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Staatsfeiertage: 1. Mai und 26. Oktober #

von Peter Diem

Im alten Österreich gab es neben den kirchlichen Festen und Feiertagen nur wenige Anlässe, die man als „Staatsfeiertage" bezeichnen könnte. Eher waren es Volksfeste. Anton Wildgans erinnerte sich an Kaisers Geburtstag am 18. August,
 „weil es da in jeder Sommerfrische auch Feuerwerk, Lampions und ein besseres Essen gab", und an den 2. Dezember, den Tag des Regierungsantritts des Kaisers. Dieser Tag zeichnete sich für den jungen Wildgans dadurch aus, „daß an seinem frühen Morgen die gefürchteten Herren Professoren in ihren Staatsbeamten-Galauniformen mit Dreispitz, goldenen Aufschlägen und Galanteriesäbel zum Festgottesdienst erschienen".

--> Anton Wildgans, Musik der Kindheit, a. a. O., 106 f.

Zu den auf die Person Kaiser Franz Josephs I. bezogenen Festtagen, an denen die Monarchie schwarz-gelben Fahnenschmuck anlegte, trat ab 1890 der 1. Mai als „Tag der Arbeit", der bald danach arbeitsfrei wurde. In der Ersten Republik gerieten ihr Gründungstag, der 12. November, und der 1. Mai in den Strudel der erbitterten Auseinandersetzungen der großen politischen Lager. Erst zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Wiedererstehen der demokratischen Republik Österreich fand diese auch in der Frage eines Nationalfeiertags zu sich selbst.

Staatsfeiertage 1919-1945#

Mit Gesetz vom 25. April 1919 (StGBl. 264/1919) waren der 12. November und der 1. Mai zu „Ruhe- und Festtagen" erklärt worden. Weder mit dem zum „immerwährenden Gedenken an die Ausrufung des Freistaates Deutschösterreich" erklärten „republikanischen" Staatsfeiertag im November noch mit dem „roten" Arbeiterfesttag am Beginn des Monats Mai konnte und wollte sich das „bürgerliche Lager" in der Folge abfinden. So war es nicht weiter verwunderlich, daß der „christliche Ständestaat" den 12. November als Staatsfeiertag wieder abschaffte. Was den 1. Mai betrifft, so wurde versucht, diesen zum Tag der ständestaatlichen Verfassung, des Zusammengehörigkeitsgefühls aller Werktätigen und darüber hinaus auch noch zum Marien- und Muttertag zu machen. Auch die Nationalsozialisten wagten nicht, an den Grundgedanken des Maifeiertags zu rühren. Sie erhoben diesen zum „Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes", der neben dem „Heldengedenktag" (16. März), dem „Erntedanktag" (erster Sonntag nach dem 29. September/Michaelis) und dem Gedenktag für die „Gefallenen der Bewegung" (9. November) als „Feiertag der nationalen Arbeit" begangen wurde („Führers Geburtstag" am 20. April nicht zu vergessen - ein Tag, der bis in die Gegenwart nachwirkt, da es zu diesem Datum gelegentlich zu Nostalgiekundgebungen alt- oder neonazistischer Kreise kommt).

--> Gustav Spann, Zur Geschichte des österreichischen Nationalfeiertages. Vortrag beim Symposium 1993 des Instituts für Österreichkunde sowie BMUK, Zur Geschichte des österreichischen Nationalfeiertages. Wien o. J., 27

Vom "Tag der Flagge" zum Nationalfeiertag#

In der Zeit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in der Bundeshauptstadt und in Ostösterreich der 13. April als „Tag der Befreiung" gefeiert, was aber nach der Jahr für Jahr andauernden alliierten Besetzung begreiflicherweise auf immer weniger Anklang stieß, bis 1954 offiziell beschlossen wurde, die öffentlichen Gebäude nicht mehr zu beflaggen (Privathäuser werden seit dem Trauma von 1938 in Österreich ohnedies nur spärlich beflaggt). Als Frankreich als letzte Signatarmacht des Staatsvertrages vom 15. Mai 1955 seine Ratifizierungsurkunde am 27. Juli 1955 in Moskau hinterlegt hatte, war Österreich auch de jure frei und unabhängig. Binnen neunzig Tagen hatten die alliierten Truppen das Land zu verlassen. Daraus errechnete sich der 25. Oktober als jener Tag, an dem „der letzte fremde Soldat Österreich verlassen mußte".

Der damalige Unterrichtsminister Heinrich Drimmel ordnete an, zu jenem „österreichischen Unabhängigkeitstag" an allen Schulen feierlich die Flagge zu hissen und der Jugend den Sinn dieses Ereignisses vor Augen zu führen. Der 25. Oktober 1955 wurde somit als „Tag der Flagge" gefeiert. Im Jahr darauf wurde der 26. Oktober zum „Tag der österreichischen Fahne" bestimmt. Heinrich Drimmel gab hiezu im Ministerrat vom 11. September 1956 folgende Erklärung ab:

"Wie sich bei der Feier des Tages der Flagge im Herbst 1955 zeigte, erscheint es zweckmäßig, durch eine alljährlich zu begehende Nationalfeier - ohne einen neuen Staatsfeiertag schaffen zu wollen - in der Schuljugend ebenso wie in allen übrigen Kreisen der österreichischen Bevölkerung das Bekenntnis zu den österreichischen Farben immer stärker zu verwurzeln und die Bedeutung des Wiedererstehens Österreichs als selbständigen neutralen Staat immer mehr bewusst zu machen."

Der 26. Oktober 1955 ist der Tag der Neutralitätserklärung Österreichs, der ersten Dokumentation eines selbständigen politischen Wollens Österreichs in voller Freiheit, zwei Tage nach dem Jahrestag der Vereinten Nationen.

Bis heute hat sich in offiziellen Erklärungen, in der Lehrerschaft und bei der Schuljugend, ja im ganzen Volk die Ansicht erhalten, der Abzug des letzten Besatzungssoldaten sei der eigentliche Anlass des Nationalfeiertages. Weder wurde aber - wie wir gesehen haben - der dem heutigen Nationalfeiertag vorausgegangene „Tag der Fahne" zur Erinnerung an den Abzug der letzten Besatzungssoldaten eingeführt, noch war der 25. oder 26. Oktober 1955 das tatsächliche Datum, an dem die letzten Besatzer abzogen. Der letzte von vielen Transporten mit russischen Besatzungssoldaten hatte vielmehr bereits am 19. September 1955 um 16.48 Uhr den Bahnhof Baden Richtung Osten verlassen.

--> Bahnhofsvorsteher Kurt Nagy in einem Artikel von Erwin Melchartin der „Neuen Kronen Zeitung"; Datum nicht ersichtlich

Nach einer Phase des Wiederauflebens deutschnationalen Gedankenguts war es vor allem das Verdienst „Österreichischen Nationalinstituts" unter Walter Jambor, durch eine hochrangig besetzte Enquete am 11. März 1965 auf die Notwendigkeit der Einführung eines österreichischen Nationalfeiertages hinzuweisen. Von sozialistischer Seite wurden der 12. November und der 1. Mai propagiert, Anhänger der Volkspartei traten für den mit den Namen Raab und Figl verbundenen 15. Mai und den von Heinrich Drimmel eingeführten 26. Oktober ein. Interessant ist, daß Bruno Kreisky den 12. November nicht befürworten wollte, weil er mit diesem Tag wahrheitsgemäß die „Selbstaufgabe" der „Republik Deutschösterreich" verband. Es gab auch Einwände gegen den Vorschlag,die Neutralitätserklärung in das Zentrum des Feiertagsgedankens zu stellen. Schließlich kam es durch einen Kompromiß der beiden Großparteien zur Beschlussfassung über das geplante Gesetz, zunächst ohne allgemeine Arbeitsruhe. Diese wurde schließlich am 28. Juni 1967 doch noch in das Gesetz eingebaut, und zwar gegen die Stimmen der FPÖ, die die Umbenennung des „Tages der österreichischen Fahne" in „Österreichischer Nationalfeiertag" 1965 noch mitgetragen hatte. Für prominente Vertreter der FPÖ existierte plötzlich das Hindernis einer „neu erfundenen und konstruierten Nation", ja einer „Retortengeburt". Zwei Jahrzehnte später sprach Jörg Haider von einer „Missgeburt" (1988).

Foto: P. Diem
Foto: P. Diem
Das österreichische Nationalbewusstsein festigte sich in der Zwischenzeit immer mehr, und der Nationalfeiertag ist zu einer akzeptierten Institution geworden - freilich nicht in jener Form und mit jener Begeisterung, die ihn am Anfang, etwa unter Bundeskanzler Josef Klaus, noch gekennzeichnet hatte. So wurde im Oktober 1968, im Jahr der Studentenrevolten, in der Wiener Stadthalle eine überparteiliche „Feier der Jugend" abgehalten, die nach intensiven Diskussionen eine „Proklamation" herausgab. Darin wies Winfried Bruckner (1937-2003) darauf hin, dass durch die unzensurierte Kritik und Selbstkritik „viele gute und böse Geister" gerufen würden:

„Sie in aller Schärfe zu sehen - gerade in der jungen Generation -, wird der Republik weiterhelfen." Und Anton Pelinka rief dazu auf, nicht zu verschweigen, dass die großen gesellschaftlichen Perspektiven verloren gegangen seien. Schließlich philosophierte von Peter Diem über das Wesen des österreichischen Nationalfeiertages unter anderen mit folgenden Worten:

"Der 26. Oktober - Feiertag einer Nation, die umso mehr Wirklichkeit wird, je vehementer sie in Frage gestellt wird - ist von allen Nationalfeiertagen wohl der seltsamste. Wäre er das nicht, wäre er nicht österreichisch. Viele bezeichnen den 26. Oktober als einen synthetischen Nationalfeiertag. Er ist synthetisch. Er ist nicht die Erinnerung an Revolution oder Separation, an Schlacht oder Herrschergeburt. Der österreichische Nationalfeiertag - die Wiederkehr der Beschlußfassung über die österreichische Neutralität - ist Herausforderung zur Reflexion,eine jährliche Einladung zur Bestimmung unseres geistigen Standortes als Österreicher."



Der lange Weg zum österreichischen Nationalfeiertag#

"Eingedenk der Tatsache, dass Österreich am 26. Oktober 1955 mit dem Bundesverfassungsgesetz BGBl. Nr. 211/1955 über die Neutralität Österreichs seinen Willen erklärt hat, für alle Zukunft und unter allen Umständen seine Unabhängigkeit zu wahren und sie mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen, und in eben demselben Bundesverfassungsgesetz seine immerwährende Neutralitätfestgelegt hat, und in der Einsicht des damit bekundeten Willens, als dauernd neutraler Staat einen wertvollen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten zu können, hat der Nationalrat beschlossen:

Artikel I: Der 26. Oktober ist der österreichische Nationalfeiertag.
Artikel II: Der österreichische Nationalfeiertag wird im ganzen Bundesgebiet  festlich begangen... 


Bis zu dem oben zitierten Gesetzesbeschluß vom 28. Juni 1967 (BGBl. 263/1967), mit dem sich die Zweite Republik mehr als zwei Jahrzehnte nach Kriegsende und ein Dutzend Jahre nach dem Staatsvertrag von 1955 einen Nationalfeiertag gab, war es ein langer, mühevoller Weg. Setzen wir uns heute, da Österreich Mitglied der Europäischen Union ist, mit Wesen, Sinn und Zweck der österreichischen Neutralität auseinander, so werden wir - nicht zuletzt provoziert durch radikale Gedankengänge wie jene von Robert Menasse- völlig neue Ansätze der Interpretation dieser „Nationaldoktrin" suchen müssen, soll dieser Begriff nicht völlig unglaubwürdig werden. Was den Nationalfeiertag selbst und seine weitgehend ritualisierte Begehung durch die Bundesregierung betrifft (vgl. den Beitrag über das österreichische Heldendenkmal im Äußeren Burgtor), so bedarf es einer engagierten politischen Initiative, will man dem zum „Tag der Fitness" verkommenen nationalen Feiertag einen neuen, zukunftsträchtigen Sinn geben.

--> Robert Menasse, Land ohne Eigenschaften. Wien 1993, 65 ff.

Der Tag der Arbeit#

"Einen Tag im Jahr feiert das Proletariat sich, seine Ziele und seine Zukunft. Am 1. Mai demonstriert  der Arbeiter allen, dass ihm seine Würde als ganzer Mensch, die Gemeinschaft seiner Klasse, das Programm der Befreiung wichtiger ist als alles andere: dem Unternehmer zeigt er es, indem er von der Arbeit fernbleibt; Staat und Polizei, indem er auf die Straße geht; der Bourgeoisie, indem er ihr sein Recht auf Muße vor Augen führt; den Arbeitsbrüdern und -Schwestern, indem er zur selben Stunde wie sie in Aktion tritt - so jedenfalls ist es in der Anfangszeit."

--> Peter Cardorff, Was gibt's denn da zu feiern? Wien 1983, 21 ff.

Bild 'maitag'
In Ausführung eines Beschlusses des Internationalen Sozialistenkongresses 1889 in Paris wurde der arbeitsfreie 1. Mai zunächst hauptsächlich als Kampftag für den Achtstundentag begangen, in Wien das erste Mal am 1. Mai 1890. Stefan Zweig hat ihn als Bub miterlebt und beschrieben (vgl. den Beitrag über die Blume als Symbol). Vor dieser Demonstration hatte die „Neue Freie Presse" die „Physiognomie unserer Stadt am Festtage der Arbeiter" mit den Worten beschrieben:

"Die Soldaten sind in Bereitschaft, die Thore der Häuser werden geschlossen, in den Wohnungen wird Proviant vorbereitet wie vor einer Belagerung, die Geschäfte sind verödet, Frauen und Kinder wagen sich nicht auf die Gasse, auf allen Gemütern lastet der Druck einer schweren Sorge."

--> Zitiert nach: Renate Banik-Schweitzer et al. (Hg.), Wien wirklich - der Stadtführer. Wien 1992, 144 f.

Nach der friedlich verlaufenen Demonstration las man im selben Blatt, dass „man von diesen Männern der Arbeit lernen könnte, wie man eine politische Demonstration mit Würde, Anstand und Achtung vor dem Gesetz vollführt". So hatte es sich der „Erfinder" der inszenierten Arbeiterfeste, der Armenarzt und Parteigründer Victor Adler, auch vorgestellt, als er verschiedene „Parteiriten" anführte, um die Massen auch emotional an die Partei zu binden. Der 1. Mai als arbeitsfreier Tag setzte sich besonders in Wien auf breiter Basis durch.

Nach dem Ersten Weltkrieg wandelte sich allerdings der Feiertag gegen den Staat zum Staatsfeiertag. Für die Sozialdemokratie bedeutete der 1. Mai damit eine Bestätigung ihrer staatstragenden Funktion; der radikalen Linken und den Kommunisten war er immer viel zu sehr Feiertag und zuwenig Kampftag. Seit 1926 führt der Maiaufmarsch über die Wiener Ringstraße, das architektonische Zentralsymbol des Wiener Bürgertums.

Während der autoritäre Ständestaat die Maifeiern verboten hatte (obwohl der 1. Mai als Tag der ständestaatlichen Verfassung Staatsfeiertag blieb!), nahm der Nationalsozialismus die damals schon über vierzigjährige Tradition voll in seinen Dienst: der 1. Mai wurde als „Tag der deutschen Arbeit" festlich begangen. Seit 1945 wird der „Tag der Arbeit" wieder in traditioneller Weise gefeiert. Der sozialpartnerschaftliche Wiederaufbau dominierte dabei über den Klassenkampf, und auch die Kirche hat den 1. Mai im Jahr 1955 zum Fest „Josefs, des Zimmermanns" erhoben.

Foto: P. Diem
Foto: P. Diem
Üblicherweise veranstaltet die Sozialistische Jugend am Vorabend des 1. Mai einen Fackelzug. Es wird aber kaum jemandem je aufgefallen sein, dass der Fackelzug der SJ in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, also in der sogenannten „Walpurgisnacht", stattfindet. Walpurgis (Walburg = Bergerin der Gefallenen), Schwester des hl. Willibald, starb 778 als Äbtissin des Klosters Heidenheim. Sie wurde als Beschützerin vor Zauberkünsten verehrt. Da der Tag ihrer Heiligsprechung, der 1. Mai, mit dem alten heidnischen Frühlingsfest zusammenfiel, erlangte bei Überhandnehmen des Hexenglaubens die Walpurgisnacht eine besondere Bedeutung: in dieser Nacht sollten die Hexen in einer ausgelassenen Feier mit dem Teufel auf dem Blocksberg (Brocken im Harz) oder anderen deutschen Bergen zusammenkommen.

Die Parteiführung der SPÖ versuchte immer wieder, einen Mittelweg zwischen gedankenlosem Frühlingsfest und betont revolutionärem Aufmarsch zu finden. Dieser österreichische Kompromiss gelang ihr über die Jahre recht gut. Zwar wird durch die in ihrer jeweiligen Arbeitskleidung („Kluft") auftretenden, nach Berufs- und Bezirksgruppen streng gegliederten Marschblöcke, die mitgeführten und skandierten Parolen und den Kommentar des Platzsprechers die politische Funktion des 1. Mai immer wieder betont, doch herrscht von Jahr zu Jahr eine gelöstere Stimmung.





1. Mai in Wien
Foto: P. Diem
Volksfest mit Parolen

Auf der Tribüne vor dem Wiener Rathaus hat jeder sozialdemokratische Parteiobmann und Bundeskanzler - und sei er noch so bürgerlicher Herkunft - seinen Platz einzunehmen, den Genossen zuzuwinken und ihren tausendfachen Gruß mit „Freundschaft" zu erwidern,ein durch die Jahr für Jahr ähnlichen Fernsehbilder umso stärker zum Ritual erstarrter Vorgang.

Trotz aller Bestrebungen, den Aufmarsch einzustellen und andere Formen der Maifeier zu suchen, beharrt die Führung der SPÖ im Hinblick auf die Stimmung ihrer Kernschichten auf dem Umzug. Zwar geht die Zahl der Teilnehmer von Jahr zu Jahr zurück (1994 waren es etwa 22.000), und auch die Zahl der roten Fahnen mit oder ohne die drei Pfeile nimmt ab (während die rote Nelke eher wieder in den Vordergrund rückt); doch spielt das eine Rolle?

Solange es den Wiener Maiaufmarsch gibt, wird es auch rote Fahnen geben - und umgekehrt. So hat sich in Österreich, das man ja ohne weiteres auch als ein „Museum für Sozialsysteme" bezeichnen könnte, nicht nur die Schafbergbahn erhalten, die heute noch mit Lokomotiven und Waggons aus 1893 fahren kann, sondern auch der 1. Mai. Anzeichen, dass sich etwas grundsätzlich ändern wird, gibt es keine.

Die Kommunistische Partei Österreichs feiert den 1. Mai ebenfalls auf der Ringstraße, und zwar direkt vor dem Parlament, während die anderen politischen Parteien in der Regel "alibiähnliche" Maifeiern im kleinen Kreis abhalten.