unbekannter Gast

Letztes Abendmahl, Mosaik in der Wiener Minoritenkirche#

Abendmahl
Mosaik letztes Abendmahl - Foto: P. Diem

In der stimmungsvollen gotischen Minoritenkirche befindet sich eine exakte Kopie des "Letzten Abendmahls" von Leonardo da Vinci. Laut einem ORF-Bericht hat das "Wiener Abendmahl" Originaldimensionen: es ist 9,18 breit und 4,47 Meter hoch."Napoleon I. soll die ,Ultima Cena' in Mailand angesehen haben und eine Kopie in Auftrag gegeben haben, die dann nach Paris gebracht werden sollte", erklärt Karl Weiss, früher im Vorstand der Kirche. Der renommierte römische Künstler Giacomo Raffaelli übernahm 1809 die Aufgabe und fertigte ein Mosaik an. Die Steinchen, die nur ein paar Milimeter groß sind, baute er ohne Zwischenräume aneinander. Nach getaner Arbeit war der Kaiser der Franzosen kein Kaiser mehr. Er bekam das Kunstwerk nie zu Gesicht. Dafür schaltete sich Kaiser Franz I. ein: Er kaufte das Mosaik und ließ das fast 20 Tonnen schwere Stück nach Wien schaffen - man sieht noch heute die "Nähte", an denen es für den Transport getrennt war. In die Minoritenkirche wanderte das Werk in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts. Sie ist seit 1784 in Händen der "Italienischen Kongregation" und gilt als Wiens "italienische Kirche" - "also fand man, ein solch italienisches Werk gehöre auch hierher", so Weiss.

Auf der Mosaik-Kopie in Wien sind noch die Füße Jesu zu sehen. Das Original hat da Vinci in den Jahren 1495 bis 1497 geschaffen. Leider erwiesen sich die Farben, die er benutzte, als Fehlgriff: Bereits im beginnenden 16. Jahrhundert begannen sie zu verderben. Laut dem Wiener Kunsthistoriker Artur Rosenauer halten da Vinci-Kenner das Mosaik für großartig: Es sei besser erhalten und leuchtender in den Farben als inzwischen das Original. Es erlitt viele Schäden, entging 1943 haarscharf einem Bombenangriff und wurde mehrmals restauriert - zuletzt 1999.

Minoritenkirche
Minoritenkirche - Foto: P. Diem
Portal Minoritenkirche
Westportal - Foto: P. Diem