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Annasäule Innsbruck#

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Zur Erinnerung an die Abwehr des bayerischen Einfalls von 1703 steht die 13 m hohe Annasäule in der Mitte der Maria-Theresien-Strasse in Innsbruck. Von hier aus bietet sich ein wunderschöner Blick auf das Hafelekar, von dem bis weit in das Frühjahr hinein der Schnee herunterleuchtet. Der Kurfürst Max Emanuel von Bayern, ein Schwiegersohn des Kaisers Leopold I., stellte sich im spanischen Erbfolgekrieg auf die Seite Frankreichs und fiel mit einem Heer in Tirol ein. Nach dem Fall der Festung Kufstein marschierten die Bayern kampflos in Innsbruck ein. Jedoch der Erfolg des Tiroler Landsturms unter der Führung von Landrichter Martin Sterzinger an der Pontlatzbrücke hinter Landeck löste eine Volkserhebung aus. Die bayerischen Truppen trafen auf heftigen Widerstand und der Kurfürst zog sich wieder nach Bayern zurück. Am Annatag (26. Juli) 1703 hatte der Feind die Residenzstadt Innsbruck verlassen. Am 15. März 1704 beschlossen die Tiroler Landstände die Errichtung eines Denkmals als Zeichen der Dankbarkeit für die Befreiung vom Feind. Sie gelobten auch eine jährliche Prozession am 26. Juli, dem Annatag, von der damaligen St.-Jakobs-Stadtkirche (heutiger Dom) zur Gedenksäule. Der Auftrag wurde um 4000 Gulden an den Trientiner Bildhauer Christophoro Benedetti (1660 - 1735)vergeben. Die Säule wurde aus rotem Tiroler Marmor, auch Kramsacher Marmor genannt, gefertigt und anstelle eines früheren Marmorbrunnens mit einer Marienstatue in den Jahren 1704 bis 1706 aufgestellt. Wie lange das Gelöbnis der jährlichen Prozession eingehalten wurde, ist unklar. Heute wird noch an jedem Samstagabend die unter der Statue der hl. Anna angebrachte Laterne entzündet. Das Gelöbnis zum Annatag gab der Säule den Namen. Eigentlich müsste sie Mariensäule heißen, denn auf der korinthischen Marmorsäule steht die Statue der Maria Immaculata, eine Kopie freilich, denn das Original befindet sich seit 1958 in der Stiftskirche Fiecht. Am Fuß der Säule stehen die Statuen der in Tirol verehrten Heiligen: die heilige Anna (Mutter von Maria), der heilige Kassian (sagenhafter Gründer des Bistum Säben), der heilige Georg (bis 1772 Landespatron von Tirol) und der der heilige Vigilius (einer der ersten Bischöfe von Trient).