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Lebensmittel: Neue Fälle für Sherlock#


Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH SFG


Der technische Leiter Manfred Gepp und Markus Zangl (Applikationsingenieur, F&E). © Insort GmbH, Quelle: SFG
Der technische Leiter Manfred Gepp und Markus Zangl (Applikationsingenieur, F&E). © Insort GmbH
Quelle: SFG

Ganz im Stile ihres Namenspaten, des englischen Detektivs Sherlock Holmes, zieht eine innovative Technik aus der Steiermark die „Bösewichte“ unter den Lebensmitteln aus dem Verkehr.

Und schon jetzt sorgt das neuartige Klassifizierungs- und Sortierungsverfahren der Firma Insort international für Furore.

Manchmal sind weder das Hühnchen noch das Ei der Anfang, sondern die Kartoffel – wie etwa bei Insort. Das steirische Unternehmen entwickelt Systeme zur Sortierung und zum Monitoring von Lebensmittelproduktströmen und nahm sich der besonderen Herausforderung an, die Detektion von rohen Kartoffeln mit sogenannten Zuckerenden zu ermöglichen. Diese sind nämlich dafür verantwortlich, dass manche Teile eines fertigen Pommes nicht verlockend knusprig golden, sondern braun sind. Da herkömmliche technische Lösungen in diesem Bereich jedoch nicht in der Lage waren, diesen Defekt frühzeitig zu erkennen, entwickelte das Unternehmen den Sugarend Remover. Heute ist dessen Weiterentwicklung, der Sherlock Separator, bereits international Lebensmitteldefekten auf der Spur, unter anderem auch für Lieferanten von McDonalds.

Das steirische Kleinunternehmen mit Sitz in Feldbach entstand 2011 aus einem Joint Venture der Firmen Infruits, einem Technologieanbieter im Lebensmittelbereich, und der EVK, die Sensoren im Recycling-Segment herstellt. „Gemeinsame Projekte dieser beiden Unternehmen mit ihren jeweils schon erfolgsversprechenden Produkten verliefen so gut, dass sie sich entschlossen, zusammen eine Tochterfirma zu gründen. Kosten, Risiken und vor allem auch die Erfolge werden nun geteilt“, erklärt Geschäftsführer Matthias Jeindl. Die kräftige Unterstützung der Mutterunternehmen erleichterte hier den Start, ebenso wie verschiedene Förderungsprogramme der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG. „Mit Hilfe von Groß!Tat konnten wir etwa 2011 unsere ersten Demonstrationsanlagen bauen – und diese waren der Schlüssel zum Erfolg. Vor allem für Großkonzerne gilt: ‚Seeing is believing.‘“

Das Herzstück der Insort-Technik, die Superspürnase, ist ein Sensor der EVK, der Lebensmittel nicht mehr aufgrund von unterschiedlicher Farbe, Form, Dichte oder Oberfläche aussortiert, sondern ihre chemische Zusammensetzung untersucht. So kann diese auch erstmals Kartoffel mit Zuckerenden und deren physiologische Veränderung, die durch die Umwandlung von Stärke in Zucker entsteht, erkennen. Aber natürlich war für Insort bei der Kartoffel noch längst nicht Schluss. Durch die Weiterentwicklung der Technologie ist dem steirischen Unternehmen bereits der Eintritt in den amerikanischen und japanischen Markt gelungen. Sherlock Air ist etwa bei besonders kleinen Objekten, wie Heidelbeeren oder Champignons, im Einsatz, während der Sherlock Observer jedwede Art von Fremdkörpern, die sich in Lebensmittelproduktströme verirrt haben, entlarvt. „Unsere Technik trägt hier auch zu einer entsprechenden Sicherheit bei, da solche Fremdkörper, wie insbesondere Glas oder Metall, natürlich gesund heitliche Risiken darstellen“, erklärt Jeindl.

Und das Potenzial der Insort-Technik ist noch lange nicht erschöpft. So sollen in naher Zukunft etwa die gewonnenen chemischen Informationen noch verfeinert und die Anwendungspalette noch wesentlich vergrößert werden. „Im Moment arbeiten wir etwa daran, Trauben nach ihrer Süße zu unterscheiden. Zahlreiche Projektanfragen für Applikationen für unterschiedlichste Lebensmittel liegen bereits auf meinem Tisch“, freut sich Jeindl auf die neuen Herausforderungen.