Edgar G. Ulmer – Der Mann im Off

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Filmdaten
Originaltitel Edgar G. Ulmer – Der Mann im Off
Produktionsland Österreich
USA
Originalsprache Deutsch
Englisch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 77 Minuten
Stab
Regie Michael Palm
Produktion Georg Misch
Ralph Wieser
Arianné Ulmer Cipes
Musik Georg Misch
Kamera Joerg Burger
Schnitt Michael Palm
Marek Kralovsky
Besetzung

Edgar G. Ulmer – Der Mann im Off ist ein österreichisch-US-amerikanischer Dokumentarfilm über den Filmregisseur Edgar G. Ulmer.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Edgar G. Ulmer (1904–1972), geboren in Olmütz, aufgewachsen in Wien und in Schweden, Mitarbeiter von Max Reinhardt und Friedrich Wilhelm Murnau, aus Österreich emigriert, wurde in Hollywood zum „König“ der B-Movies, wurde vergessen, wiederentdeckt und schließlich zur Kultfigur. Bis in die 1960er Jahre drehte Ulmer u. a. mit Boris Karloff, Hedy Lamarr und Jean-Louis Trintignant an die fünfzig Spielfilme (darunter Detour, The Black Cat und Naked Dawn). Zwei Jahre vor seinem Tod führte Ulmer ein langes Gespräch mit Peter Bogdanovich, das neben anderen Materialien aus seinem privaten Nachlass zur Verfügung steht.

Regisseur Michael Palm vollzieht die verschlungenen Wege in Ulmers Bio- und Filmografie nach, lässt sich auf Lücken, Widersprüche, Fälschungen und Irritationen ein und vermittelt über die Inszenierung seines Films ein Gefühl für die ständige Unrast, die ständigen Illusionen in Ulmers Leben.

Die meisten Interviews mit den Protagonisten sind in fahrenden Autos – in den Straßen von Hollywood und Berlin – oder in Rückprojektions-Settings geführt. Die Protagonisten des Films treten nicht bloß als Auskunftspersonen auf, sondern werden in inszenierte eingebunden, sodass die Frage nach dem Wirklichkeits- und Wahrheitsbezug ihrer Aussagen stets mitschwingt. Ulmer selbst fungiert als „unverlässlicher“ Off-Erzähler, oft führt er den Zuschauer in die Irre, lässt ihn an Dingen zweifeln, die zu hören oder zu sehen sind. Über die Montage werden zwischen einzelnen Protagonisten Dialoge simuliert, die so nicht stattgefunden haben, um auf die Gemachtheit und die filmische Konstruktion von Geschichte und Wirklichkeit zu verweisen, ohne dabei aber den Aussagen der Figuren ihre Relevanz zu nehmen, ohne sich mit einfachen Wahrheiten zu begnügen. Der Film ist eine spielerische Bekenntnis zur Illusionsmaschine, zur produktiven Scheinwelt des Films, aber auch eine Analyse der hochkapitalisierten Scheinwelt Hollywood, die eigentlich „nur im Kopf existiert“ (John Landis) – „eine gigantische, unscharfe Rückprojektion“ (Joe Dante) – von der Ulmer Zeit seines Lebens zugleich angezogen und abgestoßen war.

Filmausschnitte übernehmen den formalen Gestus des Dokumentarischen, Archivmaterial erzählerische Aufgaben. So fungiert etwa der Protagonist aus Ulmers Detour wiederholt als allegorischer Ulmer-Stellvertreter, als sein Alter Ego; und die Hauptfigur aus Ulmers Beyond The Time Barriers steht ebenso fasziniert in den Wastelands um eine futuristische Zukunftsstadt wie Ulmer vielleicht vor den Toren der Glamourwelt Hollywoods.

Inszenierung, visueller Stil und Montage sind dem „Lebensgefühl“ der B-Movies, ihrem schnellen, treibenden Erzähltempo, ihrer Rauheit und Simplizität, ihrer hohen Dichte und Direktheit verpflichtet, ohne dass ihr Stil, Ulmers Stil, imitiert würde. Demnach ist dieser Film nicht nur eine schillernde Mythografie eines überaus einflussreichen Hollywood-Mavericks, sondern geht auch der Frage nach, was uns heute noch an der Kargheit, Effizienz und Beweglichkeit von B-Movies fasziniert.

Hintergrund

Edgar G. Ulmer – Der Mann im Off wurde erstmals am 4. September 2004 in 3sat ausgestrahlt.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Edgar G. Ulmer – Der Mann im Off im Lexikon des Internationalen Films.