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Feldbach#

Feldbach
Wappen von Feldbach[1]
© Verlag Ed. Hölzel, Wien

Bundesland: Steiermark Feldbach, Steiermark
Bezirk: Südoststeiermark
Einwohner: 13.313 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 282 m
Fläche: 67,3 km²
Postleitzahl: 8330, 8332, 8333, 8334, 8344
Website: www.feldbach-stadt.at
Mit 1.1.2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform des Landes Steiermark die Gemeinde Feldbach mit
den Gemeinden Auersbach, Gniebing-Weißenbach, Gossendorf, Leitersdorf im Raabtal, Mühldorf bei Feldbach und Raabau zusammengeschlossen.
Die Gemeinde führt weiterhin den Namen Feldbach.
[1] Durch die Gemeindezusammenlegung wurde das Wappen ab 1. 1. 2015 ungültig. Dieses muss von der Steiermärkischen Landesregierung neuerlich verliehen werden.


Feldbach, Bezirkshauptstadt des Bezirkes Südoststeiermark im steirischen Thermen- und Vulkanland, liegt im mittleren Raabtal auf einer tertiären Schotterablagerung.


Die Gegend war bereits in der Vorzeit besiedelt, was Funde aus der Jungsteinzeit und aus der Hallstattzeit belegen.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als "Velwinbach" stammt aus 1188; die Pfarre wurde 1232 erstmals genannt. Schon bald zeichnete sich Feldbachs zentrale Lage als Straßenknotenpunkt ab, die 1265 bereits zur Markterhebung führte. (Auf dem Marktplatz Feldbachs steht heute noch der "Steinerne Metzen", ein Mustermaß für Hohlmaße - besonders Getreidemaße - das in weiten Teilen der Oststeiermark als Eichmaß galt.)

Wegen zahlreicher Bedrohungen (Adelsfehden, Ungarm- und Türkeneinfälle) legten die Bürger am Steilufer der Raab eine Fluchtburg an – den Tabor, der um die Pfarrkirche gebaut wurde.
(Der Tabor hatte eine hohe Mauer im Viereck, gesichert durch einen doppelten Wassergraben und einen Palisadenzaun und mit einem stark befestigten Tor. An die Mauer lehnten sich innen kleine Häuschen, die ebenerdig einen kleinen Not-Stall, im ersten Stock Wohnräume und unter den Dächern Lebensmittelspeicher enthielten und zugleich einen Wehrgang hatten, der mit Schießscharten versehen war. Der freie Hofraum innerhalb des Tabors konnte einer größeren Anzahl von Menschen vorübergehend Schutz bieten.)

Als 1605 bei einem der furchtbaren Hajduckeneinfälle Feldbach überfallen und zur Hälfte niedergebrannt wurde, hielt zwar der Tabor allen Anstürmen stand, trotzdem entschloss man sich zur vollständigen Befestigung: von 1620 bis 1630 errichtete man eine Befestigungsmauer um den Markt, deren Zugänge durch drei Tore gesichert wurden. (Davon besteht heute nur noch das Grazer Tor.)


Mit der Eröffnung der Ungarischen Westbahn 1873 erhielt Feldbach Anschluss an das Eisenbahnnetz der Monarchie. Der Aufschwung wurde noch durch die Nähe des Kurortes Gleichenberg verstärkt. 1884 wurde Feldbach zur Stadt erhoben.

Die Region war und ist eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen in der Steiermark; Nahrungsmittelindustrie und Gerbereien bestimmen seit jeher die Stadt Feldbach.

Im Ersten Weltkrieg bestand in Feldbach ein riesiges Lager mit über 50.000 Kriegsgefangenen, später Kriegsverwundeten. Im Zweiten Weltkrieg wurden etliche Gebäude schwer beschädigt oder zerstört, alle Brücken und der Kirchturm gesprengt.
Das Museum im Tabor mit vielen interessanten Abteilungen und Ausstellungen spiegelt diese wechselvolle Geschichte wider.

Heute hat sich die Stadt Feldbach zu einer modernen Bezirks- und Schulstadt entwickelt. Mit der Hauptplatzneugestaltung 2001 präsentiert sich die Stadt nun als Zentrum des oststeirischen Thermen- und Hügellandes, einer aufstrebenden Tourismus- und Freizeitregion.


Sehenswert in der Stadt und Umgebung sind u.a.

  • Reste der Befestigungsanlagen (17. JJhdt., Grazer Tor)
  • Tabor (15.-16. Jhdt.): gilt als die besterhaltene Wehranlage des Landes; heute Museum
    (Im größten steirischen Hexenprozess (1673 bis 1675) waren die Angeklagten im "Hexenkeller" des Tabors eingekerkert.)
  • Franziskanerkloster (1642-47): heute im Besitz der Schulschwestern; wird als Kindergarten, Musikschule und Sonderschule genutzt
  • Mariensäule: 1717 errichtet, 1945 zerstört und 1949 mit neuem Kapitell und einer Marienfigur aus Aflenzer Kalk von Hans Mauracher neu gestaltet
  • steinerner Metzen (15. Jhdt.): Kelch aus Basalttuff, aus einem einzigen Block gemeißelt, auf einem achteckigen Sockel; er diente als Mustermaß vor Einführung eines einheitlichen Maßsystems und fand als "Feldbacher Maß" in einem großen Teil der Oststeiermark Verbreitung
  • Pfarrkirche St. Leonhard (1898–1900); mit alter Pfarrkirche: gotischer Kern aus dem 14. Jahrhundert, 1688 barockisiert, damals Turm mit Zwiebeldach (1945 wurde der Turm gesprengt und die Kirche schwer beschädigt); seit 1956 als Kriegergedächtnisstätte gestaltet; im Altarraum Kreuzigungsgruppe von Veit Königer (um 1780)

Leitersdorf

  • Schloss Hainfeld


Darüber hinaus bietet die Stadtgemeinde Feldbach Bewohnern und Gästen verschiedene Bäder, Sportplätze, markierte Rad- und Wanderrouten in der schönen hügeligen Umgebung und viele Ausflugziele. Zahlreiche Buschenschänken, Winzer und regionale Produzenten laden zu kulinarischen Rundgängen ein.

Weiterführendes#

Literatur#

  • R. Grasmug, 8 Jahrhunderte Feldbach, 100 Jahre Stadt, 1984