Besatzungskind

Als Besatzungskinder bezeichnet man Kinder, die der Verbindung einer einheimischen Frau mit einem Besatzungssoldaten entstammen. Besatzungskinder wurden in nahezu allen Kriegs- oder Nachkriegsbesatzungszeiten gezeugt. Breitere Aufmerksamkeit widerfährt ihnen zum ersten Mal seit den beiden Weltkriegen in Europa; ihr sozialer Sonderstatus sowie der ihrer Mütter ist öffentlich bekannt und Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Ihr Schicksal ist häufig mit gravierenden Tabuisierungen in ihrem familiären und sozialen Umfeld verbunden. Viele heute lebende Besatzungskinder sind sogenannte Wehrmachtskinder: Sie wurden in den Ländern gezeugt, die das Deutsche Reich während des Zweiten Weltkrieges besetzt hielt. In den Jahren nach 1945 wurden in den Besatzungszonen, vor allem in Deutschland, viele Kinder von den jeweiligen Besatzungssoldaten gezeugt, vor allem von Soldaten der US Army, der Roten Armee, der British Army und der Französischen Armee.

Inhaltsverzeichnis

Diskriminierung der Mütter und Kinder

19. Jahrhundert

In der zwischen 1773 und 1858 großteils von Johann Georg Krünitz geschaffenen deutschsprachigen Oeconomischen Encyclopädie werden zum Begriff „Kind“ folgende Komposita aufgeführt, die eine soziale Einschätzung beinhalten: „Beykind“, „Findelkind“, „Frühkind“, „Hofkind“, „Hurkind“, „Jungfernkind“, „Kebskind“, „Kirchspielskind“, „Mantelkind“, „natürliches Kind“, „Pflegekind“, „uneheliches Kind“, „Ziehkind“.

Zu „Hurkind“ wird ausgeführt: „Das Hurkind, in der harten Sprechart.

1. Im engsten Verstande, ein von einer öffentlichen Hure erzeugtes Kind, oder ein außer der Ehe erzeugtes Kind, dessen Vater die Mutter nicht mit Gewißheit anzugeben vermag, ein Bankart, französisch ‚Fils de putain‘.

2. In weiterer Bedeutung, ein uneheliches Kind, ein außer der Ehe erzeugtes Kind, dessen Vater aber bekannt ist, ein natürliches Kind (d. i. ein Kind, welches bloß aus einem natürlichen Bedürfnisse, bloß nach dem Stande der Natur, ohne Beobachtung der bürgerlichen Ordnung gezeuget worden) in der deutschen Bibel Hurenkind, mit anständigern Ausdrücken Bastard, ein Beykind, Kebskind, Jungfernkind, wenn die Mutter vorher nicht verheurathet gewesen, im Altfries. ‚Hornink‘, ‚Hörning‘; ehedem ein Liebkind, oder Liebeskind, ein Stichling, lateinisch ‚Infans adulterinus‘, ‚nothus‘ oder ‚spurius‘, ‚Filius naturalis‘, französisch ‚Bâtard‘, ‚Enfant naturel‘. Ein vor der priesterlichen Einsegnung gezeugtes uneheliches Kind, wird, mit einem größtentheils veralteten Worte, ein Mantelkind genannt (...).

Zu den späteren Komposita gehören die Schweizer Verdingkinder, die Schwabenkinder, die Schlüsselkinder und die am ehesten zu den „Hurkindern“ zu zählenden „Besatzungskinder“. Damit ist auch gleichzeitig gesagt, dass außereheliche Kinder von fremden Soldaten nie eine Sonderrolle spielten, obwohl sie mit Gewissheit immer wahrgenommen wurden. Denn die Geschichte der Kriege ist, wie die neuere Kriegs- und Zivilisationsforschung zeigt, von der Geschichte der Zivilisation nicht zu trennen,[1] so dass in der Kriegführung ein immer auch in Kultur eingebettetes Bild von Männer- und Frauenrolle zum Ausdruck kommt.[2]
Susan Brownmiller zitiert Dschingis Khan als „heroischen Vergewaltiger“, der zum Ausdruck brachte, was Krieg für ihn bedeutete: „Die höchste Aufgabe im Leben des Mannes besteht darin, den Widerstand seiner Feinde zu brechen, sie vor sich herzutreiben, all ihren Besitz zu nehmen, das Wehklagen ihrer Lieben im Ohr zu haben, ihre Pferde zwischen die Schenkel zu nehmen und die begehrenswertesten ihrer Frauen zu umarmen.[3]

Eine vielzitierte Beschreibung des Rheins als „der großen Völkermühle“ und als „der Kelter Europas“ gibt Carl Zuckmayer im ersten Akt seines Schauspiels Des Teufels General von 1946/1966, indem er sich über den Ariernachweis lustig macht und das Schicksal von Besatzungskindern glorifizierend ins Anekdotische wendet: „Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. Und dann kam ein griechischer Arzt hinzu, oder ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat vom Elsass, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant – das alles hat am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt und – und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven, und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald, und – ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt – wie Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein – das heißt: vom Abendland. Das ist der natürliche Adel. Das ist ‚Rasse‘.

20. Jahrhundert

Unabhängig von zu Schwangerschaft führenden Vergewaltigungen sind Frauen, die sich mit dem „Feind“ einließen, im 20. Jahrhundert in Belgien, Dänemark, Deutschland (siehe auch Rheinlandbastard), Frankreich, Holland, Italien, auf Jersey, in Norwegen (vgl. Tyskerbarn) und Spanien (franquistische Soldaten vergewaltigten und schoren Frauen, denen sie Verbindungen mit den Republikanern im Spanischen Bürgerkrieg unterstellten) registriert und diskriminierender Rache unterworfen worden.[4]

Für die NS-Führung waren die Besatzungskinder eine nicht zu übersehende Tatsache, die in Nord- und Westeuropa wegen des „rassisch wertvollen“ Bevölkerungszuwachses begrüßt werden konnte. Als „rassisch unerwünscht“ galten hingegen zunächst Kinder aus deutsch-russischen Verbindungen, ehe auch sie „als wertvoller Ersatz für die kriegsbedingt ausgefallenen Geburten“ erfasst werden sollten. Neben ihren russischen Vornamen sollten sie, wie den Juden die zusätzlichen Vornamen „Israel“ und „Sarah“ gegeben wurden, die Vornamen „Friedrich“ oder „Luise“ tragen. Wenig ist bisher darüber bekannt, wie die Sowjetunion mit den russischen Gefährtinnen von Deutschen und ihren Kindern umging, außer dass sie in unbekannter Zahl nach Sibirien geschickt oder erschossen wurden.[5]

Frankreich hielt nach dem Ersten Weltkrieg das Rheinland und Teile von Hessen besetzt - auch durch schwarze Kolonialregimenter (siehe "Alliierte Rheinlandbesetzung" und Ruhrbesetzung 1923). Wenn eine Frau ein schwarzes Baby gebar, wurde dies im Volksmund auch Rheinlandbastard oder "schwarze Schmach" genannt.[6][7]

Wehrmachtskinder im Zweiten Weltkrieg

Die Zahl der deutschen „Wehrmachtskinder“ zwischen 1939 und 1945 dürfte europaweit zwischen einer und zwei Millionen liegen.[8]

Für Ebba D. Drolshagen ist der Begriff „Besatzungskind“ so sehr auf die deutsche und österreichische Nachkriegszeit fixiert, dass sie für die europaweit von deutschen und damit auch österreichischen und volksdeutschen Soldaten bis 1945 gezeugten Kinder den Begriff „Wehrmachtskinder“ vorzieht.[9] Denn die von manchen benutzte Bezeichnung „Kriegskind“ trifft für sie den Sachverhalt auch nicht, weil damit jedes Kind gemeint ist, das in Kriegszeiten geboren wird oder heranwächst.

Dass sie zuerst 1998 mit ihrem Buch „Nicht ungeschoren davonkommen“ und ausführlicher 2005 an die „Wehrmachtskinder“ erinnern musste, führt sie auf die lange aufrechterhaltene „Begriffsstutzigkeit“ der Deutschen zurück: „Die schlichte Wahrheit ist, dass wir Deutsche sozusagen mit ganz Europa versippt und verschwägert sind, denn wir haben überall Brüder und Schwestern, Nichten und Neffen, Cousins und Cousinen.[10]

Belgien

Die Zahl der Wehrmachtskinder in Belgien („Kuckuckskinder“) aus den Landesteilen Flandern und Wallonien wird auf 20.000 bis 40.000 geschätzt. [11] Darunter sind auch die Kinder, die im Lebensbornheim „Foyer Ardennen“ in Wégimont bei Lüttich geboren wurden.[12]

Das erste belgische Kriegskind, die inzwischen 68-jährige Belgierin Gerda Swillen[13], erhielt innerhalb dreier Monate nach Antragstellung im Juli 2010 die deutsche Staatsangehörigkeit.

Dänemark

Die Zahl der Besatzungskinder in Dänemark wird auf 18.000 geschätzt.[14]

Finnland

Die Zahl der Besatzungskinder in Finnland wird auf 4.000 geschätzt.[15]

Frankreich

Die Zahl der Wehrmachtskinder und Kinder deutscher Kriegsgefangener in Frankreich in den Jahren von 1941-1949 wird auf 75.000-200.000 geschätzt.[15] [16]

Inzwischen kann zum Beispiel für Frankreich nach Jahrzehnten des Beschweigens (Tabu) festgestellt werden, dass sich der Status der Frauen, die der Horizontalen Kollaboration bezichtigt wurden, und ihrer als „Enfants maudits“ oder „Bâtards de Boche“ (Bastard eines Boche) verunglimpften Kinder sehr verändert hat: aus schwarzen Schafen wurden Opfer.[17] In den in Frankreich sehr verbreiteten Comics wurde 2009 ein zweibändiger Titel „L’Enfant Maudit“ veröffentlicht.[18]

Seit 2005 gibt es den Verein „Amicale Nationale des Enfants de la Guerre“ (A.N.E.G.). Er hat sich in seiner Satzung der Hauptaufgabe gestellt, den Besatzungskindern einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters bei der Suche nach ihren Wurzeln zu helfen. Ferner haben sich seine Mitglieder auch die Aufgabe gestellt, sich um die Besatzungskinder zu kümmern, die einen französischen Vater und eine deutsche Mutter haben. Diese wurden in der Regel nach 1945 gezeugt, als französische Soldaten die Französische Besatzungszone inklusive des Saarlands besetzt hielten.[19]

Ein weiterer französischer Verein mit einer Suchrubrik (Recherches) für französische Besatzungskinder ist "Coeurs Sans Frontières/Herzen ohne Grenzen".[20]

Erfolgreiche französisch-deutsche Familienzusammenführungen am Beispiel von französischen Besatzungskindern sind Thema der beiden Filme mit dem Titel „Feindeskind“[21] bzw. „Besatzungskinder“[22], in denen die Phasen von der Suche bis zur Familienzusammenführung aus Sicht der beteiligten Geschwister dargestellt wird.

Dank der Initiative von Bernard Kouchner (vom 18. Mai 2007 bis 14. November 2010 französischer Außenminister und Minister für Europäische Angelegenheiten in der Regierung von François Fillon) und der Einwilligung der Bundesregierung können die Besatzungskinder der Deutschen in Frankreich von einst seit 2009 die Doppelte Staatsbürgerschaft beantragen.[23]
[24] Binnen eines Jahres wurden etwa 60 solcher Einbürgerungsanträge gestellt, über 30 wurden bewilligt. Der 'Nationale Freundeskreis der Kriegskinder' fordert, dass aus der deutsch-französischen Sonderregelung eine europäische Regelung wird. Im Juni 2010 kam es bei Stuttgart zu einem deutsch-französischen Familientreffen besonderer Art; dort wurde diese Forderung bekräftigt.[25]

Niederlande

Die Zahl der Besatzungskinder in den Niederlanden wird auf 20.000 geschätzt.[15] Die Wehrmachtsangehörigen in den Niederlanden, die mit niederländischen Frauen Beziehungen eingingen, wurden kriegsbedingt oft schon nach kurzer Zeit in andere Länder abkommandiert. Frauen, die aus diesen Beziehungen schwanger wurden, konnten in Heimen in Amsterdam entbinden. Die Familienzusammenführung nach dem Zweiten Weltkrieg war schwierig. Kinder wurden oft nicht über ihre Herkunft aufgeklärt.[26]

Norwegen

Die Zahl der Besatzungskinder in Norwegen wird auf 12.000 geschätzt.[15] Siehe Tyskerbarn.

Baltische Länder, Polen, Sowjetunion und Balkan

Am unaufgeklärtesten blieb bisher die Situation von Kindern, die während des Krieges zwischen 1939 und 1945 in den slawischen und baltischen Ländern von deutschen Soldaten gezeugt wurden.[27] Das Schicksal von Besatzungskindern in der Sowjetunion behandelt Regina Mühlhäuser in einem Kapitel ihres 2010 erschienenen Buches Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941 - 1945.[28]

Exkurs: Kriegskinder in Deutschland

Während des Zweiten Weltkriegs wurden sowohl Kriegsgefangene in Deutschland mit Frauen der deutschen Bevölkerung als auch deutsches Aufsichtspersonal mit Zwangsarbeiterinnen in Deutschland Väter von Kriegskindern (siehe als Beispiel auch 'Dynamitfabrik Krümmel').

Besatzungskinder nach dem Zweiten Weltkrieg

Deutschland

Bei der Eroberung Deutschlands vergingen sich Soldaten der Alliierten und der Roten Armee an deutschen und österreichischen Frauen (bei der Befreiung Frankreichs durch Soldaten der US-Armee wurden auch Französinnen vergewaltigt). Auch nach Kriegsende kam es noch gelegentlich zu Vergewaltigungen.

Vielen Soldaten war ein Fraternisierungsverbot auferlegt; es wurde später gelockert, aufgehoben oder ignoriert.[6]

Zu den Kriegsfolgen in Deutschland gehörte, neben Armut und Hunger, auch, dass viele Mütter ihre Kinder allein erziehen mussten, da die deutschen Väter in Kriegsgefangenschaft oder gefallen waren. Vor diesem Hintergrund konnte Prostitution für Frauen ein Weg sein, sich und ihre Familien zu ernähren; „Überlebensprostitution“ wurde dies genannt.[29]

Die alliierten Streitkräfte waren mehrere Jahre lang nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland stationiert. Im Buch „GIs and Fräuleins“ von Maria Höhn werden 66.000 Besatzungskinder von Soldaten der alliierten Truppen für den Zeitraum 1945-55 genannt:

  • Amerikanischer Elternteil: 36.334
  • Französischer Elternteil: 10.188
  • Britischer Elternteil: 8.397
  • Sowjetischer Elternteil: 3.105
  • Belgischer Elternteil: 1.767
  • andere/unbekannt: 6.829

In Deutschland und Österreich wurden viele Besatzungskinder in der Nachkriegszeit 1945 bis etwa 1955 geboren.[8]

Sowjetische Besatzungszone

Zunächst gab es keine Regelungen über den Umgang der sowjetischen Soldaten mit deutschen Frauen. Von Seiten der deutschen Eltern wurden die Beziehungen ihrer Töchter mit Misstrauen gesehen. Ab 1947 wurden den sowjetischen Soldaten alle privaten Kontakte mit deutschen Frauen untersagt. Sowjetische Soldaten, deren Umgang mit deutschen Frauen bekannt wurde, wurden von der Militärpolizei abgeholt und mussten zurück in die Heimat in ein Arbeitslager. Sowjetische Soldaten, die zu den Amerikanern überliefen oder sich bei Deutschen versteckten, wurden als Fahnenflüchtige behandelt, ihre Familien in der Sowjetunion in Sippenhaft genommen. Briefkontakte der versetzten sowjetischen Soldaten mit ihren ehemaligen deutschen Freundinnen wurden verboten. Abschiedsbriefe zur Beendigung der Beziehungen mussten geschrieben werden. Es gab schätzungsweise 100.000 Kinder von sowjetischen Soldaten und deutschen Frauen, sei es aus Vergewaltigung, sei es aus Liebesbeziehungen. Die Suche nach den sowjetischen Freunden oder Vätern war deutschen Frauen und Kindern erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder möglich.[30]

Amerikanische Besatzungszone

Die Soldaten der Westmächte wurden von der Bevölkerung freundlich als Befreier empfangen. Kinder bekamen von den amerikanischen Soldaten Schokolade und Kaugummi. Die Amerikaner wurden durch Propagandafilme auf Deutschland vorbereitet. Wegen der Nazi-Vergangenheit der Deutschen sollte es keine Fraternisierung geben. Das Fraternisierungsverbot wurde jedoch gelockert. Mit fortwährender Dauer der Besatzungszeit entstanden viele Beziehungen zwischen einheimischen Frauen und Besatzungssoldaten. In Deutschland (West) wurden nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes etwa 100.000 Besatzungskinder, nach anderen Quellen über 220.000 Kinder allein aus Beziehungen mit U.S.-Militärangehörigen geboren.[31] Schätzungsweise 15.000 deutsche Frauen heirateten amerikanische Soldaten.[32]

Besondere Lage der Brown Babies

Am auffälligsten und am gravierendsten für Mutter und Kind war die Situation, wenn der Vater ein britischer oder französischer Soldat afrikanischer Herkunft war oder ein afroamerikanischer Soldat der US-Streitkräfte.[33] Hier zeitigte die rassistische Propaganda des "Dritten Reichs" ihre Auswirkungen, betroffene Frauen wurden häufig als "Negerhuren" beschimpft und auch die "Mischlingskinder" begegneten verbreiteter gesellschaftlicher Ablehnung. (Der Spielfilm Toxi aus 1952 dokumentiert diese Ablehnung und ein gesellschaftlich akzeptables "Happy End" - das Besatzungskind wird von seinem leiblichen Vater in die Vereinigten Staaten verbracht).[34][35].

Das Fraternisierungsverbot für amerikanische Soldaten wurde im Oktober 1945 aufgehoben. Ab dann durften schwarze Soldaten mit deutschen (weißen) Frauen ausgehen. Im Jahr 1948 wurde die Rassentrennung in der US-Armee aufgehoben. Die amerikanischen Väter wurden z. B. nach Korea versetzt. Von den „Brown Babies“ wurden etwa 7.000 von schwarzen Adoptiveltern in den Vereinigten Staaten aufgenommen. Bei der Vermittlung der Adoptionen wirkten die deutschen Jugendämter mit. Wenn die deutsche Mutter die Adoptivfreigabe unterschrieb, hatte sie kein Recht mehr, nach dem Kind zu forschen. Die Kinder wurden von Frankfurt mit dem Flugzeug in die Vereinigten Staaten gebracht. Die Rassentrennung in den Vereinigten Staaten wurde erst 1964 aufgehoben, so dass die Kinder wegen ihrer Hautfarbe auch in den Vereinigten Staaten diskriminiert wurden (Kraut, coloured). Sie durften kein deutsch mehr sprechen, wurden auch als Farm-Arbeitskräfte benutzt. Durch Zufall, Hinweis durch die Adoptiveltern oder durch Ahnenforscher gelang es einigen der Brown Babies, das Grab ihrer Mutter oder ihre deutschen Geschwister zu finden. Das Gefühl, nirgendwo hinzugehören blieb.[36]

Hamburg

Hamburg war von 1945 bis 1958 von britischen Truppen besetzt. Die Besatzung wurde durch Soldaten sowie zivile britische Bedienstete ausgeführt. Teilweise zogen die britischen Familien nach. Für die Briten arbeiteten in der Spitze rund 50.000 Hamburger im Büro, Haushalt und als Fahrer. Es ergaben sich rund 1.000 Ehen zwischen Briten und Hamburgern. Mindestens 700 uneheliche Besatzungskinder wurden geboren.[37]

Französische Besatzungszone

Die Französische Besatzungszone wurde auf Grund der Konferenz von Potsdam am 14. Juli 1945 eingerichtet. Anfangs gab es Vergewaltigungen und Plünderungen. Es herrschte zunächst ein Fraternisierungsverbot. Jedoch wurden Ende 1945 außerdienstliche Kontakte zu den Deutschen erlaubt. Ein französischer Vater konnte sein Kind aus der Beziehung mit einer deutschen Frau anerkennen, durfte aber nicht heiraten. Versetzungen, z. B. nach Indochina, und mangelnde Unterstützung bei der Suche nach der ehemaligen deutschen Freundin waren Hindernisse für eine Familienzusammenführung. Besatzungskinder wurden in Heime abgeschoben.[38]

Österreich

Auch in Österreich war die Situation der Soldatenkinder stark von der jeweiligen Besatzungszone abhängig. Die Anzahl der betroffenen dürfte österreichweit nach Forschungen bei etwa 20.000 Kindern mit einer hohen Dunkelziffer liegen, die in der Zeit von 1946 und 1953 geboren wurden.[39][40]

In Österreich galt es als diskriminierend, ein „Russenkind“ oder ein Brown Baby zu sein (bzw. für die Mütter, eines zu haben).

In Österreich wurden Frauen, die mit den Besatzungssoldaten ein Verhältnis eingingen, in der Bevölkerung »Amischickse« oder »Dollarflitscherl« tituliert und im Fall eines Dunkelhäutigen abfällig »Schokoladenmädchen« genannt.[6]

Die Armeezeitung Stars and Stripes schrieb im April 1946, »pregnant Fräuleins« (pregnant = schwanger) dürften keine Unterstützung von den Militärbehörden erwarten: »Ein ›Kraft-durch Freude‹-Mädchen, das von der verbotenen Frucht gekostet hat, muss die Konsequenzen selbst auf sich nehmen.« Diese Politik verfolgen die Vereinigten Staaten bis in die Gegenwart.[6]

Dunkelhäutiger Nachwuchs war für Österreich ein vollkommen neues Phänomen, wohingegen es im Rheinland – Franzosen hielten nach dem Ersten Weltkrieg das Rheinland durch farbige Kolonialregimenter besetzt – bekannt war und „schwarze Schmach“ oder „Rheinlandbastard“ genannt wurde.[6]

Dunkelhäutige Besatzungskinder aus Österreich im Alter von vier bis sieben Jahren wurden – wohl initiiert und organisiert von österreichischen Jugendämtern – in die Vereinigten Staaten geflogen und dort von Farbigen adoptiert.[6]

Vergewaltigungskinder

Bosnien und Kroatien

Die seit den 1990er Jahren möglich gewordene unvoreingenommene Aufmerksamkeit erstreckte sich sehr schnell auf das Kriegsgeschehen im ehemaligen Jugoslawien, so dass muslimische bosnische Frauen und Kroatinnen, die in besonderen serbischen Vergewaltigungslagern mit dem Ziel vergewaltigt wurden, „Tschetnik-Kinder“ zu gebären, keinem Tabuschicksal ausgesetzt zu sein brauchten, wenn sie ihre Scham überwanden und bei entsprechenden Hilfsorganisationen Zuflucht finden konnten.[41]

Situation der Mütter, Kinder und Väter

Schutz der Kinder

Das Bewusstsein davon, was Kindern an Ausgrenzung und Schikanierung durch das Schicksal ihrer Mütter widerfahren kann, hat 1989 zur Verabschiedung der Kinderrechtskonvention geführt. Seit 2008 ächtet der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen außerdem sexuelle Gewalt als Kriegsverbrechen, was in „Die Zeit“ eine „historische Tat“ genannt wurde.[42]

Integration in eine neue Familie

Kinder, die infolge einer Vergewaltigung geboren werden oder einer „verbotenen“ Liebesbeziehung entstammen, droht, dass sie von ihrem Umfeld benachteiligt oder ausgegrenzt werden. Wenn ein neuer Partner der Frau oder andere Verwandte bereit sind, das Kind wissentlich als zur Familie gehörig anzuerkennen und anzunehmen, kann diese Stigmatisierung abgewendet werden.[43]

Unwissenheit der Kinder

Die Wehrmachtskinder wunderten sich, warum sie gegenüber ihren Geschwistern benachteiligt wurden, und erfuhren oft nur spät und per Zufall von ihrem Status:

  • durch Bemerkungen von Schulkameraden, Verwandten oder Nachbarn,
  • wenn sie amtliche Dokumente benötigten (z.B. Familienstammbuch) oder
  • wenn ihre Mutter verstorben war.[44]

Das Schweigen der Väter

Die Besatzungsmächte griffen oft zu rigorosen Maßnahmen, um Fraternisierungen mit der Bevölkerung der besetzten Gebiete zu verhindern. Betroffene Paare hielten ihre Beziehung wegen solcher Verbote und wegen der Stimmung in der Bevölkerung des besetzten Landes oft geheim. Die Väter von Besatzungskindern wurden vor Unterhaltsklagen aus den besiegten Ländern geschützt.

In der Folge brach die Verbindung von Seiten der Väter schon dann ab, wenn die Wehrmachtssoldaten plötzlich Marschbefehl erhielten, ohne sich verabschieden zu können. Im Krieg fielen einige der Väter, und der Kontakt zu den Freundinnen und Besatzungskindern in den besetzten Gebieten brach damit ab. In der Nachkriegszeit behinderten die Alliierten die Rückkehr deutscher Väter zu ihren früheren Freundinnen und deren Besatzungskindern. Natürlich gab es auch ehemalige Wehrmachtssoldaten, die nach Rückkehr in ihre deutsche Familie bewusst die Beziehung mit ihren früheren Freundinnen und ihre Besatzungskinder verschwiegen.[14]

Das Schweigen der Mütter

Ab dem Kriegsende waren die Mütter, die von Besatzungssoldaten Kinder hatten, Strafmaßnahmen durch die aufgebrachte Bevölkerung und Strafprozessen ausgeliefert. Sie wurden sozial und wirtschaftlich ausgegrenzt. Viele von ihnen heirateten Männer aus ihrem Heimatland, u.a. um von ihrem Umfeld wieder mehr geachtet zu werden und um nicht als alleinerziehende Mütter dazustehen. Die Verfolgung einer ehemaligen Freundin eines Wehrmachtssoldaten in Frankreich, die gerade noch dem Kahlscheren des Kopfes entgehen konnte, und der traumatische Schaden für ihre Beziehungen und ihr Berufsleben wurde im Buch der ANEG beschrieben.[45]

Einige gaben ihre Wehrmachtskinder in Heime; andere versuchten, sich mit ihrem neuen Partner, den gemeinsam gezeugten Kindern und dem Wehrmachtskind zu arrangieren (siehe auch "Patchworkfamilie"). Einige Mütter verstarben bereits während des Krieges. Das späte Suchen von Besatzungskindern nach dem leiblichen Vater war meist schwierig und (trotz langer Suche) oft ergebnislos.

Suche der Besatzungskinder nach ihren Vätern

Seit Oktober 2007 besteht das Netzwerk der Europäischen Kriegskinder „Born Of War - international network“. Jedes Jahr treffen sich diese nationalen Kriegskindervereine in Berlin zum Gedankenaustausch und zur Erarbeitung von Positionen.[46]

Kinder des Zweiten Weltkriegs

Rückbesinnung

Im Rentenalter wollen viele Besatzungskinder aus dem Zweiten Weltkrieg endlich (ohne beruflich oder familiär noch eingeschränkt zu sein) die Suche nach ihren Wurzeln vorantreiben. Oft sind die Kinder der Väter aus der entsprechenden deutschen Familie ebenfalls an einem Familien- bzw. Nachkommenkontakt interessiert. Ein Großteil der Öffentlichkeit hat Verständnis und Mitgefühl für die Menschen, die insgeheim leiden mussten. Nur wenige Väter sind noch am Leben. Die Mehrzahl der Mütter hat nach familiären oder nachbarschaftlichen Demütigungen ihre Kinder zeitlebens über deren Herkunft im Unklaren gelassen.[14]

Belgien

Am Beginn der Suche sollte immer die Einsicht in die komplette Geburtsakte (nicht nur Auszug) stehen. Weiter ist zu prüfen, ob es eine Urkunde der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, Auslandsorganisation - Amt für Volkswohlfahrt und Winterhilfswerk (1941-1944) über Unterhaltszahlungen, alte Fotos mit Widmung oder private Briefe gibt.[47]

Suche in deutschen Archiven

In Deutschland befinden sich mehrere zentrale Datensammlungen:

  • Der militärische Weg der Wehrmachtssoldaten kann bei der Deutschen Dienststelle (WASt) erfragt werden.
  • Das Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg hat einige Kopien von Personalakten und für jede Einheit der Wehrmacht „Kriegstagebücher“, in denen die Bewegungen und Verluste pro Tag protokolliert wurden.
  • Die Akten über Parteimitgliedschaften im Dritten Reich, die früher im Berlin Document Center aufbewahrt wurden, befinden sich jetzt im Bundesarchiv (Deutschland), Dienstort Berlin-Lichterfelde. Recherchen können dreißig Jahre nach dem Tod der gesuchten Person in Berlin-Lichterfelde durchgeführt werden. Als Angaben werden benötigt Name, Vorname, Geburtsdatum sowie Angaben zu Beruf und Tätigkeit.[48]
  • Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat eine online abfragbare Gräberdatei der im Krieg Gefallenen.[49]

Suche von Kindern der Kriegsgefangenen

Suche nach Vätern aus Frankreich

Für Kinder und Enkel von französischen Kriegsgefangenen bieten sich verschiedene Wege. Auch Kriegsgefangene wurden oft systematisch erfasst und es existieren noch Unterlagen in den Archiven. In Frankreich befindet sich in Caen ein Archiv der französischen Armee das Anfragen bearbeitet [50] Eine weitere Möglichkeit der Suche bietet der Internationale Suchdienst in Arolsen (ITS)[51]

Kinder der Nachkriegszeit

Die Suche der Besatzungskinder der Nachkriegszeit nach ihren Vätern stößt wegen ungenauer Angaben zur Person des Vaters, verschlossener Archive oder vernichteter Unterlagen oft an ihre Grenzen.[52]

Suche nach Vätern aus den Vereinigten Staaten

Die Suche der Besatzungskinder von amerikanischen Besatzungssoldaten nach ihren leiblichen Vätern und deren Familien wird unter anderem durch die Organisation gitrace unterstützt.

Seit dem Jahr 2009 steht betroffenen, volljährigen Kindern auch der deutschlandweit tätige Verein GI Babies Germany e.V. mit Rat und Tat zur Seite.[53][54][55]

Suche nach Vätern aus Kanada

Die Organisation Canadian Roots UK hilft Kriegskindern im Vereinigten Königreich bei der Suche nach ihrem kanadischen Vater. Umgekehrt hilft sie bei der Suche nach einem Kind, das ein kanadischer Soldat im Vereinigten Königreich während oder nach dem Zweiten Weltkrieg zeugte.[56]

Suche nach Vätern aus Frankreich

Es wurde berichtet, dass die Adresse eines französischen Vaters durch Suche im Internet gefunden wurde.[57]

Psychologische Unterstützung

Psychologische Unterstützung bei der Therapie Kriegstraumatisierter und Hilfe bei der Familienzusammenführung durch Suchbitten im Internet bietet der Verein kriegskind.de e. V.[58]

Zur Bedeutung der öffentlichen Strafaktionen

Die Erklärung des französischen Historikers Fabrice Virgili

Der französische Historiker Fabrice Virgili beschäftigte sich seit den 1990er Jahren mit den zwischen 1943 und 1945 aufgetretenen Racheakten an Französinnen, denen ein zu enges Verhältnis mit einem deutschen Besatzer vorgeworfen wurde. Zu ersten Vorkommnissen des Scherens von Frauen sei es durch Résistance-Kräfte gekommen, die damit Kollaborations-Kreise warnen und an ihre nationalen Pflichten erinnern wollten. Flächendeckend sei das Haarescheren nach der Befreiung durch die Alliierten ab Juni 1944 geworden und sei von Mai bis Juli 1945 noch einmal verstärkt aufgetreten. Im Haarescheren habe sich die Rache für die von der feindlichen Besetzung als besudelte, weil weiblich vorgestellte Heimat niedergeschlagen. Die in der Niederlage verloren gegangene Männlichkeit und Mannesehre der Besiegten und der mögliche Verlust ihrer Frauen an den Feind seien durch die an öffentlichen Orten – Plätze, Straßen, Bürgermeisteramt[59] – vollzogene Rache wettgemacht worden. Der besondere Verrat, der indessen nie Kriegsentscheidendes zur Folge hatte, sei darin gesehen worden, dass sich die Frauen mit Wollust auf den Feind eingelassen hätten, während die Heimat litt.[60]

Jean-Paul Picaper fasst die Erklärung Virgilis, wie Frankreich nach der Befreiung wieder „männlich“ geworden sei,[61] 2004 folgendermaßen zusammen:
In Krisenzeiten verliere die Frau ihr erotisches Selbstbestimmungsrecht und werde Nationaleigentum. Ihr Körper werde „verstaatlicht“ und zu einem Gegenstand wiedergewonnenen „männlichen“ politischen Handelns, das in der Liaison von Frauen mit dem Feind Landesverrat erkenne. So hätten die vormals durch Deutschland besetzten europäischen Länder sich den Körper der „verräterischen“ Mitbürgerinnen wieder angeeignet, indem sie ihn der öffentlichen Bestrafung unterzogen hätten. Für die betroffenen Frauen sei es hingegen immer nur um eine ausschließlich sie betreffende Privatangelegenheit gegangen.

Der Archetypus, der den Vorgang des Scherens ausgelöst habe, gehe in vorgeschichtliche Zeit zurück, und zwar auf archaische Vorurteile und Strafen. Das Scheren, wie es Samson widerfuhr und das ihn seiner Kraft beraubte, bringe die Frau um die wesentliche Anziehungskraft des ewig Weiblichen. Ihr Haar sei die Quelle der Macht über das andere Geschlecht und Kultobjekt des Abendlandes, wie es sich in Jahrhunderten der Malerei niedergeschlagen habe. Das Scheren der Haare bedeute den Ausschluss aus der nationalen Gemeinschaft und das Verstoßen aus der bürgerlichen Gesellschaft, indem die Frauen „entweiblicht“ werden.[62]

Aus dem, was ihren Müttern widerfuhr, erklärt sich die Situation der Besatzungskinder.

Klaus Theweleit

Auf deutscher Seite ist Klaus Theweleit den Kodierungen des Weiblichen in den nationalistischen und faschistischen Männerphantasien des 20. Jahrhunderts – „Männerphantasien“ auch der Titel seines zweibändigen Werkes von 1977/78 – nachgegangen. Die von ihm im Vorwort zu Ebba D. Drolshagens Buch „Nicht ungeschoren davonkommen“ (1998) gegebene Deutung zum „nationalen Körper“ der Frau, in den sich die nationalen Männerphantasien in Krisenzeiten Besitz ergreifend einschreiben, setzt seinen dort entfalteten Gedankengang fort, so dass sich Parallelen und Ergänzendes zu dem von Fabrice Virgili in Bezug auf „La France ‚virile‘“ Ausgeführten ergeben.

Siehe auch

Literatur

Zweiter Weltkrieg

  • Ebba D. Drolshagen: Nicht ungeschoren davonkommen. Das Schicksal der Frauen in den besetzten Ländern, die Wehrmachtssoldaten liebten. Hoffmann und Campe, Hamburg 1998, ISBN 3-455-11262-5.
  • Ebba D. Drolshagen: Wehrmachtskinder. Auf der Suche nach dem nie gekannten Vater. Droemer Knaur, München 2005, ISBN 3-426-27357-8.
  • Alexandra Stiglmayer (Hrsg.): Massenvergewaltigung. Krieg gegen die Frauen. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-12175-2 (Fischer 12175 Die Frau in der Gesellschaft).
  • Marc Widmann, Mary Wiltenburg: Kinder des Feindes. In: Der Spiegel, 22. Dezember 2006 (online-URL)

Belgische Besatzungskinder

  • (nl) Gerlinda Swillen: Koekoekskind. Door de vijand verwekt (1940–1945). Meulenhoff u. a., Amsterdam 2009, ISBN 978-90-8542-188-7 (Zeitzeugenberichte von 70 Besatzungskindern belgischer Frauen und deutscher Wehrmachtssoldaten).

Französische Besatzungskinder

  • (fr) Amicale Nationale des Enfants de la Guerre (Hrsg.): Des fleurs sur les cailloux. Les enfants de la Guerre se racontent. Editions Laurent Guillet, Limerzel 2010, ISBN 978-2-918588-01-6 (Zeitzeugenberichte: Benachteiligungen, Lebensverläufe, Suche nach dem Vater).
  • (fr) Roberte Colonel, Où es-tu maman ? Éditions Grand Caractère, 2005.
  • (fr) Annette Hippen-Gondelle, Un seul jour, un seul mot. Le roman familial d’une enfant de Boche. L’Harmattan, Paris 2011, ISBN 978-2-296-56161-8.
  • (fr) Suzanne Lardreau, Orgueilleuse. Éditions Robert Laffont, Paris 2005
  • (fr) Gérard Lenorman: Je suis né à vingt ans. Calmann-Lévy, Paris 2007, ISBN 978-2-7021-3865-6.
  • Jean-Paul Picaper, Ludwig Norz: Die Kinder der Schande. Das tragische Schicksal deutscher Besatzungskinder in Frankreich. Piper, München u. a. 2005, ISBN 3-492-04697-5.
  • (fr) Fabrice Virgili: La France „virile“. Des femmes tondues à la Libération. Nouvelle édition. Payot & Rivages, Paris 2004, ISBN 2-228-89857-0 (Petite bibliothèque Payot 502).
  • (fr) Fabrice Virgili: Naître ennemi. Les enfants des couples franco-allemands nés pendant la Seconde Guerre Mondiale. Éditions Payot, Paris 2009, ISBN 978-2-228-90399-8.
  • (fr) François Pairault: Un amour allemand. Geste Éditions, La Crèche 2011.
  • (fr) Nadia Salmi: Des étoiles sombres dans le ciel. OH Éditions, Paris 2011.

Norwegische Besatzungskinder

Amerikanische Besatzungskinder

  • (en) Maria Hohn: GIs and Fräuleins: The German-American Encounter in 1950s West Germany (2001) ISBN 0-8078-5375-5
  • Charlotte Wiedemann: Der Zwischenmensch. In: Frankfurter Rundschau, 31. Oktober 2003 (Rudi Richardson kam als Besatzungskind zur Welt, 2003 sitzt er nach 50 Jahren in den Vereinigten Staaten als „unerwünschter Ausländer“ in amerikanischer Abschiebehaft).
  • Ika Hügel-Marshall: Daheim Unterwegs. Ein deutsches Leben. Orlanda Frauenverlag, Berlin 1998, ISBN 3-929823-52-7 (Die Autobiographie eines „Besatzungskinds“, einer schwarzen deutschen Frau).

Kanadische Besatzungskinder

Zeitzeugenberichte im Film

Kinder deutscher Wehrmachtssoldaten

Französische Besatzungskinder

  • Feindeskind. Mein Vater war ein deutscher Soldat. Film von Susanne Freitag und Claudia Döbber. Produktion des ZDF-Studios Paris, 2007. Gezeigt in: Phoenix am 2. Januar 2010, 14:00-14:45 Uhr, u. ö. (Wehrmachtsauskunftsstelle Berlin, Benachteiligung der Mütter und Kinder, französischer Verein "Amicale Nationale des Enfants de Guerre" A.N.E.G., Familienzusammenführung der französischen und deutschen Geschwister).
  • "Kinder der Schande." Wie Frankreichs Besatzungskinder um ihre Identität ringen. 3sat Kulturzeit, April 2006. Auch über das Buch von Josiane Kruger, Janine Stephan u.a.: Les embryons de guerre. Manuscrit, Paris 2006 ISBN 2748182448 (frz.)[63]
  • betrifft. Besatzungskinder. Gezeigt in: SWR/SR vom 2. Dezember 2009, 20:15-21:00 Uhr. Produktionsleitung John Dickbertel, SWR 2009. (Suche und Zusammentreffen von französisch/deutschen Geschwistern, die einen deutschen Besatzungssoldaten als Vater bzw. einen französischen Besatzungssoldaten als Vater haben. Interview mit der französischen Präsidentin des Vereins Kriegskinder.).

Niederländische Besatzungskinder

  • Liebe unerwünscht. 3-teiliger Dokumentationsfilm. 2. Das Meisje und der deutsche Soldat. Gezeigt in: Phoenix am 27. Februar 2010, von 20:15-21:00 Uhr (Thema: heimliche Liebesbeziehungen zwischen deutschen Wehrmachtssoldaten in den Niederlanden und Niederländerinnen; Kinder).

Kinder Alliierter Soldaten

Kinder der Alliierten

  • Hello Fräulein. Gezeigt in: Phoenix am 11. August 2012, von 20:15-21:00 Uhr (Dokumentation über Beziehungen deutscher Frauen im Nachkriegsdeutschland mit sowjetischen, amerikanischen, französischen Soldaten; Kinder)

Amerikanische Besatzungskinder

  • Brown Babies. Eine ewige Suche. Film von Michaela Kirst, WDR 2011. Gezeigt in: arte vom 14. September 2011, 20:15-21:05 Uhr. BR, WR und arte 2011. (Dunkelhäutige Besatzungskinder, Adoptionen).

Quellen

  1. John Keegan, Die Kultur des Krieges, Reinbek bei Hamburg 1997; ISBN 3-499-60248-2.
  2. Vgl. hierzu die materialreiche Darstellung des Ethnologen Hans Peter Duerr in Band 3 und 5 von „Der Mythos vom Zivilisationsprozess“.
  3. Susan Brownmiller, Gegen unseren Willen. Vergewaltigung und Männerherrschaft, Frankfurt a. M. (Fischer) 1980, S. 205; ISBN 3-596-23712-2.
  4. Vgl. Fabrice Virgili. Dazu auch Unzuverlässige Zahlen
  5. Ebba D. Drolshagen über das Schattendasein der Feindeskinder.
  6. a b c d e f Niko Wahl: Heim ins Land der Väter. In: zeit.de vom 23. Dezember 2010
  7. Digitales Archiv Hessen-Darmstadt: "Schwarze Schmach" - durch französische Kolonialtruppen nach 1918. "es waren nie mehr als 25.000 farbige (überwiegend nordafrikanische) Soldaten eingesetzt. ... Die schwarzen Kolonialtruppen aus Senegal mussten schon 1920 das Rheinland verlassen, weil sie das winterliche Klima dort nicht vertragen konnten."
  8. a b Ebba D. Drolshagen, Wehrmachtskinder. Auf der Suche nach dem nie gekannten Vater, München (Droemer) 2005, S. 9. - Vgl. auch Kriegskinder in Europa.
  9. Bericht in der Neuen Zürcher Zeitung über Kinder deutscher Soldaten im Ausland
  10. Ebba D. Drolshagen (2005), S. 11-13.
  11. Suche des Besatzungskindes Gerlinda Swillen
  12. Dreißig Besatzungskinder aus Belgien wollen berichten (französisch)
  13. Gerlinda Swillen erhält deutsche Staatsbürgerschaft
  14. a b c Thorsten Knuf: Kinder des Krieges. In: Berliner Zeitung, 5. Mai 2010, S.3
  15. a b c d Bericht und Zahlen über die Besatzungskinder des Zweiten Weltkriegs in Europa (in französisch)
  16. Armin Hass: Forschen und versöhnen. Geschichten über Kriegskinder und den verlorenen Großonkel Joseph. In: Arolser Zeitung vom 13. Oktober 2011.
  17. Vgl. Das Schweigen der Lämmer.
  18. Vgl. Besatzungskind im französischen Comic.
  19. Vgl. Internetseite Nationaler (französischer) Verein der Kriegskinder e. V. (A.N.E.G.).
  20. Internetseite des Vereins Coeurs Sans Frontières/Herzen ohne Grenzen
  21. Feindeskind. Mein Vater war ein deutscher Soldat. Film von Susanne Freitag und Claudia Döbber. Produktion des ZDF-Studios Paris, 2007. Gezeigt in: Phoenix am 2. Januar 2010, 14:00-14:45 Uhr.
  22. betrifft. Besatzungskinder. Gezeigt in: SWR/SR vom 2. Dezember 2009, 20:15-21:00 Uhr. Produktionsleitung John Dickbertel, SWR 2009.
  23. Vgl. AFP: Französische Wehrmachtskinder begrüßen Doppelnationalität
  24. Bericht über Verleihung der deutschen Staatsbürgerschaft für französische Kinder deutscher Wehrmachtssoldaten im Fernsehen ZDF vom 5. August 2009, heute-journal, 21:45-22:15
  25. dradio.de vom 11. Juni 2010. Suzanne Krause: Französisch-deutsche Kriegskinder fordern ihre Rechte ein
  26. Liebe unerwünscht. 3-teiliger Dokumentationsfilm. 2. Das Meisje und der deutsche Soldat. Gezeigt in: Phoenix am 27. Februar 2010, von 20:15-21:00 (Thema: heimliche Liebesbeziehungen zwischen deutschen Wehrmachtssoldaten in den Niederlanden und Niederländerinnen; Kinder).
  27. Vgl. Liebe im Vernichtungskrieg.
  28. Regina Mühlhäuser: Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941 - 1945. Hamburger Edition: Hamburg 2010. ISBN 978-3-86854-220-2. S. 309-365. (Rezension)
  29. Boltzmann Institut für Kriegsforschung.
  30. Hello Fräulein. Gezeigt in: Phoenix am 11. August 2012, von 20:15-21:00 Uhr (Dokumentation über Beziehungen deutscher Frauen im Nachkriegsdeutschland mit sowjetischen, amerikanischen, französischen Soldaten; Kinder)
  31. Recherche K.C. McGee.
  32. Hello Fräulein. Gezeigt in: Phoenix am 11. August 2012, von 20:15-21:00 Uhr (Dokumentation über Beziehungen deutscher Frauen im Nachkriegsdeutschland mit sowjetischen, amerikanischen, französischen Soldaten; Kinder)
  33. Kinder des Feindes spiegel.de, abgerufen am 20. Juni 2010.
  34. Siehe dazu die einschlägige TV-Dokumentation in "Arte": Brown Babies. Gezeigt in: arte vom 14. September 2011, 20:15-21:05 Uhr. BR, WR und arte 2011.
  35. Judith Rekers: Black Germans – Schauen, wie es ist, deutsch zu sein, Artikel vom 10. November 2011 im Magazin Die Wochenzeitung, Zürich, Schweiz; abgerufen am 28. November 2011
  36. Ebenda, Dokumentation Brown Babies
  37. Matthias Gretzschel: Englische Soldaten und deutsche „Fraus“. In: Hamburger Abendblatt vom 15. Juni 2011, S. 19
  38. Hello Fräulein. Gezeigt in: Phoenix am 11. August 2012, von 20:15-21:00 Uhr (Dokumentation über Beziehungen deutscher Frauen im Nachkriegsdeutschland mit sowjetischen, amerikanischen, französischen Soldaten; Kinder)
  39. „Soldatenkinder“: Tabuthema seit 65 Jahren auf ORF vom 26. September 2012, abgerufen am 26. September 2012.
  40. Barbara Stelzl-Marx - Stellvertretende Institutsleiterin abgerufen am 26. September 2012
  41. Alexandra Stiglmayer (Hg.), Massenvergewaltigung. Krieg gegen die Frauen, Frankfurt a. M. (Fischer) 1993, S. 154-174; ISBN 3-596-12175-2.
  42. Eine historische Tat.
  43. Vgl. Die akzeptierte ‚illegitime‘ Rosette
  44. (fr) Amicale Nationale des Enfants de la Guerre (Hrsg.): Des fleurs sur les cailloux. Editions Laurent Guillet 2010, S. 120, 128, 148, 162, 177.
  45. (fr) Amicale Nationale des Enfants de la Guerre (Hrsg.): Des fleurs sur les cailloux. Editions Laurent Guillet 2010, S. 35 - 52.
  46. Netzwerk der Europäischen Kriegskinder. „Born Of War - international network“
  47. http://www.archief-democratie.be/node/25 Abbildung von typischen Dokumenten (niederländisch)
  48. Bundesarchiv (Deutschland), Dienstort Berlin-Lichterfelde: NS-Mitgliedschaften
  49. Volksbund Gräbersuche online
  50. Ministère de la défense, Bureau des archives des victimes des conflits contemporains, B.P. 552, 14037 Caen Cedex abgerufen am 26. Dezember 2011
  51. Internetseite des Internationalen Suchdiensts in Arolsen (ITS), u. a. nach ehemaligen Zwangsarbeitern, abgerufen am 26. Dezember 2011
  52. Marc Widmann und Mary Wiltenburg: Kinder des Feindes. In: Spiegel 52/2006.
  53. (en) Organization gitrace
  54. (de) Gruppe der gitrace Organisation für deutsche und österreichische Besatzungskinder
  55. (de/en) GI Babies Germany e.V.
  56. (en) Internet Seite, die Kriegskinder bei der Suche nach ihren Kanadischen Vätern hilft.
  57. Hello Fräulein. Gezeigt in: Phoenix am 11. August 2012, von 20:15-21:00 Uhr (Dokumentation über Beziehungen deutscher Frauen im Nachkriegsdeutschland mit sowjetischen, amerikanischen, französischen Soldaten; Kinder)
  58. Internetseite des Vereins kriegskind.de e. V.
  59. Vgl. Robert Capa: Chartres 1944 und Geschorene mit Kind
  60. Vgl. Virgili über das „männliche“ Frankreich.
  61. 1944 war mit der Befreiung Frankreichs die Parole „La France sera virile ou morte“ in Umlauf gekommen (= Frankreich wird männlich sein oder tot). – Vgl. hierzu Fabrice Virgili (2004), S. 306.
  62. Jean-Paul Picaper, Humiliées par les ‚chasseurs de scalps‘, S. 67, in: Historia, Nr. 693, Paris, September 2004, S. 64-67.
  63. Kinder der Schande: Wie Frankreichs Besatzungskinder um ihre Identität ringen. In: 3sat Kulturzeit (April 2006). Abgerufen am 31. Dezember 2010.

Weblinks