; Jugendrichterin Dr. Beate Matschnig; Univ.-Prof. Dr. Helmut Fuchs, Universität Wien, Institut für Strafrecht und Kriminologie; Erster Staatsanwalt Mag. Gerhard Jarosch; Präsident der International Association of Prosecutors (IAP), Sektionschef Mag. Michael Schwanda, Bundesministerium für Justiz, Leiter der Sektion Personal und Strafvollzug; Dr. Ernst Schillhammer, Rechtsanwalt und Strafverteidiger Wien.


Robert Sedlaczek, geboren 1952, lebt als Sachbuchautor in Wien. 2013 ist im Haymon Verlag Innsbruck sein Buch "Die Tante Jolesch und ihre Zeit. Eine Recherche"erschienen, in dem auch Hugo Sperber behandelt wird. (In Zusammenarbeit mit Melita Sedlaczek und Wolfgang Mayr).

Wiener Zeitung, Sa./So., 7./8. Dezember 2013


Hörproben #


Österreichische Mediathek Hörprobe


Erholung in Israel von Ephraim Kishon.
Ausschnitt; Lesung. Wien, 11.3.1967.

Vorlesen

Räuber, Mörder, Kindsverderber.
aus: Die Tante Jolesch. Ausschnitt; Radiomittschnitt, 16.1.1976.

Vorlesen


Quellen:


Redaktion: I. Schinnerl