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© Österreichische Post
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Koloman Moser#

Sonderpostmarke

Gemeinsam mit Josef Hoffmann, Egon Schiele, Gustav Klimt und Adolf Loos gehört Koloman Moser (1868 bis 1918) zu jenen international bedeutenden Künstlern, die um die Jahrhundertwende die große Zeit der österreichischen Moderne einleiteten. Was sie verband, war ihr gestalterisches Engagement, das sich nicht im Nachahmen historischer Stile erschöpfte. Kolo Mosers Streben galt indes einem neuen Gesamtkunstwerk, in dem von der Architektur bis zum kleinsten Dekorationselement auf einem Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens alles in einer strengen Kunstform geschaffen sein sollte. „Das Sehen hat sich nicht geändert, jedoch die Darstellung des Gesehenen. Ebenso wie die menschlichen Empfindungen immer die gleichen waren und nur in ihrer Darstellungsform sich veränderten, verfeinerten und differenzierter wurden.“ Dieser Satz wurde gewissermaßen zur Maxime seiner künstlerischen Arbeit – ebenso wie die prägnante Formulierung: „Vereinfachung liegt nicht im Auslassen, sondern im Zusammenfassen.“ Kolo Mosers Ideen der kreativ gestalteten Formgebung waren ohne Zweifel Richtung weisend für die österreichische Kunst der Jahrhundertwende. Nicht nur seine zahlreichen Beiträge für die weltberühmt gewordene Zeitschrift „Ver Sacrum“ und seine Entwürfe für die Glasfenster und den Hochaltar der von Otto Wagner erbauten Kirche Am Steinhof zeigen seine secessionistische Einstellung – Mosers Design von Möbeln, Teppichen, Geschirr und Stoffen setzte das Maß für den modernen Lebensstil schlechthin. Erst später wandte sich Moser der Malerei zu, befasste sich mit Goethes Farbenlehre und versuchte, diese weiterzuentwickeln und in seinem Werk anzuwenden. Große Berühmtheit erlangte Koloman Moser jedoch nicht zuletzt mit seinen Entwürfen für die Flächenkunst – für Plakate, Postkarten, Banknoten und Briefmarken. Ein Meilenstein in der europäischen Philatelie war die erstmalige Verwendung landschaftlicher Motive als bildnerische Darstellung auf Postwertzeichen. Bis dahin fanden sich die üblichen Wappen und Herrscherporträts, oft in Medaillonsform, auf Briefmarken; mit der Serie „Bosnien-Herzegowina“ begründete Moser im Jahre 1906 den Weltruf österreichischer Markenkunst. Die geforderte Verbindung zwischen bildhafter Darstellung und den unumgänglichen Schriftelementen erreichte er mit einer Ornamentalisierung und später ideenreich variierten Motiven, die auf den jeweiligen Charakter des umschlossenen Bildes auf höchst subtile Art eingingen. Dieser Markentypus bestimmte – nicht nur in Österreich – die spätere Gestaltung von Postwertzeichen.