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Briefmarke, 210. Geburtstag Karl Ritter von Ghega
© Österreichische Post

210. Geburtstag Karl Ritter von Ghega#

Sonderpostmarke

Auf den Tag genau zum 210. Geburtstag von Karl Ritter von Ghega erscheint eine neue Sondermarke, die den großen österreichischen Ingenieur und Erbauer der Semmeringbahn entsprechend würdigt. Der Entwurf des Markenmotivs stammt von Ernst Sladek; es zeigt neben einem Porträt Ghegas das so genannte „Kalte Rinne“-Viadukt, das heuer sein 160-jähriges Bestandsjubiläum feiert.

Zur Person: Als Sohn von Eltern albanischer Herkunft in Venedig geboren, sollte Carlo Ghega wie sein Vater Marineoffizier werden – allerdings zeigte sich früh, dass seine mathematische Begabung größer war als seine Liebe zum Meer. Nach dem Besuch des k. k. Militärkollegiums ging er mit 15 Jahren zum Studium an die Universität Padua, wo er bereits nach einem Jahr sein Diplom als Ingenieur und Architekt erhielt und kurze Zeit später – im Alter von 17 Jahren – als Doktor der Mathematik abschloss. Seine Laufbahn als Ingenieur begann er mit diversen Straßen- und Wasserbauten in Venetien, unter anderem trug er zum Bau der „Strada d’Alemagna“, der Straße von Treviso nach Cortina d’Ampezzo, bei. Bereits 1833 veröffentlichte Ghega sein erstes Fachbuch. Von 1836 bis 1840 war er Bauleiter für die Teilstrecke Lundenburg bis Brünn der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn; in dieser Zeit studierte er auch das Eisenbahnwesen von England und anderen Staaten in Europa. Im Jahre 1842 wurde Ghega Gesamtplanungsleiter der südlichen Staatseisenbahn, weshalb er eine Studienreise nach Amerika unternahm. Seine Erkenntnisse daraus flossen nicht nur in die Planung und den Bau der Semmeringbahn, sondern auch in zwei Publikationen. Ghega veröffentlichte übrigens die meisten seiner Schriften parallel zur deutschen auch in entsprechenden italienischen bzw. französischen Ausgaben.

Nach seiner Rückkehr zu den Staatseisenbahnen wurde er mit der Planung für die Errichtung der Bahnlinie Richtung Süden, von Gloggnitz über Mürzzuschlag und von Graz bis nach Triest, beauftragt. Die Bahnüberquerung des Semmerings wurde von vielen seiner Zeitgenossen als technisch aufwändig bzw. als unmöglich angesehen. Aber bereits 1844 legte er einen Plan für die Überwindung des Semmerings vor, der den Betrieb mit normalen Lokomotiven unter Verzicht auf Zahnstangen und den Seilebenen-Betrieb vorsah. Noch bevor der Bau überhaupt beschlossen wurde, begann Ghega mit der Konstruktion von Lokomotiven, die derartige Steigungen überwinden konnten. Der Baubeginn für die Semmeringbahn war 1848. Noch vor der Fertigstellung, 1854, wurde Ghega in den Ritterstand erhoben.

Am 14. März 1860 in Wien an Lungenschwindsucht verstorben, wurde das in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Leben von Karl Ritter von Ghega bald redseliger Inhalt mehrerer Romane und zahlreicher Mythen.