Defereggental

Blick vom Wetterkreuz in St. Jakob über das Defereggental in Richtung Großglockner
bei St. Veit

Das Defereggental, oder einfach Defereggen, ist das mittlere der drei Osttiroler Hochgebirgstäler mit Ost-West-Verlauf. Die parallel verlaufenden Nachbartäler sind das Pustertal und das Virgental. Das Defereggental wird durch die Defereggentalstraße erschlossen. Der Name leitet sich ab vom keltischen dubar (schwarz, dunkel) oder vom slawischen dober (gut).[1]

Es liegt im Nationalpark Hohe Tauern und ist umschlossen von Bergen des Defereggengebirges, der Rieserfernergruppe, der Lasörlinggruppe und der Schobergruppe. Durchflossen wird das Tal von der Schwarzach. In dem Tal befinden sich die drei Gemeinden Hopfgarten in Defereggen, St. Veit in Defereggen und St. Jakob in Defereggen.

Besiedelt wurde das Defereggental seit dem 7. Jahrhundert über Staller Sattel und Klammljoch, beides Übergänge in das heutige Südtirol. Noch heute genießen deshalb Südtiroler Weiderecht im oberen Defereggental. Der Hauptort St. Jakob im Defereggental ist die älteste Siedlung Osttirols.[1] Über den Staller Sattel gelangt man in das Antholzer Tal.

Im 17. Jahrhundert hatte sich etwa die Hälfte der Bevölkerung des Defereggentals vom katholischen Glauben abgewandt und war evangelisch geworden. Nachdem sie der Aufforderung des Salzburger Erzbischofs zur Rückkehr nicht nachkamen, wurden sie im Dezember 1684 aus dem Tal gewiesen. Ihre Kinder mussten sie zurücklassen, ihren Besitz durften sie verkaufen. Die Exulanten siedelten sich vor allem im Bereich der heutigen deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg an.

Das Defereggental zählt, geschützt durch den Nationalpark Hohe Tauern, zu den unberührtesten Hochgebirgstälern in den Alpen und ist mit ca. 60 km auch eines der längsten sowie am wenigsten besiedelten Gebiete der österreichischen Alpen.

Panorama

Defereggental mit Blick auf die Villgratner Berge und rechts St. Jakob in Defereggen

Einzelnachweise

  1. a b Hannes Hintermeier in FAZ.Net: Hat's passt? Passt schon! (ohne Zeitangabe; gelesen: Ende April 2011)

Weblinks

 Commons: Defereggental – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien