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Palais Liechtenstein#

Gemeinde: Wien, Bankgasse 9 Wien, Bankgasse 9


Nach der Planung von Enrico Zucceli ein mächtiger viergeschoßiger Prachtbau mit reich profilierter Gliederung der Steinquaderfassaden. Tief parterre, Hochparterre, zwei Stockwerke und ein niedriges Obergeschoß. Hauptportal mit zwei Säulenpaaren, breites Mitteltor, zwei schmale Seitentore, Plastiken von Giovanni Giuliani, Atlanten, die einen Balusterbalkon mit dem großen Liechtensteinwappen tragen.

Das Seitenportal am Minoritenplatz um 1705 wird Lukas von Hildebrandt bzw. Johann Bernhard Fischer von Erlach zugeschrieben. Quadratischer Innenhof, Prachtstiege mit Statuen von Giovanni Giuliani und Stukkaturen von Santino Bussi. Wegen der Pläne für diese Stiege soll ein großer Streit unter den Baumeistern ausgebrochen sein. (Das Stiegenhaus wurde im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und später wieder restauriert.)

Repräsentationsräume im zweiten Stock mit Marmorkamin und Statuen der Schwestern Napoleons, vermutlich von Canova; diese wurden in den Jahren 1836-47 von Devigny umgestaltet. 1691 ließ Graf Kaunitz das Palais von Antonio Riva errichten; 1694 wurde der unvollendete Bau von Hans Adam Fürst von Liechtenstein erworben und durch Gabriel de Gabriele bis 1711 nach Plänen von Domenico Martinelli fertiggestellt.

Neben Wohnungen und Kanzleien der fürstlichen Familie Liechtenstein ist der Großteil des Palais an verschiedene Ministerien vermietet.


Eigentümer: Hans Adam regierender Fürst von und zu Liechtenstein




Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen.

Literatur#

  • Czeike, Felix, Das große Groner Wien Lexikon, Wien 1974, Seite 623.
  • Dehio Wien, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Wien, von Justus Schmidt und Hans Tietze, neubearb. von Anton Macku und Erwin Neumann, revidiert von Ilse Frieser, sechste, verb. Auflage, Wien 1973, Seite 74.