Pfarrkirche Sierndorf#

2011 Sierndorf, Schulstraße 16 2011 Sierndorf, Schulstraße 16

Die Pfarrkirche "Mariae Geburt" ist die ehemalige Schlosskapelle. Die alte Pfarrkirche, die im Friedhof stand, wurde im Zuge der josephinischen Reformen gesperrt und 1794 abgerissen. Die Pfarrechte gingen auf die Schlosskapelle über, die ihre jetzige Gestalt 1511 erhielt. Das Gotteshaus in der Südostecke des Schlosses bildet ein Ensemble von Architektur und Ausstattung am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance. Um 1724 erhielt es barocke Einrichtungsteile. Zwei Choremporen (1516) an den Schrägen des Polygons sind mit Zirkelschlag- und Fischblasenmaßwerk überzogen. An der linken Empore befinden sich naturalistische, farbig gefasste Portaitbüsten des Bauherren und seiner Frau, Wilhelm und Margarete von Zelking, die - wie der Hochaltar - dem Meister des Töpferaltares zugeschrieben werden. Der Hochaltar ist ein bemerkenswerter Renaissance-Flügelaltar (1518). Der Kalksteincorpus ist durch ornamentierte Pilaster und Gesimse gegliedert. Der Mittelschrein, in den der Tabernakel integriert ist, zeigt Mariae Verkündigung. Aufsatz, Flügel und Predella sind mit Steinreliefs gestaltet. Ein Seitenaltar (um 1520) ist ebenfalls aus Kalksandstein gefertigt. Aus der selben Zeit stammen der prächtige Taufstein und ein geschnitztes Kruzifix. Die Kapelle enthält eine Reihe von Kunstwerken, wie eine mächtige Kreuzigungsgruppe, geschnitzte Totenschilde und Epitaphien. Als man 1913 eine neue Orgel einbaute, wurde ein spätbarockes Altarretabel als Prospekt verwendet.

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