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Magna-Mater-Brunnen#

Magna-Mater-Brunnen
Foto: Alfred Wolf

Der Magna-Mater-Brunnen bildete den Mittelpunkt der Kinderübernahmsstelle in Wien 9, Lustkandlgasse 50. Die Anstalt übernahm 1925, erstmals in Europa, die Aufgabe alle der Gemeinde zur Fürsorge übergebenen Kinder und Jugendlichen aufzunehmen, bis sie eine ständige Bleibe gefunden hatten. Bis 1964 wurden hier 63.000 Kinder betreut. Nach der Neuorganisation der Sozialarbeit (familienähnliche Kleingruppe statt Großheime) wurde das Gebäude 40 Jahre nach seiner Eröffnung als Julius-Tandler-Heim, nach 60 Jahren zum Julius-Tandler-Familienzentrum umfunktioniert.

Die bildhauerische Darstellung der Mutterliebe wurde von Anton Hanak 1925 aus Laaser Marmor und Bronze angefertigt. Die Monumentalfigur legt ihre Arme schützend um eine Kindergruppe, die von Wasser speienden Schlangen - Symbol für die Gefahren der Großstadt - bedroht wird. Der Gründer der Anstalt, Stadtrat Univ. Prof. Dr. Julius Tandler schrieb zur Eröffnung 1925: "Möge die Kinderübernahmsstelle in ihrer Pracht ferneren Zeiten ein Monument darstellen für das rastlose Bestreben unseres Gemeinwesens, den Kindern zu helfen. Möge die von Hanak ausgeführte 'helfende Mutter' für die künftigen Generationen ein Wahrzeichen sein, das fortzusetzen, was wir begonnen!". Beim Umbau wurde der Brunnen entfernt und im Maurer Rathauspark aufgestellt.

hmw


Standort: Wien 23, Speisinger Straße, gegenüber 258
Künstler: Anton Hanak (1875-1934)
Quelle: Alfred Wolf: Denkmäler und Zierbrunnen in Wien-Alsergrund, Erfurt 2005