Claus Josef Riedel

Riedelvilla in Desná

Claus Josef Riedel (* 19. Februar 1925 in Polaun; † 17. März 2004 in Genua) war ein Unternehmer und Glasdesigner.

Claus Josef Riedel war der Sohn des Glashüttenbetreibers Walter Riedel aus dem Isergebirge und somit der neunte Vertreter der Riedel-Dynastie. Als Soldat in Italien in Kriegsgefangenschaft geraten, gelang es Riedel, im März 1946 in Tirol den Gefangenentransport zu verlassen. Mit Unterstützung des dort ansässigen und ebenfalls aus Böhmen stammenden Daniel Swarovski aus der Glasmacherfamilie Swarowski fasste er Fuß im angestammten Geschäft der Glasproduktion, nachdem das familiäre Unternehmen im heimatlichen Böhmen enteignet worden war. Riedel studierte von 1947 bis 1950 in Innsbruck Chemie.

Zusammen mit seinem aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Vater Walter kaufte Claus Josef Riedel 1956 die desolate Tiroler Glashütte in Kufstein auf, um dort sein Unternehmen Riedel Glas als Glasmanufaktur zu begründen. 1969 kam ein weiteres Werk in Schneegattern hinzu.

Claus Josef Riedel entwarf entgegen dem Trend der Zeit, der schwere, verzierte und geschliffene Gläser bevorzugte, dünnwandige, großvolumige und langstielige Weingläser, die dem Charakter des entsprechenden Weins angepasst waren. Ab dem 1960er-Jahren entstanden so die Sommeliers-Reihe, mundgeblasene und handgefertigte (und somit entsprechend hochpreisige) Gourmet-Weingläser.

Riedel wurde für seine Kreationen mit 28 internationalen Designerpreisen und -auszeichnungen geehrt.

Sein Sohn Georg Josef Riedel führt seit seinem Tod die Firma.

1965 wurde ihm der Berufstitel "Professor" verliehen.

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