unbekannter Gast

Briefmarke, Kuhschelle
© Österreichische Post

Kuhschelle (Treuebonusmarke)#

Sondermarke#

Einst weit verbreitet auf den Weiden und Wiesen Europas, ist die Gewöhnliche Kuhschelle in freier Natur heute nur noch selten anzutreffen und streng geschützt – in unseren Gärten und Rabatten ist sie jedoch gern gesehener Gast. Die Österreichische Post bannt die raue Schönheit auf die Treuebonusmarke 2014 und bedankt sich bei ihren Stammkunden und Briefmarken-Abonnenten mit diesem philatelistischen Blumengruß.

Ihren Namen verdankt die Kuhschelle ihrer glockenähnlichen Blüte, auch der geläufige Name Küchenschelle dürfte von der verkleinerten Form „Kühchen“ abgeleitet worden sein; die lateinische Bezeichnung Pulsatilla beschreibt in ihrer Wortherkunft pulsare das Schlagen und Läuten einer Glocke. Viele weitere, teils sehr regional beschränkte Namen wurden ihr schon gegeben, ältere Bezeichnungen wie Bocksbart oder Teufelsbart zeugen vom Aberglauben früherer Zeiten, als man die Blume wegen ihres schopfartigen Fruchtstandes nach dem Verblühen als unheimlich empfand, heute aber wird die Kuhschelle für ihre Anmut und Seltenheit bewundert. Vor allem ihre violetten, glockenförmigen Blüten, die sich im harmonischen Kontrast um die dottergelben Staubblätter öffnen, machen sie so markant. Sie entfalten sich in den Monaten April und Mai, wobei sie zuerst nickend und später mit offenen, nach oben gerichteten Blüten anzutreffen sind. Ihre stets einzeln stehenden Blüten sind außen zart behaart und erreichen eine Länge von vier Zentimetern, ihr reiches Angebot von Nektar und Pollen wissen vor allem Bienen und Hummeln zu schätzen. Während der Blütezeit erreicht die Gewöhnliche Kuhschelle eine Wuchshöhe bis zu 15 Zentimetern, in den Sommermonaten wächst der Stängel bis 40 Zentimeter hoch; die Blüte verwandelt sich indes in eine Pusteblume mit samentragenden Federschweiffliegern. Die Kuhschelle gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist eine krautige Trockenblume, ihre Wurzeln dringen bis zu einem Meter tief in die Erde. Sie liebt sonnige Hanglagen sowie kalkreiche Böden und ist recht empfindsam: Ihre hohen Ansprüche an Licht und Temperatur machen sie zu einer mittlerweile stark gefährdeten Art in Europa. Noch vor 100 Jahren bestimmte die Gewöhnliche Kuhschelle das Erscheinungsbild von vielen Magerrasen Österreichs, heute ist sie durch den verstärkten Einsatz von Düngemitteln und den Ausbau von Ackerflächen vielerorts verschwunden – eine Ausnahme bildet das Gebiet rund um Steyr. Als Gartenpflanze ist sie als einzige ihrer Gattung häufig zu finden, durch Züchtung können mittlerweile Gewöhnliche Kuhschellen in vielen Farbvariationen erstanden werden.

Die Gewöhnliche Kuhschelle ist äußerst giftig, bereits Hautkontakt kann bei manchen Menschen Reizungen verursachen. In der Homöopathie wird das aus ihr gewonnene Pulsatilla allerdings bei vielerlei Beschwerden eingesetzt, ihr Anwendungsgebiet reicht von Erkältungen und Magenproblemen bis hin zu Menstruationsbeschwerden. Die Treuebonusmarke „Gewöhnliche Kuhschelle“ wurde von der steirischen Künstlerin Brigitte Heiden gestaltet und zeigt die ausdrucksvolle Pflanze in ihrer vollen Blüte.