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Der digitale Wandel fängt erst an #

Die Steiermark und Kärnten wollen sich in der Digitalisierung als Innovationstreiber positionieren. Experte sieht die Länder auf dem richtigen Weg. #


Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Kleinen Zeitung (Mittwoch, 28. September 2016)

Von

Hannes Gaisch-Faustmann


Michael Hofbaur ist Chef des Instituts Robotics von Joanneum Research
Michael Hofbaur ist Chef des Instituts Robotics von Joanneum Research
Foto: FUCHS

Nicht immer erfüllen große Namen das, was sie versprechen. Oliver Gassmann, Innovationsexperte der Universität St. Gallen, forschte das vergangene halbe Jahr in Harvard – und kehrte ernüchtert zurück. „Harvard hinkt hinterher, dagegen steht die Wirtschaftsuni Wien gut da“, befindet der Schweizer. Dennoch sind die USA Innovationstreiber im Bereich der Digitalisierung. Gestern referierte Gassmann bei den Innovationsgesprächen in Graz und zollte dem Süden Österreichs Respekt: „Die Steiermark als Innovator ist im internationalen Vergleich stark. In Verbindung mit Kärnten ist hier ein enormer Treiber entstanden. Kärnten kämpft zwar noch mehr, hat aber auch schon enorme Anstrengungen gesetzt.“

In den Innovationsgesprächen – initiiert von der „Innoregio Süd“, einem Netzwerk aus Unis, Betrieben, Industrie und Kammer – drehte sich alles um den digitalen Wandel. Die aktuelle Welle ordnet Gassmann als „die größte Disruption der letzten zwei Jahrzehnte“ ein, sieht uns aber dennoch erst am Beginn der Digitalisierung stehen. „Die Auswirkungen werden irre sein“, sagt Gassmann – insbesondere auf die Arbeitswelt und auf Geschäftsmodelle. „Die Gesellschaft braucht Wege, wie sie mit dem Wandel umgeht, etwa mit höherer Arbeitslosigkeit.“ Jeder Einzelne müsse sich besser qualifizieren, „junge Menschen sollten alle programmieren können“.

Die Steiermark ist mit einer Forschungsquote von 4,8 Prozent Spitzenreiter, Kärnten steht mit 2,9 Prozent an fünfter Stelle. Eines der Aushängeschilder in der „Innoregio Süd“ ist das in Klagenfurt beheimatete Institut Robotics von Joanneum Research. Robotik werde neben der industriellen Fertigung auch wesentliche Teile des Arbeits- und Alltagslebens beeinflussen, betont Institutsleiter Michael Hofbaur. Seit dem Sommer im Aufbau ist zudem der Silicon-Alps-Cluster (Elektronik und Mikroelektronik) mit Infineon, AT&S, NXP.

Kleine Zeitung, Mittwoch, 28. September 2016