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Briefmarke, Landestheater Linz Musiktheater
© Österreichische Post

Moderne Architektur - „Landestheater Linz Musiktheater“#

Sondermarke#

Mit dem neuen Wert „Landestheater Linz Musiktheater“ findet die attraktive Serie „Moderne Architektur in Österreich“ nun ihre formvollendete Fortsetzung. Das Markenmotiv zeigt das vom Londoner Architekten Terry Pawson entworfene, avantgardistisch anmutende Gebäude.

Zum Bauwerk: Das auffallendste Gestaltungselement an der Fassade des neuen Linzer Musiktheaters ist zweifellos die Struktur der klaren Linien. Terry Pawson wollte damit, wie er in einem Interview erklärte, das Gefühl eines großen Vorhanges als Assoziation einer Theaterbühne vermitteln. Dieser „curtain“ zieht sich um drei Seiten des Hauses und bildet zum Volksgarten hin ein großes Tor. Die ursprüngliche Idee des Architekten war es, rotbraunen, oxidierten Stahl an der Fassade zu verbauen, letztlich entschied man sich jedoch für hellen Beton und Naturstein als Fassadenmaterial. Durch ein Schienensystem in dem „Vorhangraster“ des Gebäudes sind die gebrochenen Natursteinblöcke befestigt, wobei diese Lösung auch die Möglichkeit bot, bestimmte Flächen als Fenster frei zu lassen. In Summe befinden sich 698 helle, vertikale Streben aus Architekturbeton – Lisenen genannt – rund um das Gebäude. Die Fassade selbst besteht aus insgesamt vier Schichten: dem tragenden Stahlbeton und dem Dämmmaterial aus Steinwolle, einer winddichten und diffusionsoffenen Folie, weiters aus Lisenen aus hellen, schalreinen Fertigteilen mit einem Schienen- bzw. Ankersystem, und schließlich aus einem gebrochenen Naturstein, nämlich Travertin. Dieser stammt aus einem Steinbruch bei Tivoli in der Nähe von Rom, wo die Steine gespalten wurden, um sie später mit ihrer rauen Bruchseite nach außen an der Fassade platzieren zu können. Durch die unterschiedlichen, nicht bearbeiteten Oberflächen sorgt die Fassade für ein lebendiges, helles und gleichsam massives Erscheinungsbild.

Betritt man das Gebäude, so gelangt man vom Eingangsfoyer über eine große Treppe in das Hauptfoyer. Dieses hat eine Höhe von sieben Metern und wird auch als Pausenraum genutzt. Im vorderen Bereich des Theaters befinden sich außerdem ein Restaurant und ein Café, welche künftig beide ganztägig geöffnet sein sollen, sodass das Theater auch untertags ein öffentlicher Treffpunkt ist. Über den ersten Stock erreicht man den Haupteingang des großen Saals; im hinteren und größten Teil des Gebäudes befinden sich schließlich die Werkstätten, Lager und Künstlerbereiche.

Angesprochen auf sein Credo, meint der britische Architekt Terry Pawson recht unprätentiös: „Vom ersten Entwurf eines Designprojekts bis zu dessen Realisierung gilt es, die richtige Balance zwischen klarem Konzept und solidem Handwerk zu halten.“