Bank Burgenland

HYPO-BANK Burgenland AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gegründet 1928
Unternehmenssitz Eisenstadt
Bilanzsumme EUR 3,363 Mrd. (2006)
Gewinn vor Steuern EUR 13,16 Mio
Mitarbeiter 311 (2004)
Branche Bank
Webseite www.bankburgenland.at
Logo

Die Bank Burgenland ist eine österreichische Bank, die vorrangig im Bundesland Burgenland sowie dem benachbarten Ungarn tätig ist.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der tatsächliche Name der Bank laut österreichischen Firmenbuch lautet "HYPO-BANK Burgenland AG", welche sich seit dem Closing im Sommer 2006 im Konzern der GRAWE (Grazer Wechselseitige Versicherung AG) befindet. Weiters ist die HYPO-BANK Burgenland ein ständiges Mitglied im Verband der österreichischen HYPO-Verbandes.

Geschichte

Sie wurde 1928 als Landeshypothekenbank des Burgenlandes gegründet, die die Finanzierung öffentlicher Institutionen zur Aufgabe hatte. 1991 wurde diese mit der Eisenstädter Bank zur Bank Burgenland fusioniert.

Affäre

Im Jahr 2000 gab es einen Skandal wegen geplatzter Kredite im Ausmaß von 2 Milliarden Schilling (ca. 146 Millionen EUR), welcher zu vorgezogenen Landtagswahlen und dem Rücktritt von Landeshauptmann Karl Stix führte.

Verkauf

Im Jahr 2003 wurde im Landtag der „rasche“ Verkauf der Bank beschlossen, der sich jedoch in die Länge zog, da der erste Verkaufsversuch an die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank AG scheiterte. Der zweite scheiterte ebenfalls, als im August 2005 die Bank an den Industriellen Mirko Kovats bzw. dessen A-TEC Industries verkauft werden sollte. Kovats zog sein Angebot zurück, als sich abzeichnete, dass sich dafür keine Mehrheit im burgenländischen Landtag finden lässt.[1]

Im Oktober 2005 wurde die Bank erneut zum Verkauf ausgeschrieben. Am 5. März 2006 erhielt die Grazer Wechselseitige Versicherung AG den Zuschlag für 100,3 Millionen Euro plus Kapitalerhöhung um 40 Millionen Euro, obwohl ein österreichisch-ukrainisches Bieterkonsortium (Slav AG, Sitz in Wien) 155 Millionen Euro zuzüglich einer Kapitalerhöhung von 100 Millionen Euro geboten hatte. Da der Verkauf aber nicht nur vom Kaufpreis abhängig gemacht wurde, sondern von einem sogenannten "Gesamtpaket", bekam die GRAWE den Zuschlag.

Der endgültige Verkauf der HYPO-BANK Burgenland, das so genannte Closing, wurde im Sommer 2006 durchgeführt. Voraussetzung dafür war eine positive Bewertung durch die Europäische Kommission. Die unterlegene Slav AG protestierte dort unter anderem mit der Behauptung, dass die Bank Burgenland unter ihrem Marktwert an die GRAWE verkauft werden würde, was eine unerlaubte Subvention im Sinne des Europäischen Beihilferechts sei. Die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes forderte infolge die Grawe auf, die Differenz zum Offerte der abgeblitzten Ukrainer von 55 Mio. Euro nachzuzahlen.[2]

Aktuelles

Durch den Kauf durch die GRAWE befindet sich die HYPO-Bank Burgenland AG in einem der größten, mitteleuropäischen Versicherungskonzerne, welcher mit einer hervorragenden Eigenkapitalquote ausgestattet ist.

Nach jüngsten Meldungen aus Zeitung und Fernsehen wird eine weitere Fusion mit der Capital Bank, welche auch der GRAWE gehört, vorbereitet. Durch diese Zusammenlegung würde die neue Bank eine Bilanzsumme von über 4 Milliarden Euro erreichen bzw. über 500 Mitarbeiter beschäftigen.

Einzelnachweise

  1. http://www.news.at/articles/0533/30/119594/niessl-verkauf-bank-burgenland-kovats-angebot
  2. Bank Burgenland: GraWe muss 55 Mio. Euro nachzahlen DiePresse vom 30. April 2008