Eduard Pant

Eduard Pant (* 29. Januar 1887 in Witkowitz bei Mährisch Ostrau; † 20. Oktober 1938 in Kattowitz) war ein Journalist und führender Politiker der deutschen Katholiken Polens in den 1920er und 1930er Jahren und Vorsitzender der Christlichen Deutschen Volkspartei.

Leben

Eduard Pant wuchs in einer katholischen Arbeiterfamilie auf. Er studierte Klassische Philologie, Germanistik und Philosophie an der Universität Prag und promovierte 1911 zum Dr. phil. Nach Tätigkeit als Gymnasiallehrer in verschiedenen österreichischen Städten und Militärdienst im Ersten Weltkrieg kehrte er nach Bielitz in Schlesien zurück und wurde 1920 polnischer Staatsbürger. Von 1926 bis 1930 war er Chefredakteur des Oberschlesischen Kuriers.

Politik

1927 bis 1938 war Eduard Pant Vorsitzender der Christlichen Deutschen Volkspartei. Für diese war er 1922 bis 1935 Abgeordneter im Schlesischen Sejm und 1928 bis 1935 polnischer Senator.

Die deutschen Katholiken Polens gerieten nach der Machtergreifung durch Hitler in eine heftige Auseinandersetzung über den Kurs gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschen Reich. Im Mittelpunkt des Konflikts stand die Frage, ob die deutsche Minderheit und die deutschen Katholiken in Polen die verdeckte finanzielle Förderung durch das Reich verlieren würden, wenn sie sich vom Nationalsozialismus offen distanzierten. Die deutschen Katholiken Polens spalteten sich über diese Frage - die weit überwiegende Mehrheit kooperierte mit NS-nahen Institutionen und beugte sich dem Druck aus dem Reich. Sie erhofften sich, mit einem solchen "duldenden" Verhalten auch die nationalsozialistische Führung als Fürsprecher für die Interessen der deutschen Minderheit in Polen erhalten zu können.

Eduard Pant lehnte den Nationalsozialismus dagegen aus religiösen und politischen Gründen entschieden ab. Er verlor mit seiner kompromisslosen Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus als Vorsitzender der 'Deutschen Katholischen Volkspartei" in Polen den Großteil seiner Anhängerschaft. Weiterhin büßten er und seine Mitstreiter die Führungsrolle im "Verband der deutschen Katholiken Polens" und den Einfluss auf den auflagenstarken "Oberschlesischen Kurier" ein. Pant wehrte sich gegen die Entmachtung und Gleichschaltung der deutschen Katholiken wie auch der deutschen Minderheit in Polen und setzte sich ein für eine engere Zusammenarbeit mit Polen. Er gründete die katholisch-konservative Wochenzeitung 'Der Deutsche in Polen' (1934–1939), die weit über Polens Grenzen hinaus zu einem wichtigen Sprachrohr der christlichen Emigranten, der Opposition gegen den Nationalsozialismus und der nicht gleichgeschalteten Minderheiten in Ost-Mitteleuropa wurde.

Literatur

  • Pia Nordblom: Pant, Eduard. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 20, Duncker & Humblot, Berlin 2001, S. 39 f. (Digitalisat).
  • Pia Nordblom: Eduard Pant (1887–1938). In: Joachim Bahlcke (Hrsg.): Schlesische Lebensbilder. Neunter Band. Degener & Co., Neustadt an der Aisch 2007, ISBN 978-3-7686-3506-6, S. 361–372.
  • Pia Nordblom: Mniejszość w mniejszości – Eduard Pant i jego koło. In: Śląskie prace bibliograficzne i bibliotekoznawcze. = Studia silesiaca bibliographiam bibliothecarumque scientiam illustrantia. 62, 2003, ISSN 0583-5291, S. 227–254.
  • Pia Nordblom: Für Glaube und Volkstum. Die katholische Wochenzeitung „Der Deutsche in Polen“ (1934–1939) in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Schöningh, Paderborn u. a. 2000, ISBN 3-506-79992-4 (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte. Reihe B: Forschungen 87), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 1995).
  • Pia Nordblom: Dr. Eduard Pant. Biographie eines katholischen Minderheitenpolitikers in der Woiwodschaft Schlesien (bis zum Jahr 1932). In: Oberschlesisches Jahrbuch. 3, 1987, ISSN 0930-6978, S. 112–146 [Vgl. hierzu Redaktionelle Bemerkung (Nachtrag zu Bd. 3). In: Oberschlesisches Jahrbuch. 4, 1988, S. 222].