unbekannter Gast

Heli Hauberger und der Mythos von Simmering#

Von

Marco Mitterböck (20. September 2013)


Heli Hauberger (rechts) mit KSV-Präsident Erwin Fuchs
Heli Hauberger (rechts) mit KSV-Präsident Erwin Fuchs

Trotz einiger Auf- und Abstiege ist es vor allem ein Match zwischen Simmering und Kapfenberg, das Fußballfans in ganz Österreich bis heute in Erinnerung geblieben ist. Der Zweikampf zwischen Kapfenbergs Linksaußen Helmut Hauberger und Simmering-Torhüter Bruno Engelmaier ging vor allem dank der Charakterisierung Helmut Qualtingers in die Geschichte ein: “Simmering gegen Kapfenberg, das nenn’ i Brutalität.”

Der bekannte Kabarettist saß am 12. Oktober 1958 unter den Zusehern, als sich Hauberger in der Schlussphase einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch zuzog. Zuvor war er es noch gewesen, der gegen den Simmeringer Torhüter Engelmaier den spielentscheidenden Treffer zum 1:0 erzielt hatte. „Ich habe ihn überhoben – und gelacht”, erinnert sich der heute 78-Jährige. Die Revanche seitens Engelmaier ließ nicht lange auf sich warten: „Er hat sich mit seinen 100 Kilogramm auf mich geworfen, dann hat es einen Schnalzer gemacht.” Die Folgen waren dramatisch: Ein offener Schien- und Wadenbeinbruch, Hauberger lag zehn Wochen lang im Spital und konnte nie mehr an seine zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen.

Vor diesem schmerzhaften Zwischenfall lag eine vielversprechende Fußballkarriere vor Helmut Hauberger. Sogar der Einzug in das Österreichische Fußball-Nationalteam war für den am 23. Februar 1935 geborenen Hauberger zum Greifen nahe. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt war der Name Hauberger in aller Munde. Heli Haubergers Vater Otto, ein Schlosser, war an den Februarkämpfen 1934 beteiligt und zudem Mitglied einer kommunistischen Widerstandsgruppe während des Zweiten Weltkriegs. Bereits seit 1945 ist eine Straße in Kapfenberg nach Otto Hauberger benannt, seine Gattin führte dort nach dem Zweiten Weltkrieg ein Milchgeschäft.

Mit dem KSV feierte Kapfenbergs Linksaußen große Erfolge. Auch an der großen Kapfenberger Fußball-Tournee durch Frankreich, Spanien und Nordafrika von Dezember 1955 bis Februar 1956 nahm Heli Hauberger teil. „Dort haben wir zum ersten Mal dunkelhäutige Menschen gesehen”, erzählt Hauberger. Neben den neu gewonnenen kulturellen Einblicken blieben auch die sportlichen Leistungen im Gedächtnis: “Wir haben 22 von 23 Spielen gewonnen”. Nach seiner Verletzung war Helmut Hauberger ab 1958 als Trainier von Austria Kapfenberg tätig. In seinem privaten Fotoalbum sind die Erinnerungen an seine Fußballkarriere festgehalten und können nun von allen Interessierten eingesehen werden.

In diesem persönlichen Fotoalbum von Helmut Hauberger sind Erinnerungen an seine Fußballkarriere festgehalten. Interessierte können sich durch die Fußballvergangenheit von Kaupfenbergs ehemaligen Linksaußen blättern.

--> Fotoalbum von Heli Hauberger (Web-Books)