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Benning, Achim#

* 20. 1. 1935, Magdeburg (Deutschland)

Kammerschauspieler, Regisseur, Theaterdirektor


Achim Benning. Foto., © Die Presse/Harald Hofmeister.
Achim Benning. Foto.
© Die Presse/Harald Hofmeister.

Seit 1959 Schauspieler, seit 1971 Regisseur, 1976-86 Direktor des Wiener Burgtheaters; zahlreiche Auslandsgastspiele mit dem Burgtheater-Ensemble (unter anderem erstmals im Kabuki-Theater in Tokio); maßgeblich an der Gründung der Ensemblevertretung des Burgtheaters beteiligt. 1986-92 Leiter des Züricher Schauspielhauses; J.-Kainz-Medaille 1981.



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Von der Wiener Zeitung (7. April 2012) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.


Achim Benning, Schauspieler und Regisseur, leitete von 1976 bis 1986 das Burgtheater. 1989 übernahm er das Schauspielhaus Zürich, doch verließ er es 1992 vorzeitig nach Auseinandersetzungen über das Budget. Im Max-Reinhardt-Seminar in Wien wirkte er danach zehn Jahre als ordentlicher Professor für Regie. Er lebt in Großgmain und in Wien.

Benning wurde 1935 als Sohn eines Ingenieurs in Magdeburg geboren. In Wien absolvierte er das Reinhardt-Seminar, 1959 kam er als Regieassistent an die Burg. Eine Paraderolle als Schauspieler fand er als Molières „Geiziger“. Als 1970 eine erste Ensemblevertretung zusammentrat, wurde er ihr Sprecher und bald der von breitem Vertrauen getragene Nachfolger von Gerhard Klingenberg als Direktor. Konkurrent bei der Bewerbung war Thomas Bernhard. Benning setzte sein Reformprogramm durch: eine Literarisierung und Internationalisierung mit dem Ziel einer aufgeklärten Volksbildung. In rüden Kampagnen wurde ihm eine „Unterwanderung“ durch Regisseure aus der DDR vorgeworfen. Erstmals gab es Aufführungen für Kinder im großen Haus. Als Regisseur pflegte er besonders Tschechow, Gorki, Schnitzler, Nestroy. Den in der ČSSR verfolgten Dichtern Václav Havel und Pavel Kohout öffnete er eine Exilbühne - „mein Muttertheater“ nannte sie der spätere Staatspräsident. Elias Canettis Dramen dem gesamtdeutschen Repertoire zu sichern, gelang ihm jedoch nicht.

In der Wiener Edition Steinbauer ist Bennings Buch „In den Spiegel greifen. Texte zum Theater“ erschienen, das vom Theaterwissenschafter Peter Roessler herausgegeben wurde.



Wiener Zeitung, 7. April 2012