Carla Amina Baghajati

Carla Amina Baghajati (* 29. Juni 1966 in Mainz) ist Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft und Mitgründerin der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen.

Sie wurde 1966 in Mainz-Mombach in Deutschland als Carla Siebrasse geboren. Sie wuchs in einer gemischtkonfessionellen christlichen Familie auf, ihr Vater war evangelisch, ihre Mutter katholisch. Nach Schulausbildung und Abitur in Mainz, Abschlussjahrgang 1985 am Frauenlob-Gymnasium, ging sie 1987 zum Studium nach Österreich, wo sie zunächst eine Schauspielausbildung am Konservatorium der Stadt Wien absolvierte. Danach begann sie ein Studium der Vergleichende Literaturwissenschaft, Arabistik und Geschichte, das sie jedoch nicht abgeschlossen hat. Im Jahr 1989 trat sie zum Islam über und nahm als „Amina“ als zweiten Vornamen an, den Namen der Mutter des Propheten. Im Jahr 1990 heiratete sie den aus Syrien stammenden Bauingenieur und Publizist Tarafa Baghajati. Aus der Ehe folgten vier gemeinsame Kinder.[1]

Carla Amina Baghajati engagierte sich zwischen 1991 und 1994 in Theater- und Freizeitprojekten mit muslimischen Kindern. Von 1995 bis 1998 wirkte sie am Aufbau eines muslimischen Kindergartens in Wien mit und engagierte sich zusehends in Projekten zur Integration von Migranten. Im Jahr 1999 gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Tarafa Baghajati die „Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen“. Weitere Gründungsmitglieder waren Omar Al-Rawi, der damalige Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, sowie Mouddar Khouja und Andrea Saleh. Diese Organisation setzt sich für Medienarbeit und interreligiösen Dialog ein und organisierte unter anderem „Tage der offenen Moscheen“. Daneben engagierte sie sich bei der Islamischen Religionsgemeinschaft in Wien und wurde vom damaligen Präsidenten Anas Schakfeh mit dem Referat für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit betraut.[2]. 2006 bezeichnete sie die deutsche Wochenzeitung „Zeit“ als „Das Gesicht des österreichischen Islams[3]

Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie erst nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in New York bekannt, als das Thema Islam plötzlich von allen Medien aufgegriffen wurde. Carla Amina Baghajati wurde seitdem immer wieder als Studiogast in Fernsehdiskussionen eingeladen, gab Interviews für Printmedien und trat bei Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen auf. Neben ihrer Öffentlichkeitsarbeit engagierte sie sich für den muslimischen Religionsunterricht in staatlichen Schulen, organisierte 2005 die erste österreichische Imam-Konferenz und ist seit 2004 Lehrbeauftragte an der Islamischen Religionspädagogischen Akademie in Wien. Im Jahr 2008 erhielt sie vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur unter Ministerin Claudia Schmied das Bundesehrenzeichens für ihr ehrenamtliches Engagement im interkulturellen Dialog.

Einzelnachweise

  1. ilsaminitiative.at: Carla Amina Baghajati
  2. ORF-Volksgruppen: Carla Amina Baghajati
  3. Von Nestroy zu Mohammed: [http:// http://www.zeit.de/2006/08/oe_baghajati]