Arno Raunig

Arno Raunig (* 14. Jänner 1957 in Klagenfurt) ist ein österreichischer Sänger (Sopranist, Tenor).

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Leben

Arno Raunig begann seine sängerische Laufbahn 1966 bei den Wiener Sängerknaben, wo er von 1968 bis 1972 Sopransolist war. Sein erster Stimmausbildner war Ferdinand Grossmann. Bei den Wiener Sängerknaben arbeitete er mit Herbert von Karajan, Josef Krips und Karl Böhm zusammen. Er sang den ersten Knaben aus der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart an der Wiener Staatsoper und an der Bayrischen Staatsoper.

Nach dem Abitur 1978 erfolgte der Beginn eines Jusstudiums und ein Jahr als Erzieher bei den Wiener Sängerknaben. Danach war der Beginn einer schriftstellerischen Tätigkeit mit dem Gedichtband Lasst Lyrik leben und ein Beginn der Sängerausbildung zum männlichen Sopran am Linzer Brucknerkonservatorium bei Gerald Trabesinger. Die wichtigste Ausbildung zum Sopranisten erhielt er bei Kammersänergin Ruthilde Boesch in Wien. Weitere Stationen seiner Stimmausbildungen waren Kammersänger Kurt Equiluz (Lied und Oratorium), Erika Mechera, Hans Peter Blochwitz und Kammersängerin Elisabeth Schwarzkopf. Er hat einen Stimmumfang von über dreieinhalb Oktaven.

1986 erfolgte die Gründung des Wiener Georg Friedrich Händel Vereins, mit dem Raunig anschließend seine Konzerttätigkeit begann. Höhepunkte waren Konzerte und konzertante Opernaufführungen im Wiener Konzerthaus (Messias, Johannespassion, La clemenza di Tito, Il pomo d´oro von Marc Antonio Cesti) und Wiener Musikverein (Xerxes). Nach einigen Jahren wurde der Verein eingestellt und im Jahr 2010 als Europäische Händel-Gesellschaft neu gegründet.

1989 erfolgte eine erste CD – Einspielung „Apollo und Hyazinth“ von W. A. Mozart mit dem Rundfunksinfonie-Orchester Leipzig, Rundfunkchor Leipzig unter dem Dirigenten Max Pommer. In weiterer Folge gab es Auftritte mit dem Leipziger Rundfunkorchester und Chor im Gewandhaus Leipzig und der Berliner Philharmonie als Altist und Sopranist in Händel´s Messias, als „Schwan“ in Carl Orff´s „Carmina burana“ und als Hyazinth bei der Mozart Gesamtausgabe 170 CD-Box auf Brillant Classics.

1990 sang er eine Erste Solo-CD Mozart – Salieri (Exsultate jubilate: Mozart, Fremat tyrannus: Salieri) mit dem Amadeus Ensemble Wien, unter dem Dirigent Walter Kobera. Er hatte sein Bühnendebüt als Sopranist am 18. Jänner 1990 am Stadttheater Klagenfurt in Henry Purcell´s „Feenkönigin. Von 2003 - 2006 begann er Arbeiten an einem neuen Weg zur Pop-Musik mit Aufnahmen in Los Angeles, Österreich und Bulgarien mit Künstlern wie „Supermax“ Kurt Hauenstein, Jose Feliciano, Tim Pierce, und den Wiener Sängerknaben.

2008 wurde ihm das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen [1] und 2009 das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten.[2]

Diskographie

  • 1993 Solo-CD Arno Raunig Sopranist
  • 1994 CD – Einspielung Nicolo Jommelli: Didone abbandonata mit dem Stuttgarter Kammerorchester unter Frieder Bernius
  • 1998 CD-Produktion: „Farinelli“-Arien
  • 2006 CD-Produktion: „Arno Raunig singt Kastratenarien“
  • 2007 CD-Produktion: Ave Maria

Konzert- und Operntätigkeit

  • 1990 Jugendstiltheater: W.A.Mozart „Idomeneo“ Rolle des Idamante
  • 1990 Oper Prag (Smetana Theater): Johann Strauß „Fledermaus“ - Orlowsky
  • 1991 Jugendstiltheater Wien: W.A.Mozart „Zauberflöte“ Rolle des Ersten Knaben
  • 1992 Amsterdamer Oper: Strauss – Frau ohne Schatten, Regie: Harry Kupfer, Dir: Hartmuth Hänchen; Staatstheater Wiesbaden: Uraufführung von Hans Gefors „Der Park“. Regie: Dietrich Hilsdorf; Schönbrunner Schloßtheater: Titelpartie des Ascanio aus der Oper „Ascanio in Alba“ von W.A.Mozart
  • 1994 Opernhaus Zürich: Georg Friedrich Händel “Alcina” Die Paraderolle des Ruggiero. Dir: Nikolaus Harnoncourt, Regie: Jürgen Flimm.; Stadttheater Klagenfurt: Benjamin Britten – Der Tod in Venedig; Messepalast Wien: Uraufführung von Wolfram Wagner „Ödipus“; Neue Oper Wien: Uraufführung von Axel Seidelmann „Hiob“
  • Hamburger Staatsoper: Uraufführung von Alfred Schnittke „Historia von D.Johann Fausten“. Dir: Gerd Albrecht, Regie: John Dew. Arte-Livemittschnitt. CD-Liveproduktion.; Schönbrunner Schloßtheater: Uraufführung von Alexander Wagendristl „Der Narr“; Stadttheater Klagenfurt: Johann Strauß „Die Fledermaus“
  • 1996 Semperoper Dresden: Johann Adolph Hasse „Artemisia“ Stuttgarter Kammerorchester Dir: Frieder Bernius; Amsterdamer Oper: Strauss „Frau ohne Schatten“; Schloß Solitude (Stuttgart): Chr. W. Gluck „Orfeus und Euridice“ Stuttgarter Kammerorchester Dir: Frieder Bernius.; Staatstheater Darmstadt: G.F. Händel „Alcina“ Regie: Meyer-Oertelt; Staatsoper Hamburg: Schnittke „Faust“; Staatstheater Darmstadt: G.F. Händel „Alcina“ Dir: Julia Jones
  • 1998 Oper Bonn: Uraufführung von Helmuth Öhring „Sieben“; Staatstheater Darmstadt: G.F.Händel „Alcina“; Festival d´Automne Paris (Opera de la Bastille), Donaueschingen, Lunatheater Brüssel: Uraufführung von Helmuth Öhring/Iris ter Schiphorst ‚“Requiem“
  • 1999 Theater Basel: Uraufführung von Heelmuth Öhring „Bernarda Albas Haus“ ; Theatro Argentina Rom: Bernarda Albas Haus, Hebbel; Theater Berlin: Bernarda Albas Haus; Staatstheater Darmstadt: G.F. Händel „Alcina“
  • 2000 Staatstheater Wiesbaden: G.F. Händel „Alcina“; Teatro Caio Melisso (Spoleto): Oscar Strasnoy “Midea (2), Regie: Henning Brockhaus; Kammeroper Wien: Chr. W. Gluck „Orfeus und Euridice“ Dir: Paul Weigold; Kammeroper Wien: Uraufführung von Jan Müller-Wieland „Das Märchen der 672. Nacht“
  • Oper Bonn: Uraufführung von Helmuth Öhring „Effi Briest“. Regie: Ulrike Ottinger. Mit der Schauspielerin Ingrid Caven
  • 2002 Staatstheater Darmstadt: Antonio Vivaldi – „Orlando furioso“
  • 2003 Ruhrtriennale: G.F.Händel “Saul”; Kammermusikfestival Witten: Uraufführung Aureliano Cattaneo mit dem Klangforum Wien
  • 2006 Theater Basel: Uraufführung von Helmuth Öhring “Unsichtbar Land” Regie: Claus Guth; Oper Warschau (Wielki): Pavel Mykietyn „Shakespeare Sonetti“
  • 2008 Klagenfurter Stadttheater: Neufassung „Schlafes Bruder“ von Herbert Willi
  • 2009 Neue Oper Wien: Harrison Birtwistle „The last supper“ Dir: Walter Kobera, Regie: Phillip Harnoncourt; Neue Oper Wien: Herbert Willi „Schlafes Bruder“
  • 2010 Tiroler Landestheater: Uraufführung Norbert Zehm „Cadence Macbeth“

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ehrenkreuz für den Wiener Sopranisten Arno Raunig; abgerufen am 17. Sep. 2010
  2. Ein ganz besonderer Ehrentag; abgerufen am 17. Sep. 2010