Altes Palmenhaus (Wien-Schönbrunn)

Das Alte Palmenhaus in Schönbrunn ist ein Gewächshaus am westlichen Rand des Schönbrunner Schlossparks im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing. Es wurde am Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet. Nach einer wechselvollen Geschichte ist es nun Teil des Tiergartens Schönbrunn.

Das Alte Palmenhaus nach Beginn der Umbauarbeiten, 2006.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprung

Das Palmenhaus wurde 1820 (anderen Quellen zufolge 1828[1] bzw. 1836[2]) im Auftrag von Kaiser Franz I. als dreiteiliges Orangeriegebäude am Rand des Schlossparks an der heutigen Maxingstraße errichtet. Es war für botanische Neuerwerbungen vorgesehen, die bei einer mehrjährigen Brasilien-Expedition gesammelt worden sind. Das sich in Nord-Südrichtung erstreckende Bauwerk hatte eine gegen Osten gerichtete Glasfassade. Trotz des geringen Lichteinfalls gelangen gute Kulturerfolge. 1860 wurde das Gebäude erweitert. Nachdem 1884 das heutige Palmenhaus fertiggestellt war, verlor das ältere Gebäude an Bedeutung. 1889 wurden zwei Volieren für exotische Vögel angebaut, 1910 ein Verwaltungsgebäude. Es wurde jedoch bald darauf geschlossen.

Filmstudio

Um 1920 wurde das Gebäude zum Filmstudio umgebaut und die Glasfassade vermauert. Zunächst wurden die Räumlichkeiten vom nahegelegenen Schönbrunner Filmatelier der Schönbrunn-Film-Gesellschaft genutzt, ab 1958 vom ORF, ab 1972 von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Durch die dafür notwendigen Umbauten und Adaptierungen war das Gebäude zu Ende des 20. Jahrhunderts kaum mehr als Palmenhaus zu erkennen.

Umbau

Untertunnelung des botanischen Gartens, 2009

Als das Gebäude nicht mehr als Filmstudio genutzt wurde und leer stand, wurde eine neue Nutzung gesucht. Die historische Substanz war im Wesentlichen gut erhalten. So konnte das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder hergestellt werden. Die Bauarbeiten begannen 2006. Es wurden Nebengebäude und alle Studio-Bauten abgebrochen und die Glasfassade wiederhergestellt.

ORANG.erie

Im Mai 2009 wurde das Gebäude neu eröffnet. Der neue Name bezieht sich zum einen auf die ursprüngliche Bedeutung des Gebäudes als Orangerie und zum anderen auf die Orang-Utans des Tiergartens Schönbrunn, die im südlichen (linken) Teil des Gebäudes ein neue Heimat gefunden haben. Neben einem modernen und umfangreichen Innenbereich mit Seilen zum Schwingen steht ihnen auch ein großer Außenbereich mit bis zu elf Meter hohen Bäumen zur Verfügung. Zum Besucherbereich, der sich im Mittelteil des Gebäudes befindet, ist das Gehege mit großen Glasscheiben abgetrennt, die einen guten Blick auf die Menschenaffen bieten. Im nördlichen Teil des Gebäudes ist das Café "Atelier Nonja" untergebracht, in dem Bilder der Namensgeberin zu sehen sind. Im Obergeschoss befindet sich eine Bibliothek. Der Verein der Freunde des Tiergartens Schönbrunn hält im Festsaal einmal im Monat Abendvorträge ab.

Mit dem Tiergarten Schönbrunn ist die ORANG.erie durch eine Fußgängerpassage unterhalb des Botanischen Gartens verbunden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Die Gartenanlage Schönbrunns
  2. Dehio-Handbuch Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk

Literatur

  • Gerhard Deimel, Kurt Vogl, Ingrid Gregor: Palast der Blüten – Das Schönbrunner Palmenhaus. Holzhausen Verlag, Wien 2002, ISBN 3-85493-052-6.

Weblinks

48.18333333333316.300277777778Koordinaten: 48° 11′ 0″ N, 16° 18′ 1″ O