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Palais Kinsky (Daun, ehem. Palais)#

Gemeinde: Wien, Freyung 4 Wien, Freyung 4


Palais Kinsky - Foto: Österreich Werbung

Viergeschoßiger Bau mit reichem Portal; oberhalb des Mittelfensters im Zwischengeschoß das Kinsky-Wappen (drei Eberzähne); ovale Einfahrtshalle mit Kuppel, Statuen in den Nischen und figuraler Stuckdekoration; prächtige Treppe, die man zu den bedeutendsten Anlagen dieser Art zählt; reiche durchbrochene Steinbrüstungen mit spielenden Putten am Treppengeländer (ähnlich dem Stiegenhaus des Schlosses Mirabell in Salzburg) sowie einem dreiteiligen Deckenfresko von Carlo Carlone. Oberhalb der Einfahrtshalle der ovale Hauptsaal mit einem Deckenbild von C. Carlone und mit marmorverkleideten Wänden; dieser Saal ist aufgrund seiner guten Akkustik als Konzertsaal hervorragend geeignet.

Äußerst geschmackvolle Inneneinrichtung mit Gobelins, Möbeln Gemälden (vier Ölgemälde von Peter Strudel um 1714), Paravents, etc.; Galeriefresko von Carlone-Chiarini, Stiegenhaus von Beduzzi/Carlone.

Der berühmte Feldherr Phillip Laurenz Graf Daun ließ das Palais 1713 nach einem Entwurf von Johann Lukas von Hildebrandt errichten. Am 2. Februar 1711 wurde hier Fürst Wenzel Kaunitz, der berühmte Kanzler Maria Theresias, geboren. Später war die Schweizer Leibgarde in dem Palais untergebracht (am 1. 6. 1784 übersiedelte diese in ihr neues Quartier vor dem Burgtor). Vorübergehend war das Palais Besitz der Khevenhüller, der Harrach und der Lamberg; von 1790 bis 1988 Eigentum der Familie Kinsky.

1977/78 wurde der Hof restauriert und die ehem. Stallungen für Geschäftslokale adaptiert.


Eigentümer: Diverse Firmen





Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen.

Literatur#

  • Czeike, Felix, Das große Groner Wien Lexikon, Wien 1974, Seite 584.
  • Dehio Wien, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Wien, von Justus Schmidt und Hans Tietze, neubearb. von Anton Macku und Erwin Neumann, revidiert von Ilse Frieser, sechste, verb. Auflage, Wien 1973, Seite 71f.