Anna Maria Krassnigg

Anna Maria Krassnigg (* 25. Dezember 1970 in Wien) ist eine österreichische Regisseurin, Schauspielerin, Theaterleiterin und Autorin. Seit 2012 ist sie Professorin für Regie am Max Reinhardt Seminar.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Anna Maria Krassnigg verbrachte ihre Kindheit in Italien und Österreich. Nach der Matura am Gymnasium der Dominikanerinnen in Wien-Hacking absolvierte sie ein Studium von Schauspiel und Regie am Max Reinhardt Seminar in Wien.

Es folgten Inszenierungen und Textfassungen für Stadt- und Staatstheater, sowie Festivals in Deutschland, darunter ein vierjähriger Lessing-Zyklus (Staatstheater Braunschweig) sowie das eigene Auftragsstück „Full Stuff“ (Ruhrfestspiele Recklinghausen).
Sie schuf Inszenierungen, Fassungen und Texte für das Theater in der Josefstadt, das Schauspielhaus (Wien), Linz 2009 – Kulturhauptstadt Europas, das Schauspiel Dortmund, Grand Théâtre Luxembourg, Théatre National du Luxembourg und den 2008 von ihr gegründeten Salon5. Gastspiele hatte sie u.a. mit der Theaterfassung/Inszenierung von Daniel KehlmannsIch und Kaminski“, der Uraufführung von Daniel Kehlmanns „Ruhm“ für die Festspiele Reichenau 2010.

Von 1999 bis 2011 war Anna Maria Krassnigg als Rollenlehrerin und Gastprofessorin für Regie am Max Reinhardt Seminar tätig, wo sie mit Juli 2012 die zweite Regieprofessur erhielt.[1]

Gemeinsam mit dem Musiker, Komponisten und Kulturmanager Christian Mair erfolgte 2011 die Gründung von "Drama Shop".

Anna Maria Krassnigg hat zwei Kinder und lebt in Wien.

Wirken

Während des Studiums hatte sie 1990-1994 Auftritte als Schauspielerin (Filmrollen u. a. bei Walter Davy und Peter Patzak), sowie erste Regiearbeiten und Textbearbeitungen, innerhalb und außerhalb des Max Reinhardt Seminars, darunter „Erfinder”, ein Auftragsstück für das Technische Museum Wien, UA, erste Beschäftigung mit dem szenischen Schreiben.

Anschließend zahlreiche Inszenierungen und Fassungen für deutsche Stadt- und Staatstheater und Arbeiten mit ihrem freien Theaterensemble in Zürich, in Verbindung mit dem Theaterhaus Gessnerallee, Zürcher Theater Spektakel, Grand-Théatre Luxemburg und TNL (darunter etliche Uraufführungen auch eigener Texte). Es erfolgte die Gründung des Labels „iffland & söhne“, das aus künstlerischen Freunden der Zürcher Zeit und neu dazu gewonnenen Partnern aus Wien und Luxemburg besteht. In der neuen, internationalen Produktionsgemeinschaft entstand unter anderem die „Trilogie der vollen Jugend (Trilogie de la jeunesse baisée)” (Koproduktion: WUK, Wien / Théâtre National du Luxembourg / Grand Théâtre de la ville de Luxembourg / éditions phi).

Zwischen 2007-2009 kam es zur Gründung des Salon5, eines Raumes für den zeitgenössischen, interkulturellen Zusammengang von Theater, Film, Musik, Literatur. Konzeptionell und ästhetisch angelehnt an die Tradition des öffentlichen Wohnzimmers („il salone“) in der wieder aufgebauten, jüdischen Turnhalle in der Fünfhausgasse 5, Wien. In dieser Periode vermehrte sie den Einsatz von Film als gleichberechtigte koagierende Erzählebene zum Theater. Dreharbeiten erfolgten mit dem Ensemble sowie mit Luc Feit, André Jung, Otto Tausig, Erni Mangold, Ernst Stankovski, Miguel Herz-Kestranek, u.v.a.

Mit „Fenster zu Nacht“, dem zweiten eigenen Stück bekam sie eine Nominierung für den Heidelberger Stückemarkt.

Inszenierungen (Auswahl)

1990-1994

  • „Die Guten – Das Spiel von den Zofen” nach Genet, UA an der Akademie für angewandte Künste, Wien, dann an der HDK, Berlin, erhielt einen 1. Preis im Rahmen des SKS-Festivals für Nachwuchsschauspieler/-Regisseure in Berlin.
  • „Elektra & Elfriede”, zweiteiliger Antikenabend nach Aischylos, Sophokles, Hofmannsthal, Aristophanes, UA im Rahmen der Diplominszenierung am MRS, erhielt eine Einladung an die Theatertage Krakau.

1994-1998

ab 2000

  • „Chez Pipo – Ein Leonce-und-Lena-Spiel” nach Georg Büchner, Théatre National du Luxembourg, WUK Wien, UA (2002)
  • „Die Nacht des Idioten” nach “Der Idiot” von Fjodor Michailowitsch Dostojewski, Théatre National du Luxembourg, WUK Wien, UA (2003)
  • „Venezuela” des 3-sat/Bachmann-Preisträgers Guy Helmiger
    Théatre National du Luxembourg, Grand Théâtre Luxembourg, WUK Wien, UA (2004)
  • „Mann ohne Beil“ von Matthias Wittekindt, Schauspielhaus Wien / Schneiderei (2004)
  • „Der Held der Frauen“ von Matthias Wittekindt, Schauspielhaus Wien, Théâtre National du Luxembourg, UA (2004/2005)
  • „Freigang“ von Matthias Wittekindt, Schauspielhaus Wien, Théâtre National du Luxembourg, UA (2004/2005)
  • Fräulein Else” nach Arthur Schnitzler, Dramatisierung Krassnigg, Theater in der Josefstadt (Spielzeit 2004/05)
  • Der Weg ins Freie“, szenische Lesung nach dem Roman von A. Schnitzler, Dramatisierung Krassnigg, Theater in der Josefstadt (2004)
  • „FULL STUFF, Theaterballade für 5 Männer in 11 Szenen mit 6 Songs“, von Anna Maria Krassnigg, Auftragswerk für die Ruhrfestspiele Recklinghausen, UA (2006)
  • „Vincent – Torture the Artist“, Romanbearbeitung nach Joey Goebel, Salon5, UA (2008)[2]
  • Ich und Kaminski“, Romanbearbeitung nach Daniel Kehlmann, Salon5, Grand Théâtre Luxembourg, UA (2008 / 2010)[3]
  • „Der Traum ein Leben“, Neufassung nach Franz Grillparzer für das Schauspiel Dortmund (2010)
  • „RUHM“, Bühnenfassung nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Kehlmann für die Festspiele Reichenau, UA 2010
  • Zwischen neun und neun“ nach dem gleichnamigen Roman von Leo Perutz, Salon5, UA (2010)[4]
  • „Power to Hurt“, Shakespeare'sches Film-Theater-Konzert, Grand Théâtre Luxembourg, Salon5, UA (2010)[5]
  • „Das Leben hält bis zuletzt Überraschungen bereit.“ von Guy Helminger, Salon5, Grand Théâtre Luxembourg, UA (2011)
  • „Camera Clara“ von Anna Poloni, Kapuzinertheater Luxembourg, Salon5, UA (2012)[6][7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Reinhardt-Seminar: Anna Maria Krassnigg wird Regieprofessorin in Der Standard, Online-Ausgabe vom 27. Juni 2012 (abgerufen am 27. Juni 2012)
  2. http://www.salon5.at/start.php?m=7_1 Vincent
  3. http://www.salon5.at/start.php?m=7_2 Ich und Kaminski
  4. http://www.salon5.at/start.php?m=7_26 Zwischen neun und neun
  5. http://www.salon5.at/start.php?m=7_27 Power to Hurt
  6. http://derstandard.at/1331206945305/Camera-Clara-Die-Furie-des-Verschwindens-ist-eine-Sizilianerin Camera Clara Rezension Der Standard
  7. http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/buehne/446059_Das-Wiener-Theaterwunder.html Camera Clara Rezension Wiener Zeitung