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Symbole Oberösterreichs#

Landesgeschichte#

von Peter Diem

Buchtext
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Das Besondere am „Land ob der Enns" ist seine geographische Vielfalt. Durch seine Ausdehnung vom Böhmerwald bis zum Dachstein und vom Inn bis zur Enns umschließt Oberösterreich Donau- und Alpenregionen und wird so zum „Land der Mitte", d. h. zu einem „Österreich im kleinen". Die meisten statistischen Durchschnittswerte Österreichs - vom Klima bis zur Sozialstruktur - finden sich in Oberösterreich wieder. Auch die Aufteilung in Besatzungszonen 1945-1955 spiegelte ein wenig diese Mitteposition: Das Mühlviertel, der Landesteil nördlich der Donau, war sowjetisch besetzt, der Rest gehörte zur amerikanischen Zone. Westlich der Enns konnte also schon früher als in Niederösterreich und Wien mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen werden.

Oberösterreich ist altes Kulturland. Reiche Funde aus der Mondsee- und Hallstattkultur zeugen von Besiedlung in der Bronze- bzw. in der Eisenzeit (2000 bzw. 800 vor Christus). Unter der römischen Besatzung wurde Wels/Ovilava Zentrum des nördlichen Teils der Provinz Noricum. Die dort schon vor 700 n. Chr. angesiedelten Baiern mußten sich zuerst gegen die aus dem Osten einfallenden Awaren und später gegen die Ungarn (bis 955) zur Wehr setzen. Wohl noch im 10. Jahrhundert übernahmen die Babenberger zunächst Teile des unteren Mühlviertels und in der Folge immer weitere Gebiete Oberösterreichs. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bildete sich die Kernzelle des Landes ob der Enns zwischen Enns und Hausruck. Im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts vergrößerte und verfestigte sich das neue Land, das damit auch immer mehr Selbständigkeit gegenüber Österreich (unter der Enns) gewann. 1490 ist Linz unter Kaiser Friedrich III. als Landeshauptstadt bezeugt, der dort auch 1493 starb. 1506 erwarb Kaiser Maximilian I. das Mondsee- und St. Wolfgangland.

Oberösterreich hatte wie Niederösterreich die Bauernkriege, die Gegenreformation und die Franzosenkriege zu überstehen. 1779 gelangte das fruchtbare Innviertel von Bayern an Österreich. Während der napoleonischen Kriege kehrte es kurzfristig (1809-1816) wieder dorthin zurück - seither ist es eine wichtige Brücke zwischen Österreich und seinem westlichen Nachbarn geblieben. Als Erzherzogtum erhielt „Österreich ober der Enns" 1861 seinen ersten gewählten Landtag.

Nach dem Ersten Weltkrieg als eines der neun neuen österreichischen Bundesländer konstituiert, wurde Oberösterreich nach 1938 in „Oberdonau" umbenannt und um das steirische Salzkammergut (Gerichtsbezirk Bad Aussee) sowie einen südböhmischen Grenzstreifen vergrößert. Das Ausseerland wurde erst 1948 wieder in die Steiermark rückgegliedert. Die Zeit der NS-Besatzung hat in  Oberösterreich, dem „Heimatgau" des in Braunau geborenen und in Linz aufgewachsenen „Führers", wirtschaftliche Spuren hinterlassen. Die großen verstaatlichten Eisen- und Stahlwerke in Linz gehen auf die 1938 gegründeten „Reichswerke Hermann Göring" zurück, die im Krieg allerdings teilweise zerstört wurden.

Oberösterreich entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zum Zentrum der modernen Stahlerzeugung und der chemischen Industrie Österreichs, zu der auch noch die Aluminiumerzeugung trat. Die einstmals Weltruf genießenden „Schornsteinindustrien" des Landes wurden in den letzten Jahrzehnten einem tiefgreifenden Umstrukturierungsprozeß unterworfen, um den Herausforderungen einer globalisierten Wirtschaft gewachsen zu sein.

Kartenmaterial

Demographische Daten:
Fläche: 11.980 km2
Wohnbevölkerung (2008): 1,408.165
Einwohner Linz: 189.528 = 13,5 Prozent
Ausländeranteil: 107.433 = 7,6 Prozent
Prozente Landtagswahl 2009: 

ÖVP SPÖ FPÖ KPÖ GR BZÖ DC
46,8 24,9 15,3 0,6 9,2 2,8 0,4

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Offizielle Website des Landes Oberösterreich