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Weltflüchtlingsjahr 1959/60#

Sonderpostmarke

Zu den schwerwiegendsten Folgen politischer Umwälzungen der letzten Jahrzehnte, und dabei insbesondere des Zweiten Weltkrieges, gehören die Flüchtlingsströme von Millionen aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen. Im Jahre 1945 befanden sich 1,650.000 Nichtstaatsbürger in Österreich, darunter eine Million fremdsprachiger Personen, denen eine einheimische Bevölkerung von nur sechs Millionen Menschen gegenüberstand. Wenige Jahre später brach neuerlich ein Flüchtlingsstrom im Zuge der ungarischen Revolution vom 23. Oktober 1956 über Österreich herein. 168.340 Ungarn überschritten bis zum Jahresende 1956 die Grenze und ersuchten um Asyl. Angesichts der oftmaligen direkten Konfrontation Österreichs mit dem Schicksal Hunderttausender Flüchtlinge war es eine Selbstverständlichkeit für unser Land, dem am 5. Dezember 1958 in der Generalversammlung der Vereinten Nationen gefaßten Beschluß auf Durchführung eines Weltflüchtlingsjahres beizutreten. Am 17. Oktober 1959 fand im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Festsaal des Wiener Rathauses die Eröffnung des Weltflüchtlingsjahres durch Bundespräsident Dr. Schärf statt. Am 7. April 1960 war ein bedeutsamer Tag in der Geschichte der Weltpost. Etwa 70 selbstständige Staaten gaben damals aus Anlaß des Weltflüchtlingsjahres 1959/60 gleichzeitig Briefmarken heraus. Sie trugen damit ihren Beitrag zum Weltflüchtlingsjahr, Millionen von heimatlosen Menschen Hoffnung zu bringen, bei.