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125 Jahre KHM#

Sondermarke#

Briefmarke, 125 Jahre KHM
© Österreichische Post

Ob Caravaggios „Rosenkranzmadonna“, Rubens’ „Das Pelzchen“, Raffaels „Madonna im Grünen“, Bruegels „Bauernhochzeit“, Arcimboldos „Sommer“ oder Vermeers „Die Malkunst“ – unzählig sind die bedeutenden Gemälde, die das Kunsthistorische Museum, kurz KHM, beherbergt. Auch die 2013 nach langem Umbau neu eröffnete Kunstkammer sowie die Ägyptisch-Orientalische und andere Sammlungen haben viele Schätze zu bieten. 2016 feiert das Haus, das zu den meistbesuchten Wiener Sehenswürdigkeiten zählt, sein 125-jähriges Bestehen. Diesen besonderen Anlass würdigt die Österreichische Post mit einer Sondermarke.

Es war am 17. Oktober 1891, als Kaiser Franz Joseph I. das neu errichtete Gebäude, in dem die Sammlungen des Kaiserhauses zusammengeführt und fortan der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten, feierlich eröffnete. Seither gehört das Kunsthistorische Museum zu den bedeutendsten Museen der Welt. Im Zuge der Ringstraßengestaltung erfolgte die Planung des Hauses durch die Architekten Gottfried Semper und Carl von Hasenauer, 1871 wurde mit dem Bau begonnen. Zu Beginn hieß das Haus übrigens Kunsthistorisches Hofmuseum, dann Kunsthistorisches Staatsmuseum Wien, seit 1921 trägt es den aktuellen Namen. Nach der Enteignung des Hauses Habsburg-Lothringen gingen die Sammlungen des KHM in Staatsbesitz über und wurden neu geordnet. Während nach dem Ersten Weltkrieg Werke an einige Nachfolgestaaten der Monarchie übergeben werden mussten, kamen 1938 bis 1945 welche aus jüdischen Sammlungen dazu. Diese werden bis heute in Restitutionsverfahren auf ihre Provenienz geprüft.

Nicht nur die ausgestellten Werke des KHM sind hohe Kunst, auch an der Ausstattung waren mit Gustav und Ernst Klimt, Franz Matsch und Hans Makart wichtige Künstler dieser Zeit beteiligt. Von Gustav Klimt stammt das Motiv dieser Briefmarke, das sich hoch oben an der Nordwand des Stiegenhauses des Museums befindet und Teil eines Zyklus ist, der die Geschichte der bildenden Kunst darstellt: Das Wandgemälde „Ägypten“ zeigt eine weibliche Gestalt, die Anch, das Lebenssymbol der Ägypter, in der Hand hält. Sie steht vor Götterbildern von Horus und Thot und dem Geier der Göttin Nechbet.

Im KHM sind heute Gemäldegalerie, Ägyptisch-Orientalische Sammlung, Antikensammlung, Kunstkammer Wien, Münzkabinett und eine Bibliothek untergebracht. Im Laufe der Jahre wurde der Platz im Haupthaus immer wieder zu klein, woraufhin Teile der Sammlungen ausgelagert wurden. Das führte dazu, dass das Theatermuseum, das Weltmuseum Wien, der Theseustempel, die Schatzkammer, die Wagenburg und das Schloss Ambras in Innsbruck zum Kunsthistorischen Museum gehören.

Das Jubiläumsjahr 2016 wird mit der Sonderausstellung „Feste Feiern“ begangen: Von 8. März bis 18. September werden dabei Werke der Sammlungen des Hauses präsentiert, die sich mit Festmählern, Krönungen, Tanzfesten, Hochzeiten, Karnevalsfeiern und vielem mehr beschäftigen. Zudem lädt das KHM jeden Besucher an dessen Geburtstag ein, das Haus bei freiem Eintritt zu besuchen.