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Sehr persönliche Ergänzung#

von Hermann Maurer, Oktober 2016

Es ist für mich immer wieder überraschend, wie oft ich von Personen, heute, 34 Jahre nach dem Start von MUPID, noch immer darauf angesprochen werde, und wieviele nette Menschen ich damals kennenlernen durfte. Mit einigen verbindet mich seit damals ein tiefe Freundschaft. Mit anderen habe ich jahrelang keinen Kontakt gehabt, und dann trifft man sich bei irgendeiner Gelegenheit und es ist so, als hätte man sich nie aus den Augen verloren. Einen solchen Fall darf ich hier beschreiben, weil er so herzlich und freundschaftlich zusammengefasst wurde: Meine Wieder-Begegnung mit dem Künstler Martin Krusche der mir das Folgende sandte.

Bericht von Martin Krusche#

Austria Forum#

Olditmertreffen
Hermann Maurer vorne, rechts Heimo Müller, der Vater des Blogmobils; Photo: M. Krusche
Es dauert ein wenig, bis man ihn im akademischen Kontext vollständig genannt hat: O.Univ.-Prof. Dr.Dr.h.c.mult. Hermann Maurer. Im persönlichen Umgang bleibt das handlicher. Ich darf ihn Hermann nennen. Wir sind uns heuer in einer Arbeitsgruppe link erstmals persönlich begegnet, aber seine Arbeit hatte sich schon im Jahr 1985 sehr wesentlich auf mein Tun ausgewirkt.

Hermann Maurer hat uns beim Auftakt von Mythos Puch III link in Hofstätten/Raab besucht. Er wollte sich genauer ansehen, was wir da zum Thema Mobilitätsgeschichte machen und mir einen Vorschlag unterbreiten. Siehe zur Vorgeschichte dieses Tages auch: "Wir Ikarier" link

Ich bin einer der ersten Netzkultur-Akteure Österreichs, von denen es nach außen wirkende kulturelle Online-Projekte gibt. Frühe Vorhaben dieser Art waren anfangs vor allem an Universitäten gebunden, weil sich jemand wie ich in freier Wildbahn die Webzugänge einfach nicht leisten konnte.

Gerfried Stocker (Ars Electronica Center) hatte beim Grazer GewiLab so eine Möglichkeit (x-space), der Experimenteller Architekturserver xarch, ist ein weiteres Beispiel. Wir kamen alle in den Jahren 1995/96 online in die Gänge, hatten davor schon mit den neuen Technologien experimentiert.

Es gab vor all dem diesen konkreten Termin, bei dem sich für mich mein Verständnis von kulturellem Engagement völlig veränderte. Montag, der 7. Oktober 1985:

Symposium

Alois Hergouth war ein Lyriker, der unseren Respekt hatte. Ich fand Peter Köck und Wolfgang Siegmund an meiner Seite. Wir wollten uns das System MUPID genauer ansehen, ausprobieren, online gehen.

Das MUPID ist ein "Mehrzweck Universell Programmierbarer Intelligenter Decoder", von dem es bei "old computers" heißt: "...this one was actually a true home computer featuring a Z80 microprocessor, BASIC, a large amount of memory (128kB), a colour video interface and several I/O ports. It could be connected to any colour TV set and provided 1200/75 baud modem, tape recorder and parallel printer interfaces. An external floppy drive unit was also available." Quelle

Das war also 1985 eine ziemlich sensationelle Maschine und die Session im Grazer KIZ hatte unmittelbar zur Folge, daß ich loszog, um Geld aufzustellen, weil ich sowas haben wollte. Ich brauchte rund 20.000,- Schilling, um mir einen CP/M-Rechner link kaufen zu können. Einmal dürfen Sie nun raten, wer mit seinem Team MUPID entwickelt hat. Genau! Hermann Maurer link

Es hat also etwas Sentimentales, daß wir nun in einem Projekt kooperieren, daß ich hier mit dem Mann zu tun hab, dessen Werk mir zum Initialereignis in Sachen Netzkultur wurde. Diese Kooperation betrifft ein Wissensnetzwerk:

Bild 'MUP'

Ich hab mittlerweile begonnen, eine Serie von kleinen Essays zu schreiben, die auf Maurers Plattform Austria-Forum.org unsere Mobilitätsgeschichte überschaubar und begreiflich machen soll. Vor allem die letzten 150 Jahre sind dabei von intensiven Prozessen geprägt, von rasanten Ereignissen geformt.

Die ersten Texte sind inzwischen online:.