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Gämse
© Österreichische Post

Wildtiere und Jagd - Gämse#

Sondermarke#

Fortsetzung der im Vorjahr begonnenen Markenserie „Wildtiere und Jagd“: Der neue Wert thematisiert die Gämse (lat. Rupicapra rupicapra), die sowohl im gesamten Alpenraum als auch in Teilen des Balkans und der Karpaten beheimatet ist. Das attraktive Markenmotiv, gezeichnet von der bekannten Künstlerin Kirsten Lubach, zeigt in der Bildmitte ein männliches und ein weibliches Tier (Bock und Geiß) sowie, links davon, die Fährte der Gämse, auch Trittsiegel genannt.

Die Jagd auf Gämsen findet aufgrund ihrer Lebensweise meist im Hochgebirge statt. Da Gämsen weder steile Grate noch felsige Gegenden scheuen, ist die Jagd mühsam und oftmals recht gefährlich – und der tatsächlich bejagbare Bestand ist nicht selten sehr gering, da durch die widrigen Umweltbedingungen, insbesondere im hochalpinen Winter, viele Jungtiere gar nicht überleben. Auch Seuchen wie die so genannte Gämsblindheit, Räude (Milbenerkrankung) oder andere parasitäre Krankheiten können für hohe Todesraten mitverantwortlich sein. Fest steht: In Österreich lag der registrierte Abschuss von Gämsen im Jagdjahr 2010/2011 bei etwa 20.300 Tieren. Die Verwertung freilich ist mannigfaltig: Ihr Fleisch ist überaus wohlschmeckend und gilt vielerorts als hoch geschätzte Delikatesse, das Fell ergibt ein schönes Leder, das hauptsächlich zu Trachtenhosen oder Handschuhen verarbeitet wird. Die Hörner, in der Jägersprache auch Krucken genannt, wiederum werden als Stockgriffe und die Haare auf dem Widerrist von vielen gerne als Hutschmuck („Gamsbart“) verwendet. Im Magen der Gämsen findet man zuweilen die so genannten „Gämskugeln“ (hochdeutsch „Bezoar“) – diese wurden wegen ihrer vermeintlich arzneilichen Wirksamkeit ebenso wie das Gamsblut früher teuer verkauft, sind aber tatsächlich ohne jeden Wert.

Weitere Gefahren für die Gämse, neben der Bejagung durch den Menschen, bilden herabrollende Steine und Felsstücke und natürlich auch Lawinen, in besonders strengen Wintern leiden die Tiere oftmals auch an Futtermangel. Tierische Feinde sind vor allem der Luchs, der Wolf, vereinzelt der Bär und für Jungtiere (Kitze) auch der Steinadler.

Apropos Jungtiere: Meist ist es Ende Mai bis Anfang Juni, wenn die Geiß, nach sechs Monaten Tragzeit, ihr Junges wirft. Dieses folgt dem Muttertier mehrere Monate, erst im dritten Jahr ist das Kitz ausgewachsen. Gamsböcke erreichen ein Alter von etwa 15 Jahren, Weibchen indes können bis zu 20 Jahre alt werden.