Artur Köllensperger

Artur Köllensperger (* 14. November 1884 in Innsbruck; † 12. Juni 1946 im Speziallager Nr. 1 Mühlberg[1]) war ein österreichischer Richter am Obersten Gerichtshof in Wien und am Reichsgericht in Leipzig.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der katholische Arztsohn studierte Rechtswissenschaft an der Universität Innsbruck. 1906 wurde er Mitglied des Corps Gothia Innsbruck.[2] Er legte die judizielle Staatsprüfung 1908 „mit gutem Erfolg“, die Richteramtsprüfung 1912 „mit sehr gutem Erfolg“ ab. So wurde er 1913 Richter.

Am Ersten Weltkrieg nahm er als Hauptmann der Reserve teil. Ende Mai 1919 ernannte man ihn zum Bezirksrichter am Landesgericht Innsbruck. 1923 wurde er zum Oberlandesgerichtsrat befördert. Ein Jahr später wurde er Rat der 2. Standesgruppe am Landesgericht Innsbruck. 1927 folgte die Beförderung zum Senatsvorsitzenden der 3. Standesgruppe beim Landesgericht Innsbruck. Ende März 1932 ernannte man ihn zum Vizepräsidenten des Innsbrucker Landesgerichts. Den Sprung an den Obersten Gerichtshof in Wien schaffte er als Hilfsrichter Ende April 1933. Die Ernennung zum Rat erfolgte Mitte Dezember 1933.

Am 1. April 1939 kam er an das Reichsgericht. Er war im VI. und III. Strafsenat sowie zuletzt im II. Zivilsenat tätig. Er wurde im August 1945 in Leipzig verhaftet und verstarb 1946 in sowjetischer Haft.

Parteizugehörigkeit

  • Ende Februar 1934 bis 1938 Vaterländische Front (VF); im März 1937 Dienststellenleiter der VF beim OGH

Ehrungen

Literatur

  • Friedrich Karl Kaul: Geschichte des Reichsgerichts, Band IV (1933–1945), Ost-Berlin 1971, S. 277.

Einzelnachweise

  1. Initiativgruppe Lager Mühlberg e. V. (Hrsg.): Totenbuch – Speziallager Nr. 1 des sowjetischen NKWD, Mühlberg/Elbe, Mühlberg/Elbe, 2008, S. 112, ISBN 9783000269998
  2. Kösener Corpslisten 1960, 73, 114.