BRITE

BRITE (BRIght-star Target Explorer) oder BRITE Constellation ist ein Satelliten-Projekt, welches mittels photometrischer Messungen die Variabilität der hellsten Sterne am Himmel untersuchen soll. Der Start der ersten Satelliten ist für Januar 2013 vorgesehen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Projektbeteiligte

Das Projekt wurde ursprünglich als Kooperation zwischen der Technische Universität Graz und der Universität Toronto begonnen, die FFG beschloss am 26. Oktober 2005 den Projektvorschlag zu fördern.[2] Weitere Teilhaber an der Mission sind Arbeitsgruppen der Universitäten Wien, Montréal und British Columbia.[3] Am 16. Dezember 2009 hat sich Polen dem BRITE-Projekt angeschlossen, vertreten durch zwei Institute der Polska Akademia Nauk.[4]

Satelliten

BRITE ist ein ergänzendes Projekt zu MOST und hat als primäres wissenschaftliches Ziel die Helligkeitsschwankungen von Sternen mit einer scheinbaren Helligkeit von kleiner als 4 mag photometrisch zu vermessen.[5] Die Satelliten von BRITE Constellation sollen es ermöglichen, gleichzeitig (zumindest) zehn Sterne über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten hinweg oder in zwei unterschiedlichen Epochen zu beobachten,[5] MOST erreichte nur zwei Monate Beobachtungszeit bei einem Stern.[6]

Ursprünglich war BRITE-Constellation geplant als Verbund der zwei Nanosatelliten Uni-BRITE und BRITE-Austria/TUGSAT-1,[3] deren Start für 2008 mit einer Dnepr- oder Rockot-Rakete vorgesehen war.[2]

Aktuell geplant ist der Start von UniBRITE und TUGSAT-1 als Sekundärnutzlast mit der indischen Trägerrakete PSLV C-20 im Januar 2013.[1] Einer der polnischen Satelliten sollte im Laufe des Jahres 2012 folgen, der andere 2013.[4]

Die Nanosatelliten von BRITE-Constellation sind eine Weiterentwicklung des Satelliten CanX-2.[7] Der in der BRITE-Constellation-Mission genutzte Satellitenbus hat eine Kantenlänge von 20 cm und eine Gesamtmasse von zirka 7 kg.[8] Die wissenschaftliche Nutzlast ist ein Teleskop mit CCD-Bildsensor mit einer Auflösung von 4072 x 2720 Pixeln für differentielle photometrische Messungen der Helligkeit von Sternen.[8] Die Satelliten werden sich auf einem sonnensynchronen polaren Orbit in 800 km Höhe bei einer Umlaufzeit von rund 100 Minuten bewegen, für die Bodenstationen in Graz und Toronto sind die Satelliten pro Umlauf rund 10 Minuten in Empfangsreichweite.[8] Eine weitere Bodenstation in Polen ist in Planung.

Quellen

  • W. W. Weiss, A. Moffat, O. Kudelka: BRITE-Constellation, Communications in Asteroseismology, Vol.157, p. 271, Online-Fassung
  • K. A. Carroll, S. Rucinski, and R. E. Zee: Arc-Minute Nanosatellite Attitude Control: Enabling Technology for the BRITE Stellar Photometry Mission, Proc. 18th Annual AIAA/USU Conference on Small Satellites, Logan, Utah, August 2004 (PDF)
  • A. Kaiser, S. Mochnacki, W. W. Weiss: BRITE-Constellation: Simulation of Photometric Performance, Communications in Asteroseismology, Vol.152, p. 43-50, Online-Fassung

Einzelnachweise

  1. a b Worldwide Launch Schedule. Spaceflight Now, 30. November 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012 (englisch).
  2. a b TUG Print Ausgabe 18 (2/06); abgerufen am 13. Dezember 2010
  3. a b Die Geschichte von BRITE-Constellation. Institut für Astronomie, Universität Wien, abgerufen am 23. Januar 2012.
  4. a b First Polish Scientific Satellite. Centrum Badań Kosmicznych, Centrum Astronomiczne im.Mikołaja Kopernika, 5. März 2012, abgerufen am 22. März 2012 (englisch).
  5. a b Wissenschaft mit BRITE-Constellation - Überblick. Institut für Astronomie, Universität Wien, abgerufen am 23. Januar 2012.
  6. The MOST Project at a Glance, abgerufen am 23. Januar 2012, englisch
  7. Can-X3 BRITE, abgerufen am 13. Dezember 2010
  8. a b c Der erste österreichische Satellit, Pressemitteilung vom Januar 2010, abgerufen am 13. Dezember 2010

Weblinks